14.04.2019 - 11:27 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schmerzfrei mit neuen Gelenken

Das Thema lockt die Besucher: Beim Patientenfroum steht der "künstliche Gelenkersatz" im Fokus. Etliche Interessierte kommen, um dem Vortrag von Chefarzt Dr. Horst Schneider und weiteren Experten zu lauschen.

Chefarzt Dr. Horst Schneider (Zweiter von rechts) und Leitender Oberarzt Nico Stirn (links) standen zusammen mit den Oberärzten Dr. Helge Hasselberg (Zweiter von links) und Dr. Wolter Morris (rechts) Rede und Antwort beim Patientenforum am Krankenhaus St. Barbara.

Schmerzen, Bewegungseinschränkung und schwindende Belastbarkeit von Hüfte und Knie: Diese Probleme können laut einer Pressemitteilung des Krankenhauses St. Barbara Betroffenen das Leben schwer machen. Künstlicher Gelenkersatz ist aufgrund der demografischen Entwicklung folglich ein Dauerthema in der Medizin. Dr. Horst Schneider, Chefarzt Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin, und sein Team gaben beim Patientenforum im Krankenhaus St. Barbara Experten-Rat rund um das Thema Endoprothetik - also künstlicher Gelenkersatz.

Arthrose nicht heilbar

Nicht nur in deutschen Universitäts-Kliniken, sondern auch im Krankenhaus St. Barbara werden Endoprothetik-Patienten auf höchstem medizinischem Niveau versorgt. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Horst Schneider erhielt die Hauptfachabteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin im November 2014 erstmals die Auszeichnung zum Endoprothetikzentrum. Diese Zertifizierung erhalten nur Kliniken, die Gelenkersatz-Operationen besonders häufig durchführen, sehr erfahrene Operateure einsetzen und deren Operationstechniken höchsten medizinischen Ansprüchen genügen. Als weitere Vergabekriterien nannten die beiden Hauptoperateure Dr. Horst Schneider und Leitender Oberarzt Nico Stirn eine nachweislich besonders niedrige Komplikationsrate bei Operationen, ein Höchstmaß an Patientensicherheit und eine hohe Patientenzufriedenheit.

Oberarzt Dr. Helge Hasselberg erläuterte, welche konservativen Behandlungsmethoden es bei Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk gibt. Arthrose ist bisher nicht heilbar. Ziel der nicht operativen Verfahren ist es, die Schmerzen zu lindern, das betroffene Gelenk zu entlasten und das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Häufig kommen physiotherapeutische Übungen, physikalische Therapie sowie Medikamente zur Schmerzlinderung zum Einsatz. Bei neueren Präparaten herrscht bezüglich der Wirksamkeit jedoch noch Uneinigkeit.

Einstündige Operation

Wie Endoprothesen - also Gelenkimplantate, die dauerhaft im Körper verbleiben und das geschädigte Gelenk ganz oder teilweise ersetzen - eingesetzt werden, erklärte Oberarzt Dr. Morris Wolter. Der Operationsschnitt ist durch die minimalinvasive Technik relativ kurz und gewebeschonend. Es werden keine Muskeln mehr abgelöst oder durchtrennt. Dies beschleunigt die Rehabilitation wesentlich. Und da es eine Vielzahl von langlebigen Implantaten gibt, kann für jeden Patienten ein passendes Ersatzgelenk eingesetzt werden. Die Operation dauert etwa eine Stunde. Sie kann in Vollnarkose oder auch in einer Regionalanästhesie stattfinden. Die Schmerzen nach der Operation sind meistens relativ gering und können dank eines innovativen Schmerzkonzepts gut beherrscht werden. Die physiotherapeutische Behandlung beginnt am Tag der Operation. In der Regel darf der Patient das operierte Bein sofort nach der Operation schmerzorientiert wieder voll belasten. Als häufigste Ursachen für eine notwendige Wechseloperation nannte der Leitende Oberarzt Nico Stirn neben Verrenkungen (Luxationen) und Instabilität auch septische wie aseptische Lockerungen. Zu einer septischen Lockerung kann es durch eine Spätinfektion kommen. Stirn nannte insbesondere Zahn-Infektionen sowie Blasen- oder Lungenentzündungen als Risikofaktoren.

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