25.06.2020 - 14:45 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorfs Bürgermeisterin: Online-Infos zu Bahnstrom genügen nicht

Gleich zwei geplanten Bahnstrom-Trassen führen durchs Schwandorfer Stadtgebiet. Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf stellt deshalb konkrete Forderungen an die Bahn.

Die Bahn müsse auch für Präsenz-Infoveranstaltungen sorgen, sagt Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf. Die Beteiligung alleine über Online-Formate genüge nicht.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Von Wernberg über Schwandorf bis Regensburg, von Irrenlohe nach Amberg: Gleich zwei Leitungstrassen für Bahnstrom laufen über das Gebiet der Großen Kreisstadt. Dass sie für die Elektrifizierung der Bahnstrecken nötig sind, stellt Martina Englhardt-Kopf nicht infrage. Allerdings sei dringend die Einbindung der Bürger nötig. Und das nicht nur online.

Die Elektrifizierung der Bahnstrecken Hof-Regensburg und Nürnberg-Prag biete für die Stadt große Chancen, sagte Englhardt-Kopf bei einem Pressetermin am Donnerstag im Rathaus. Nicht nur der Güter-, sondern auch der Personennah- und Fernverkehr auf der Schiene werde profitieren. Der Ausbau des Schwandorfer Bahnhofs sei ebenfalls schon lange Forderung der Politik, ebenso der Lärmschutz. Allerdings: Die nötigen Stromtrassen werden auch neue Betroffenheiten schaffen. Diese zu minimieren, sei auch Ziel im Rathaus. Dazu gehöre, die Bürger einzubinden.

Wer allerdings kein Internet hat oder damit nicht umgehen kann, für den ist der Informationszug derzeit abgefahren, was die Leitungsentwürfe der Bahn angeht. Sie folgen von Schwarzenfeld kommend teils dem geplanten Ostbayernring bis etwa Irrenlohe, dann der Trasse des Süd-Ost-Links. Informationen zu den Entwürfen, aber auch Info-Veranstaltungen dazu werden derzeit Corona-bedingt nur online angeboten. "Das reicht nicht", sagte Englhardt-Kopf. Die Bahn müsse auch Präsenz-Veranstaltungen anbieten, "damit sich alle Bürger einbringen können".

Der Stadtrat werde möglichst bald zu dem Thema informiert, sagte die Bürgermeisterin. Bahn-Vertreter sollen dem Gremium das Vorhaben vorstellen. Auch wenn derzeit erst die Vorbereitungen laufen, und noch kein Behörden-Verfahren. "Wir sind noch lange vor der Raumordnung", sagte Peter Habermeier, im Rathaus zuständig für Stromtrassen. Er bietet sich als Mittelsmann für die Bürger an, die Fragen zu den Trassen haben. Er ist unter 09431/45-263, Fax 45-275 oder Mail (habermeier.peter[at]schwandorf[dot]de) zu erreichen.

Stadtrat informieren

Was den Trassenverlauf angeht, "darf es keine Denkverbote geben", sagte Englhardt-Kopf. Eine Bündelung mit der Autobahn etwa, oder auch die Erdverkabelung. Die lehnt die Bahn aus technischen Gründen zwar ab, wie sich aus ersten Online-Informationsveranstaltungen ergibt. Es dürfte jedoch im Zuge der Planungen schwer zu erklären sein, warum die Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link mit hohem Aufwand eingegraben wird, dann aber auf der gleichen Trasse eine Freileitung für die Bahn errichtet würde.

"Keine Denkverbote"

Hintergrund:

Beteiligung Online

Wegen der geltenden Corona-Beschränkungen bietet die Deutsche Bahn Informationsveranstaltungen zur Bahnstromtrasse derzeit online an. Ein erster Termin, der Schwandorf betrifft, war bereits am Dienstag. Das Video dazu finden sich im Netz unter www.bahnstrom-nordortbayern.deunter der Rubrik "Dialog", "Online-Infotermine". Dort können sich Interessenten auch in die Video-Veranstaltung einklinken, die am Dienstag, 30. Juni, um 18 Uhrbeginnt. Dann wird der Bahnausbau und die Bahnstromversorgung für den Bereich Wernberg-Schwandorf-Regensburg vorgestellt. Die Info-Veranstaltungen sind dem offiziellen, behördlichen Verfahren vorgeschaltet. (Ch)

Bündelung schwierig

Schwandorf

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