Schwandorf
25.09.2022 - 09:50 Uhr

Schwandorf: "Heimatverband der Falkenauer" löst sich auf

60 Jahre nach seiner Gründung löst sich der „Heimatverband der Falkenauer“ auf. Die Mitglieder bestimmten zwei Liquidatoren zur Abwicklung der Vereinsgeschäfte. Die Stadt Schwandorf übernimmt das Erbe.

Die "Falkenauer" gedachten am "Wastl" der Opfer von Flucht und Vertreibung. Die Bubacher Blasmusik spielte einen Trauermarsch. Bild: Hirsch
Die "Falkenauer" gedachten am "Wastl" der Opfer von Flucht und Vertreibung. Die Bubacher Blasmusik spielte einen Trauermarsch.

Die beiden Vorsitzenden Gerhard Hampl und Otto Ulsperger wurden bei der Mitgliederversammlung am Sonntag im Konrad-Max-Kunz-Saal mit der Auflösung des Vereins bis zum Ende des nächsten Jahres beauftragt. Sie sollen mit der Stadt einen Vertrag zur Übereignung des Nachlasses schließen. Der Heimatverband hat aktuell noch 294 Mitglieder und ein Vermögen von 34 500 Euro. Oberbürgermeister Andreas Feller erklärte die Bereitschaft zu Vertragsverhandlungen und verwies auf einen Beschluss des Stadtrates, das Andenken der Falkenauer bewahren und die Heimatstube erhalten zu wollen.

Das 35. Bundestreffen der Vertriebenen und Spätaussiedler begann am Sonntagfrüh mit der Kranzniederlegung am „Wastl“ in der Kreuzbergallee. Die „Blasmusik Bubach“ eröffnete die Feier mit einem Trauermarsch. Die Stadt Schwandorf stehe in der Pflicht, das Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung aufrecht zu erhalten, betonte Oberbürgermeister Andreas Feller in seiner Ansprache.

Verbandsvorsitzender Gerhard Hampl verneigte sich vor den Opfern, „die in den Todesmärschen und in den Lagern ihr Leben verloren haben“. Sie hätten „unmenschliches Leid erfahren, nur weil sie Deutsche waren“. Hampl gedachte auch derer, die wegen ihres Glaubens, ihrer Kultur und ihrer Rasse verfolgt und getötet worden seien. „Und wieder müssen Menschen ganz in unserer Nähe sterben“, machte der Vorsitzende mit Blick in die Ukraine deutlich.

Stadtpfarrer Christian Kalis verurteilte „menschenverachtende Ideologien“ und mahnte zum Ausstieg aus dem „Teufelskreis der Gewalt“ mit den Worten: „Sind wir noch ganz bei Trost, wenn wir zur Lösung von Konflikten nur noch militärische Antworten haben“. Der evangelische Geistliche Arne Langbein stellte die immer wiederkehrende Frage: „Warum lässt Gott das Leid zu“. Seine Antwort: „Er gibt dem Menschen die Freiheit“. Deshalb sei es wichtig, mit „Gott im Gespräch“ zu bleiben.

 
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