19.11.2019 - 12:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf: Wieder Streit um Wohncontainer

In diesem Punkt wird sich der Schwandorfer Stadtrat nicht einig: CSU, UW und ÖDP halten Wohncontainer für adäquate Notlösungen für Obdachlose. SPD und FW halten dagegen.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Stadt schafft drei zusätzliche Wohncontainer für Obdachlose an. Sie sollen an der Werthstraße aufgestellt werden. Dort werden derzeit bereits sechs solche Container errichtet.

Der Hauptausschuss billigte den Kauf weiterer Container gegen die Stimmen von SPD und Freien Wählern. Beide Fraktionen hatten sich bereits im Dezember 2017 dagegen ausgesprochen, Obdachlose in Containern unterzubringen. Vielmehr solle sich die Stadt darum bemühen, ihre eigenen Wohnungen auf Vordermann zu bringen. Die Stadt habe seit 2017 Zeit gehabt, dafür zu sorgen, sagte Bürgermeisterin Ulrike Roidl (SPD). "Wir brauchen andere Möglichkeiten, um die Betroffenen menschenwürdig unterzubringen", sagte Roidl.

Die Containerlösung sei sehr wohl menschenwürdig, wehrte sich Andreas Wopperer (CSU) gegen den unterschwelligen Vorwurf, schließlich dienten Container landauf- landab auf Baustellen als Unterkunft. Sie verfügten über eine "gehobene Ausstattung" ergänzte Oberbürgermeister Andreas Feller Feller. Wopperer plädierte für den Kauf, die Container seien eine adäquate und gute Lösung für die kurzzeitige Unterbringung. "Der Bedarf ist ja da", sagte er.

Den hatte Katharina Elsing von der Verwaltung aufgezeigt. Besonders Wohnungsräumungen nähmen zu, erläuterte sie und verwies 24 Zwangsräumungen bis dato in diesem Jahr. Die Unterbringung erfolge derzeit noch in städtischen Wohnungen. Die Unterbringung in Pensionen sei kaum mehr möglich. Aktuell stünden zwar noch zwei Wohnungen zur Verfügung, das sei aber zu knapp. Zumal absehbar sei, dass die Unterkunft an der Gebrüder-Grimm-Straße abgerissen werde, um dort Sozialwohnungen zu bauen. Die drei zusätzlichen Container kosten rund 90000 Euro.

Dieter Jäger (FW) sprach sich ebenfalls gegen die Container-Lösung aus. Als Polizeibeamter regte er an, eine Räumlichkeit freizuhalten, auf die die Polizei im Notfall auch nachts Zugriff habe. Kurt Mieschala (UW) unterstützte den Vorschlag der Verwaltung, ebenso Alfred Damm (ÖDP), allerdings nur "als letztes Mittel". Die städtischen Wohnungen seien in Ordnung und vermietet, sagte OB Feller. Die Container-Notlösung sei notwendig.

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