18.09.2018 - 18:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Rohbau in einer Bomben-Zeit

Selbst ein Blindgänger kann die Handwerker nicht bremsen: Nach nur einem Jahr wird Richtfest für den Neu- und Erweiterungsbau des St.-Barbara-Krankenhauses gefeiert. Vier Wochen vor der Zeit, freut sich Bauleiter Johannes Messer.

Hoch vom Gerüst über der neuen Eingangshalle sprach Bauleiter Johannes Messer den Richtspruch.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

(ch) Der Bauingenieur von der Züblin AG stand am Dienstag hoch droben auf dem Gerüst über der neuen Eingangshalle an der Steinberger Straße, ließ Handwerker, Planer und natürlich die Bauherren in seinem Richtspruch hochleben, ehe sein Sektglas auf dem Boden splitterte. Auch Krankenhaus-Geschäftsführer Dr, Martin Baumann lobte die sehr gute Arbeit der Firmen. Rund 50 Millionen Euro wird der Neu- und Erweiterungsbau kosten, 38,8 Millionen davon kommen aus Zuschüssen des Freistaats. Den erheblichen Rest investieren die Barmherzigen Brüder als Träger des Hauses aus Eigenmitteln. Man könne dankbar sein, wenn ein solches Projekt sowohl zeit- und kostenmäßig genau im Rahmen bleibe, sagte Baumann. Was die Zeit anbetrifft, sogar schneller als geplant, wie Messer am Rande der Feier erläuterte. Und das, obwohl kurz nach dem Spatenstich erst einmal alles still stand: Bei den ersten Grabungsarbeiten war am 22. September 2017 ein Blindgänger entdeckt worden. Das Krankenhaus und die Umgebung wurden zur Entschärfung evakuiert.

"Das brauchen wir nicht noch mal", sagte Baumann am Dienstag. "Wir stehen in der Mitte der Bauzeit und am höchsten Punkt", sagte der Geschäftsführer, als Bauherr dürfe man sich glücklich schätzen, wenn so professionell gearbeitet werde. Deshalb galt Baumanns größter Dank auch den anwesenden Handwerkern. Das größte Krankenhaus des Landkreises bekommt ein völlig neues Gesicht. Es entstehen eine neue Eingangshalle und eine sogenannte Elektivaufnahme. Außerdem finden zwei neue Allgemeinstationen Platz. Dazu eine moderne Intensivstation mit 22 Plätzen und eine angeschlossene "Intermediate Care"-Einheit zur optimalen Versorgung schwer kranker Patienten. Schließlich wird die Versorgung an St. Barbara durch eine Akutgeriatrie mit 30 Betten weiter ausgebaut.

"Hier sollen Kranke Heilung finden, geplagt von Leiden vorn und hinten. Und wenn vorbei ist dann die Pein, kehrt man gesundet wieder heim", reimte Johannes Messer in seinem Richtspruch. Für ihn hatte Baumann ein besonderes Präsent parat: Der Bauleiter ist das "Gesicht" des Bau-Blogs, in dem sich Interessierte über den Fortgang der Maßnahme im Internet informieren können. Als "Hauptdarsteller in der Sparte Rohbau" sei Messer bei der Oscar-Verleihung übergangen worden. Das holte Baumann nun nach und überreichte eine Nachbildung des Awards.

Die Herausforderung des Baus sei neben der Größe auch die Tatsache, "dass wir an den Bestand andocken. Das ist immer ein bisschen tricky", sagte Messer. Oberbürgermeister Andreas Feller bezeichnete gegenüber den Oberpfalz-Medien den Bau "als eines der wichtigsten Projekte in der Stadt in den vergangenen 10 bis 20 Jahren. Nicht nur vom Volumen her, sondern auch wegen der Bedeutung für die Region." Die Stadt könne stolz sein, einen Träger wie die Barmherzigen Brüder für das Krankenhaus St. Barbara zu haben.

Die heilige Barbara ist Patronin der Bergleute, da passte es, dass die Bergmannskapelle Wackersdorf zur anschließenden Richtfest-Brotzeit flott aufspielte. www.barmherzige-bauen-zukunft.de

Geschäftsführer Dr. Martin Baumann.
Geschäftsführer Martin Baumann (links) überreicht Bauleiter Johannes Messer einen „Oscar in der Sparte Rohbau“.
Der Bergannskapelle Wackersdorf spielte zum Richtfest auf.
Hoch vom Gerüst über der neuen Eingangshalle sprach Johannes Messer den Richtspruch.
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