16.07.2020 - 11:44 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nach einer Schlägerei zum Drogenentzug

"Der Mann muss in den Drogenentzug", befand die Zweite Strafkammer des Landgerichts. Für diverse Straftaten erhielt der 39-Jährige aus Schwandorf zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Parallel dazu ordneten die Richter eine Entzugsmaßnahme an.

von Autor HOUProfil

Nach einem ersten Prozess vor dem Schwandorfer Schöffengericht, bei dem zwar eine Haftstrafe verhängt, aber kein Rauschgiftentzug angeordnet wurde, kam es nun zu einer zunächst auf zwei Tage angesetzten Berufungsverhandlung vor dem Landgericht. Sie endete bereits nach dem ersten Prozesstag mit einem Urteil.

Der Angeklagte brachte zehn Vorstrafen mit. Das machte die Entscheidungsfindung nicht einfach. Zumal die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage eine größere Anzahl von Vergehen umfasste. Sie hatten sich nahezu ausnahmslos im Jahr 2018 abgespielt.

Es ging um eine Schlägerei in Regensburg, in deren Verlauf der Schwandorfer einem Kontrahenten einen wuchtigen Schlag mit der Hand ins Gesicht versetzt hatte. Ihm wurde weiter vorgeworfen, einer mit Haftbefehl gesuchten Frau in Schwandorf und auch in der Regensburger Wohnung seiner Mutter Unterschlupf gewährt zu haben. Zur Debatte stand ferner der Diebstahl eines 800 Euro kostenden Handys in Schwandorf. Auch ein Diebstahl in Schwarzach bei Nabburg wurde dem 39-Jährigen angelastet. Dort soll er aus einer Scheune einen Akkuschrauber entwendet haben.

Die Liste setzte sich fort mit einem weiteren Handydiebstahl, der in Schwandorf auf dem Volksfestplatz stattfand. In diesem Fall betrug der Beutewert nahezu 1000 Euro. Zu den Vorwürfen der Ermittlungsbehörde zählten aber auch Drogendelikte. Am Schwandorfer Bahnhof kaufte der 39-Jährige für 100 Euro eine Portion Amphetamin. Das nahm sich relativ harmlos aus gegenüber einem weiteren Vorhalt. Von März bis Mai 2018 gab er in mindestens 67 Fällen jeweils täglich kleinere Mengen der Droge Crystal Meth an ein mit ihm befreundetes Mädchen ab, das gerade erst 17 Jahre alt war.

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Hinzu kam eine Fahrt unter Drogen. Polizisten hatten den Mann im Februar 2017 in Schwandorf am Steuer eines Autos gestoppt. Sie ordneten eine Blutentnahme an und bekamen das Ergebnis: Konsumierte Amphetamine lösten erhebliche Ausfallerscheinungen aus.

Der aus Strafhaft vor das Landgericht geführte Schwandorfer kann nach dem gefällten Urteil nun in eine Drogentherapie wechseln. Sie sei notwendig, befand die unter Vorsitz von Richterin Roswitha Stöber tagende Zweite Strafkammer. Absolviert er sie erfolgreich, kann der 39-Jährige mit einer sogenannten Reststrafenbewährung rechnen.

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