22.02.2019 - 15:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf als Kultur-Leuchtturm

Die Kreisstadt macht 2020 in Kultur. Ähnlich wie die Kulturhauptstädte Europas wird sie, in deutlich bescheidenerem Rahmen, eine Leuchturmfunktion im Grenzland Bayern-Böhmen einnehmen. Das Cebb entwickelt erste Ideen für die Kulturstadt.

Schwandorf wird im nächsten Jahr Treff- und Veranstaltungsort für Kulturschaffende und -interessierte im Grenzland sein. Ein Kulturstadt-Pavillon dient dann als bayerisch-böhmischer Anlaufpunkt.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Leiterin des CeBB (Centrum Bavaria Bohemia) in Schönsee, Veronika Hofinger, informiert am Donnerstagnachmittag den Kulturausschuss über diesen Titel und dessen Bedeutung. Erst tags zuvor ist bekannt geworden, dass das bayerische Finanz- und Heimatministerium neben Schwandorf 2020 Wunsiedel als weitere Kulturstadt Bayern-Böhmen für 2021 ausgewählt hat. Der Wunsch des CeBB sei es gewesen, so Hofinger im Sitzungssaal des Rathauses, eine mittelgroße Stadt nicht unbedingt in Grenznähe zur Kulturstadt zu küren.

Woche der Nachbarn

Umso mehr freue es sie, dass die Entscheidung für Schwandorf gefallen sei. Bereits 2017 setzte um und managte das CeBB das Projekt "Kulturregion Bayern-Böhmen" mit Zwiesel und Bayerisch-Eisenstein im Zentrum. 76 Veranstaltungen mit über 20 000 Besuchern wurden in diesem Jahr gestemmt. "Höhepunkt war die Woche der Nachbarn." Diese wird es nach den Worten Hofingers auch in Schwandorf geben.

"Sinn und Zweck ist es, das Kulturleben der jeweiligen Städte bekannter zu machen und grenzüberschreitende Kontakte zu knüpfen." Kurz gesagt: Es gibt im Sommerhalbjahr 2020 in der Kreisstadt ein umfassendes und breit angelegtes deutsch-tschechisches Veranstaltungsprogramm mit Mitwirkenden aus den sechs Grenzregionen Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Karlsbad, Pilsen und Südböhmen. Als nächsten Schritt regt Hofinger jetzt die Einbeziehung der örtlichen Kulturakteure an, um in zwei Workshops Ideen zu entwickeln.

Parallel dazu werde man sich auf die Suche nach Ort und Zeitraum für die "Woche der Nachbarn" machen und die Veranstaltungen des Nordgautages als weitere Bereicherung einbinden. "Das meiste wird vor Ort veranstaltet. Das CeBB tritt weniger als Veranstalter auf." Es stellt sein Knowhow zur Verfügung. Sebastian Lesnák, Projekt- und Programmmanger im Cebb, wird Hauptansprechpartner für die Schwandorfer sein. Anlauf- und Informationspunkt für alle Kulturinteressierten soll im nächsten Sommerhalbjahr ein Kulturstadt-Pavillon werden.

Als einzigen Wermutstropfen bezeichnet Hofinger auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, dass es kein Pendant, also keine Kulturstadt, jenseits der Grenze gebe. Das liege aber daran, dass das bayerische Finanzministerium dieses Projekt zu 90 Prozent finanziere, 10 Prozent steuere der Verein Bohemia-Bavaria bei. Das Ministerium könne aber nicht eine tschechische Stadt fördern. Hofinger hofft, dass die Idee auf tschechischer Seite fortgesetzt wird und über 2021 hinaus weiterlebt. Schwandorf ist seit Jahrzehnten mit dem früheren Falkenau eng verbandelt und hat gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit Sokolov (Falkenau) Städtepartnerschaft geschlossen.

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