Die Aktion im Zug fand im September 2018 statt. Jetzt, fast genau ein Jahr später, gab es einen Prozess vor dem Schöffengericht in Amberg. Auf Anraten seiner aus Frankfurt/Main angereisten Verteidigerin Gabriele Steck-Bromme gab der Angeklagte den Besitz der Haschischplatten zu und stellte ferner nicht in Abrede, dass bei ihm außerdem eine Art Brocken gefunden wurde, der ebenfalls aus Cannabis bestand.
Als "zwar süchtig, aber nicht abhängig", bezeichnete sich der 33-Jährige und unterstrich auf Befragen von Staatsanwältin Manuela Zeller, dass die gesamte Rauschgiftmenge ausschließlich für ihn "zum Eigenbedarf" gedacht gewesen sei. Das glaubte die Anklagevertreterin nicht so ganz. Sie stützte sich auf Ergebnisse aus einer Handyauswertung und hielt dem Mann vor, dass es da wohl Gespräche gab, bei denen Deals ausgemacht wurden. Doch das stellte der Beschuldigte in Abrede.
Im Verlauf des Prozesses wurde deutlich, dass der 33-Jährige schon im Kindesalter begonnen hatte, Drogen zu konsumieren. Später schickte man ihn nach einem Verfahren, bei dem es um versuchten Totschlag ging, in die geschlossene Psychiatrie. Dort brachte er sage und schreibe ein Jahrzehnt zu. Danach setzte sich die Sucht sehr rasch wieder bei ihm durch. Sie war offensichtlich in der Forensik nicht behandelt worden.
Für die von ihm beförderten Haschischplatten bekam der von Polizeibeamten vorgeführte Thüringer eineinhalb Jahre Haft. Parallel dazu ordnete das Schöffengericht unter Vorsitz von Markus Sand die Unterbringung in einer geschlossenen Therapieklinik an.













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