10.09.2021 - 16:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schulstart: Test-Stationen im Landkreis Schwandorf weiten Angebot aus

Corona-Tests zum Ferien-Ende, Lolli-Tests im Unterricht: Die Vorbereitungen zum Schulstart laufen. Die Teststationen von BRK und Johannitern weiten ihr Angebot aus.

Eine Schülerin in Nordrhein-Westfalen macht einen Corona-Lolli-Test, dort ist die Methode schon länger in Gebrauch. Noch im September sollen diese Tests auch an den Grund- und Förderschulen in Bayern eingesetzt werden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Zeit des "Popeltests" soll für Grundschüler noch im September vorbei sein: Ab dem neuen Schuljahr werden auch in Bayern PCR-Pools eingesetzt, um die Kinder auf eine mögliche Corona-Infektion zu überprüfen. Vor dem Schulanfang am 14. September sollen sich alle Schüler möglichst an einer Station testen lassen, um das Virus nicht in die Klassen zu tragen. Bayerisches Rotes Kreuz und Johanniter haben sich auf den möglichen Andrang eingestellt.

Rund 17000 Kinder und Jugendliche besuchen ab Dienstag wieder die Schulen im Landkreis. Das Kultusministerium fordert die Erziehungsberechtigten auf, sich vor Schulstart testen zu lassen. Die Stationen im Landkreis Schwandorf, die von Bayerischem Roten Kreuz (BRK) und den Johannitern betrieben werden, bereiten sich auf den möglichen Andrang vor, der allerdings bislang überschaubar ist. "Wir haben die Zeiten ausgedehnt und Schwarzenfeld wieder in Betrieb genommen", bestätigt der Schwarzenfelder Ortsbeauftragte der Johanniter, Andreas Kramer. "Wir wollen auch in Wackersdorf wieder aufmachen, wahrscheinlich in der Mehrzweckhalle. Außerdem haben wir die Öffnungszeiten ausgedehnt." Die sind ohnehin flexibel: Wenn auf der Buchungsseite der Teststationen ein Halbstundenblock gebucht ist, werden weitere Termine freigeschaltet. "Dann schießen wir nach", so Kramer.

Kapazitäten reichen

Die angegebenen Öffnungszeiten können sich nach hinten ausdehnen, eine Überprüfung lohnt also. "Die Schulleiter haben uns auf die Testempfehlung für Schüler hingewiesen," sagte Kramer. Am Montag gibt's deshalb zum Beispiel einen Sondertermin in Schwarzenfeld in der Sportparkhalle. Allein die Johanniter haben rund 40 ehren- und sechs hauptamtliche Mitarbeiter im Einsatz.

"Die Kapazitäten reichen aus," sagt auch der stellvertretende Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Schwandorf, Joachim Seeliger. In Hoch-Zeiten haben die Zentren im Landkreis rund 6000 Tests in der Woche bewältigt. Am Personal würde ein weiterer Ausbau ohnehin nicht scheitern: Das BRK hat rund 400 ehren- und hauptamtliche Kräfte für die Testungen ausgebildet. Pro Tag leisten etwa 3o Dienst. Seeliger verweist darauf, dass man auf sein Testergebnis nicht mehr warten muss: "Wir haben auf ein neues Verfahren umgestellt. Man bekommt das Ergebnis per Mail oder SMS, und wenn man will, auch für die Corona-Warn-App." Wer ganz ohne Möglichkeit ist, kann auf einen Ausdruck des Ergebnisses warten.

In der Woche vom 30. August bis 5. September wurden an den Stationen von BRK und Johannitern 1911 Schnelltests vorgenommen, einer war positiv. Außer den Stationen bieten auch Apotheken Tests an. Die Adressen können können auf den Seiten des Gesundheitsministeriums abgerufen werden.

Das Landratsamt und die Grundschulen bereiten sich auf die kommenden "Pool-Testungen" vor. Die Kinder müssen dann nicht mehr in der Nase stochern, sondern bekommen "Lollis". An diesen Wattestäbchen muss 30 Sekunden gelutscht werden. Das sei wesentlich einfacher für die Kinder, versprechen sich die verantwortlichen Minister Michael Piazolo (Kultus) und Klaus Holetschek (Gesundheit). Die Speichelproben einer Klasse kommen in eine Gesamtprobe, den "Pool". Der wird mit dem PCR-Verfahren getestet. Außerdem gibt jedes Kind eine Einzelprobe ("Rückstellprobe") ab. Wird der Pool negativ getestet, ist alles gut. Ist er positiv, werden die Einzelproben ausgewertet, um zu ermitteln, wer positiv ist und in Quarantäne muss. Das genaue Procedere erklärt das Kultusministerium unter www.km.bayern.de auch mit einem Video. Für Schüler an weiterführenden Schulen sind künftig drei Antigen-Schnelltests pro Woche vorgesehen.

Drei Knotenpunkte

Zweimal in der Woche werden die Pooltests erfolgen. Die Speichelproben müssen relativ schnell ins Labor, schließlich sollen die Ergebnisse des "Pools" gegen 19 Uhr am Testtag vorliegen. "Die Logistik wird von uns organisiert", bestätigte Landratsamts-Sprecher Hans Prechtl. Im Falle eine positiven Pool-Ergebnisses sollen die Ergebnisse bis zum nächsten Schultag um 6 Uhr früh vorliegen. Wer außer dem positiv getesteten Kind in Quarantäne muss, legt das Gesundheitsamt fest. Die Ergebnisse werden elektronisch übermittelt. Ziel ist, nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne schicken zu müssen und Präsenzunterricht zu gewährleisten.

"Die Testungen selbst werden vom Bayerischen Gesundheitsministerium organisiert. Hierzu liegen uns noch keine weitergehenden Informationen vor. Im Gespräch sind drei Knotenpunkte, also zentrale Analysestellen, für die Oberpfalz", sagte Prechtl auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien. Unter 12-jährige können nicht geimpft werden. Deshalb misst der Gesundheitsminister den Tests für diese Altersgruppen zentrale Bedeutung zu, um Infektionen früh zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Am Donnerstag gab Piazolo die weiteren Regeln für den Schulstart bekannt. Dazu zählt eine Maskenpflicht für die ersten Wochen. Für Grundschüler reicht ein Mund-Nase-Schutz aus Stoff, die älteren Schüler müssen mindestens eine OP-Maske tragen. Was die Quarantäne anbetrifft, solle "mit Augenmaß und Sachverstand" vorgegangen werden, so Piazolo: "Präsenzunterricht ist die Maxime."

Wieder mehr Schulanfänger im Landkreis

Schwandorf

Kultusminister zu neuen Corona-Regeln an Schulen

Bayern

Übersicht zu den Regeln zum Schulstart

München
In der Sportparkhalle in Schwarzenfeld wird seit 31. August wieder getestet.
Hintergrund:

Tests vor dem Schulstart

  • In einem Elternbrief bittet Kultusminister Miachel Piazolo alle Erziehungsberechtigten eindringlich, Kinder
    in der letzten Ferienwoche auf das Corona-Virus testen zu lassen.
  • "Am besten mit einem PCR-Test in einem Testzentrum oder auch mit einem Schnelltest
    in einer Teststation oder einer Apotheke", schreibt der Minister.
  • Die Tests sind weiterhin kostenlos.
  • "Jede Infektion, die schon vor Schulbeginn erkannt
    wird, erhöht die Sicherheit für die Mitschülerinnen und Mitschüler in den
    ersten Unterrichtstagen, verhindert Infektionen und
    Quarantäneanordnungen", so Piazolo wörtlich.

"Wir haben die Zeiten ausgedehnt und Schwarzenfeld wieder in Betrieb genommen."

Andreas Kramer, Ortsbeauftragter der Johanniter in Schwarzenfeld

Andreas Kramer, Ortsbeauftragter der Johanniter in Schwarzenfeld

 

 

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