04.01.2022 - 09:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

In Schwandorf: Menschenrechte aus Künstlersicht

"Menschenrechte müssen von uns allen verteidigt werden," betont die Künstlerin Barbara Wilmers-Hillenbrand. Auf ihre Initiative geht ein großes Kunstprojekt zurück, das seit einiger Zeit öffentlich in Schwandorf zu sehen ist.

In Schwandorf haben die Ausstellung das Kulturamt und der Jugendtreff „K3“ mit dem Verein „Pictures for the Human Rights“ und der Amnesty International-Ortsgruppe Schwandorf organisiert. Sie ist bis 10. Januar zu sehen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Künstlerinnen und Künstler vieler Nationen interpretierten die 30 Artikel der UNO-Menschenrechtskonvention in ihrer eigenen Bildsprache. Alle Kunstwerke wurden anschließend auf Planen gedruckt und auf Bauzäunen ausgestellt. Diese Schau fand ihre Auftaktveranstaltung auf dem Platz der Grundrechte in Karlsruhe. "Ein voller Erfolg", freuten sich die Veranstalter. Im Juni 2021 wurde die Ausstellung zusammen mit der Stadt Regensburg, Amnesty International und der Organisation Soroptimist International im Thon-Dittmer-Palais das erste Mal vollständig mit allen 30 Artikeln gezeigt. Im Herbst zog sie weiter nach Weiden und in dessen Partnerstadt Annaberg-Buchholz. Jetzt ist ist sie seit einigen Wochen in Schwandorf zu sehen. Weitere internationale Standorte sind in Vorbereitung.

Getragen wird die Aktion von dem eigens geründeten Verein Pictures for the Human Rights. Er wurde von Kunstschaffenden und Kunstunterstützenden gegründet, um die Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wieder mehr in das Bewusstsein zu bringen. Im Jahr 2019 fiel der Startschuss für das ambitionierte Vorhaben. Malerin Barbara Wilmers-Hillenbrand schwebte "politische Kunst" vor. Sie wollte mit den Werken aber nicht gegen jemanden Partei ergreifen, sondern für etwas – und zwar für die unveräußerlichen Rechte der Menschen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt sind.

Am bekanntesten ist wohl der Artikel 1, in dem es um Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geht. Er lautet so: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Diesen Artikel hat Barbara Wilmers-Hillenbrand in ein Gemälde umgesetzt. In der Folge fand sie weitere 29 Künstler aus der ganzen Welt, die sich die anderen Artikel vornahmen und künstlerisch interpretierten.

Jeder Künstler war frei in der Gestaltung seines Themas, nur die Bildmaße waren vorgegeben - 80 mal 80 Zentimeter. „Man muss später nicht immer die Originale auf Reise schicken,“ hat sich die Künstlerin überlegt. Es wurden also alle Werke gescannt, so dass man immer drei auf eine Folie drucken konnte.. Diese insgesamt zehn Folien wurden dann an Bauzäunen befestigen, „und so bringen wir die Menschenrechte auf die Straße“.

Die erste Künstlerin, die sich an dem Projekt beteiligt und ein Original beigesteuert hat, war Martina Leithenmayr, die in Kohlberg (Landkreis Neustadt/WN) unter dem Namen Marthe eine Kunstwerkstatt und in Regensburg eine Galerie unterhält.

"Ich möchte mit den Werken in die UNO", sagt Barbara Wilmers-Hillenbrand.

Regensburg
Hintergrund:

Ziele der Ausstellung

  • Vor über siebzig Jahren habe sich die Menschheit zusammengesetzt, um Regeln für eine gute Gemeinschaft zu formulieren. "Wir richten den Fokus wieder auf diese dreißig Artikel", so die Veranstalter.
  • Künstler erheben in der Ausstellung ihre Stimmen "für die menschliche Würde und die unveräußerlichen Menschenrechte als Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt".
  • Mit der "allgemeinverständlichen Sprache der Kunst" sollen Menschen erreicht und berührt werden. (Quelle: Verein Pictures for the Human Rights e.V.)
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