06.12.2019 - 18:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schweineschnitzel werden teurer

Die Schweinepest in China lässt in Deutschland die Preise von Wurst und Schnitzel in die Höhe schnellen. Der Schwandorfer Obermeister Ernst Maler befürchtet, dass Schweinefleisch 2020 noch teurer werden könnte.

Der Preis für Wurst und Schweinefleisch ist stark gestiegen. Das bestätigen auch die Metzger-Innungen in der Oberpfalz.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Durch die größere chinesische Nachfrage auf dem Weltmarkt seien die Preise für Schweinefleisch im September 2019 um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, berichtete Thomas Els von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft in Bonn. "Das ist nicht mehr im Centbereich zu händeln", sagt Ernst Maler. Um 60 bis 65 Cent sei der Kilopreis inzwischen angestiegen, so der Obermeister der Metzger-Innung in Schwandorf.

"Wir können die Preise nicht schlagartig anheben", sagt Herbert Thiem. "Die meisten Metzger trauen sich gar nicht, die Preise zu erhöhen, weil sie die Kunden nicht verlieren wollen", erläutert der Obermeister der Metzger-Innung Tirschenreuth/Kemnath. Über die Situation der Metzger will Thiem nicht jammern. In ein paar Monaten könnte Schweinefleisch auch wieder billiger sein, gibt er zu Bedenken. "Wir werben weiter darum, dass trotz dieser Preissituation handwerklich hochqualitative Produkte aus der Region gekauft werden", teilt Obermeister Daniel Hirsch von der Metzger-Innung Amberg-Sulzbach mit.

Preise seit dem Sommer gestiegen

Seit dem Sommer haben laut Els die höheren Erzeugerpreise auch auf die Kosten für die Konsumenten durchgeschlagen. Das Kilogramm Schweinehack habe im Preis von 5,38 Euro im September 2018 auf 5,81 Euro zugelegt. Das Kilogramm Schnitzel stieg im Durchschnitt im Vergleichszeitraum von 7,10 Euro auf 7,39 Euro in diesem September. Ähnlich kletterte der Schweinebraten von 5,60 Euro auf 6,18 Euro. Die Nachfrage sei nach ersten Erhebungen der Fleischerverbände aber noch nicht zurückgegangen, teilt die Metzger-Innung Schwandorf mit.

Die höheren Preise belasten die Metzger und stellen sie vor Herausforderungen. "Durch die regionale Versorgung zahlt ein Handwerksmetzger ohnehin schon meist höhere Einkaufspreise als die industriellen Verarbeiter. Die Preissprünge belasten das Handwerk in diesem Segment also besonders stark", erklärt die Metzger-Innung Schwandorf in einer Pressemitteilung. Die Metzger müssen mehr Geld an den Schlachtlieferanten oder an Ferkelerzeuger, die selbst schlachten, bezahlen, ergänzt Maler. Er befürchtet jedoch, dass der Preis 2020 noch weiter steigt - wenn etwa die afrikanische Schweinepest aus dem Osten bis nach Deutschland vorrückt, die hiesigen Tiere anstecken könnte und kaum mehr geschlachtet werden dürfe. "Das wäre fatal für die Verbraucher und auch für die Metzger. Ich glaube, dass dann auch kein Supermarkt mithalten kann", so der Schwandorfer Obermeister.

Gut für Erzeuger

Was die Verbraucher ärgert, sind gute Nachrichten für deutsche Schweinemäster. Die hohe Nachfrage nach Schweinefleisch aus Europa hat den Schlachtpreis von fast durchgängig 1,50 Euro im vergangenen Jahr seit dem Frühjahr auf 1,85 Euro pro Kilogramm steigen lassen, wie Matthias Quaing, Marktexperte bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) im niedersächsischen Damme, berichtete. Neben den USA wollen auch brasilianische Exporteure von der China-Nachfrage profitieren. Insofern nehmen die deutschen Landwirte das momentane Preis-Hoch gerne mit. "Die Schweinehalter wissen aber auch, dass es in ein, zwei Jahren wieder ganz anders sein kann", sagte Quaing.

Rindfleisch und Geflügel sind von der Preissteigerung allerdings nicht betroffen, sagt Thiem. Der Schwandorfer Obermeister Maler weist aber darauf hin, dass grundsätzlich jedes Fleisch vor Weihnachten etwas teurer ist als sonst. (esa/dpa)

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