15.09.2020 - 11:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf: Auch CWG/FDP gegen Verbrennung von AKW-Müll

Nach SPD und Grünen wendet sich nun auch die CWG/FDP gegen die Verbrennung von freigemessenem Müll aus dem AKW Grafenrheinfeld in Schwandorf.

Im Müllkraftwerk Schwandorf wird freigemessener Abfall aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld verbrannt. Das sorgt für Diskussionen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Fraktionsgemeinschaft CWG/FDP im Kreistag beantragt, ein politisches Signal gegen die Annahme von Material aus dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld zu setzen. Die CWG/FWG sehe es als "bedenklich", dass in Schwandorf die Möglichkeit der Verbrennung von "leicht radioaktivem Müll geschaffen wird", der nicht aus dem Verbandsgebiet stammt. Im Antrag wird darauf verwiesen, dass in Schweinfurt und Würzburg, "die weniger als 50 Kilometer entfernt von Grafenrheinfeld liegen", die Annahme von politischer Seite abgelehnt werde. Stattdessen werde der "leicht radioaktive Müll" nach Schwandorf transportiert. Dies solle nun eingestellt werden. Stattdessen solle sich der ZMS darauf konzentrieren, ungefährlichen Gewerbemüll von "ansässigen klein- und mittelständischen Betrieben vor Ort im Landkreis" anzunehmen, heißt es in dem Antrag der CWG/FDP an den Kreisausschuss.

Wie die SPD zielt die CWG/FDP darauf ab, dass Gewerbetreibende im vergangenen Jahr zeitweise keinen Müll anliefern konnten, weil die Abfallmengen die Kapazitäten des Kraftwerks überstiegen. Abfall aus Schweinfurth wurde indes verbrannt - wenn auch nur knapp 13 Tonnen.

ZMS nimmt Abfall aus Ohu und Grafenrheinfeld an

Schwandorf

Im Müllkraftwerk Schwandorf werden seit einigen Jahren freigemessene Abfälle aus dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld verbrannt. Freigemessen bedeutet, dass die mögliche radioaktive Belastung unter dem Grenzwert von 0,01 Millisievert liegt. Der freigemessene Abfall ist von der atomrechtlichen Überwachung befreit. Im MKW Schwandorf wird auch freigemessener Abfall aus den Isar-Atomkraftwerken nahe Ohu entsorgt. Im Gegensatz zu Grafenrheinfeld gehört der Standort Ohu bei Landshut zum Verbandsgebiet des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, ZMS.

In der Sitzung des Kreisausschusses am Montag wurde der CWG/FDP-Antrag noch nicht behandelt. Die Müll-Themen sollen im Kreisausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz, Tourismus, Sport und Kultur (KUTA) behandelt werden, hieß es zuletzt. Der tagt das nächste Mal am 12. Oktober.

Sollten die Anträge eine Mehrheit finden, könnten die Vertreter des Landkreises im ZMS aufgefordert werden, das Thema in der Verbandsversammlung auf den Tisch zu bringen und gegen eine weitere Annahme zu stimmen. Schwandorfer Verbandsräte sind MdL Joachim Hanisch, Oberbürgermeister Andreas Feller und Landrat Thomas Ebeling. Letzterer ist gleichzeitig Vorsitzender des ZMS.

SPD und Grüne gegen AKW-Abfall im Müllkraftwerk Schwandorf

Schwandorf

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