27.02.2020 - 17:45 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sechs Kandidaten für den Rathaus-Chefsessel

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Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) muss sich bei der Kommunalwahl am 15. März fünf Herausforderern stellen. Auch 2014 hatten sich sechs Kandidaten um die Nachfolge von Alt-OB Helmut Hey (SPD) beworben.

Andreas Feller (CSU) kandidiert für eine weitere Amtszeit als Oberbürgermeister.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Nach dem ersten Wahlgang im Jahr 2014 hatte Andreas Feller (CSU) noch knapp hinter Ulrike Roidl (SPD) gelegen. Die Stichwahl gegen die aktuelle Zweite Bürgermeisterin entschied Feller dann mit 51,8 Prozent (428 Stimmen Vorsprung) für sich. Zwei aktuelle Herausforderer kandidierten schon 2014: Kurt Mieschala (UW) erreichte 16,1, Marion Juniec-Möller (Grüne) kam auf 3,5 Prozent der Stimmen. Dieter Jäger war für die FW angetreten und fuhr 12,9 Prozent der Stimmen ein, Alfred Damm für die ÖDP 4,5 Prozent. Die ÖDP nominierte für diese Oberbürgermeisterwahlen keinen Kandidaten. Die Redaktion der Oberpfalz-Medien hat den zwei Damen und vier Herren, die sich in diesem Jahr um das Amt bewerben, jeweils zehn Fragen gestellt. Ihre Antworten sind hier zu lesen.

ONETZ: Name, Alter, Familienstand, Beruf

Feller: Andreas Feller, 51 Jahre, verheiratet, Oberbürgermeister.

Frankerl: Karin Frankerl, 54 Jahre, verheiratet, Verwaltungsfachangestellte

Mieschala: Kurt Mieschala, 51 Jahre, ledig, Rechtsanwalt

Eraslan: Ferdi Eraslan, 36 Jahre, verheiratet, Facharbeiter Elektrotechnik

Juniec-Möller: Marion Juniec-Möller, 55 Jahre, verheiratet, Finanzbeamtin und Personalratsvorsitzende

Mixl: Reinhard Mixl, 59 Jahre, ledig, Diplom-Betriebswirt, Wirtschaftsberater

ONETZ: Braucht die Stadt eine neue Frau/einen neuen Mann an der Spitze?

Feller: Nein. Schwandorf steht gut da, warum das ändern? Bei den Zukunftsthemen, wie Ganzjahresbad, Verkehrsentwicklung, wirtschaftliches Wachstum, soziale und kulturelle Entwicklung möchte ich weiter den Takt vorgeben

Frankerl: Auf jeden Fall, deshalb kandidiere ich ja – #schwandorfkannmehr

Mieschala: Ja, weil jetzt die Zeit und Umstände es nötig machen und erfordern. Die Komplexität und Anforderungen an einen OB sind viel anspruchsvoller und intensiver geworden als es früher war.

Eraslan: Ja, für eine transparente bürgernahe Politik.

Juniec-Möller: Es ist Zeit für eine konsequent ökologische Politik im Rathaus. Wir alle spüren bereits heute die Auswirkungen des Klimawandels und müssen alles tun um seine Folgen zu begrenzen.

Mixl: Ja sicher, nichts ist beständiger als der Wandel und Schwandorf muss sein Potenzial endlich ausschöpfen können und aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.

Karin Frankerl möchte für die SPD den Chefsessel im Schwandorfer Rathaus erobern.

ONETZ: Warum kandidieren Sie?

Feller: Meine Politik möchte ich mit einer starken CSU-Fraktion erfolgreich weiterführen. Schwandorf soll auch noch für die nächsten Generationen eine Heimat mit Zukunft sein. Das liegt mir am Herzen!

Frankerl: Weil mir das Wohl der Stadt, der Menschen, die hier leben, sehr wichtig ist. Schwandorf ist meine Heimat.

Mieschala: Weil mir die Stadt am Herzen liegt. Ich bin mir der vielen Aufgaben des Amtes sehr wohl bewusst, sehe einen großen Handlungsbedarf und möchte Verantwortung übernehmen.

Eraslan: Um der Gesellschaft etwas zurück zugeben.

Juniec-Möller: Eine Politik, die die Lebensgrundlagen erhält und den Menschen in den Mittelpunkt stellt ist mein Ziel. Dieses Ziel möchte ich mit soviel Bürgerbeteiligung wie möglich umsetzen.

Mixl: Ich setze mich ganzer Kraft dafür ein, unsere Heimat im Geist von Freiheit und Demokratie grundlegend zu erneuern. Die Stadt Schwandorf muss ihre lokalen Aufgaben selbst und eigenverantwortlich erfüllen können.

ONETZ: Was unterscheidet Sie von Ihren Gegenkandidaten?

Feller: Ich habe eigene Ideen, die ich zielstrebig und nachhaltig umsetzen möchte. Nach sechs Jahren Erfahrung als OB finden Sie bei mir nicht einfach nur Schlagworte. Sehr viel von dem, was vor sechs Jahren in meinem Wahlprogramm stand ist fertig oder angestoßen.

Frankerl: Durch meine 30-jährige Verwaltungserfahrung habe ich die Kompetenz, Schwandorf zu lenken und leiten. Ich habe die Power, die Ideen umzusetzen und stehe für ein lebendiges modernes weltoffenes Schwandorf.

Mieschala: In meinem Beruf setze ich mich für die Interessen und Rechte meiner Mandanten ein. Daher habe ich die besten Voraussetzungen, mich auch für die Belange der Stadt und ihrer Bürger einzusetzen.

Eraslan: Jung, dynamisch, kontaktfreudig und Kontaktpflege.

Juniec-Möller: Seit Jahrzehnten engagiere ich mich für eine intakte Umwelt, artgerechte Tierhaltung und eine freie Gesellschaft ohne Hass, Hetze und Ausgrenzung und für eine lebenswerte Zukunft für alle.

Mixl: Vorweg: Ich verspreche nichts, was nicht zu halten ist! Durch meinen Beruf beschäftige ich mich mit überwiegend mit Finanzen, so dass mir die finanziell gut aufgestellte Stadt sehr wichtig ist. Es muss wieder effizient gewirtschaftet werden, um in die Zukunft investieren zu können.

Für die Unabhängigen Wähler kandidiert Kurt Mieschala für das Amt des Oberbürgermeisters.

ONETZ: Wie wollen Sie die Stadt weiterentwickeln?

Feller: Ich möchte mit Augenmaß, Weitblick und Fingerspitzengefühl die Themen angehen. Wichtig ist es für mich, alle Mitbürger mitzunehmen und weiter transparent zu arbeiten.

Frankerl: Zusammen mit den Bürgern, mit dem Ausbau der erforderlichen Infrastruktur, von Kindergärten und Schulen bis zu Radwegen und schnellem Internet.

Mieschala: Mit Neubaugebieten in der Kernstadt und den Ortsteilen; attraktiver Wirtschaftsstandort für bestehenden Betriebe und Neuansiedlungen; Gesamtkonzept für Kindergärten und -krippen sowie Grund- und Mittelschulen.

Eraslan: Mit einer starken Wirtschaft und Infrastruktur (Wege, Straßen).

Juniec-Möller: Zu einer ökologischen sozialen familienfreundlichen Stadt. Gemeinsam mit Jugendbeirat, einem neu zu gründenden Behindertenbeirat und einer aktiven Bürgergesellschaft Schwandorfs Potenzial ausbauen.

Mixl: Das Ziel ist: Neuansiedlung von Unternehmen und Betrieben, Förderung von Existenz- und Unternehmensgründungen, Bürokratieabbau und schlanke Verwaltung, kurze Entscheidungswege in der Stadtverwaltung für die Unternehmen.

ONETZ: Wo besteht der dringendste Handlungsbedarf?

Feller: Unsere Stadt ist in Bewegung und im Wachsen und die Themen sind somit vielfältig. Neben der Innenstadtentwicklung sind auch die einzelnen Stadtteile wichtig, denn wir alle zusammen sind Schwandorf.

Frankerl: Es muss eine Lösung für die Friedrich-Ebert-Straße gefunden werden; der Ideenwettbewerb für das Schmidtbräu-Gelände; die Verbesserung des ÖPNV und die Gründung einer Wohnbaugesellschaft.

Mieschala: Beim Verkehr, bei einer Innenstadt mit gutem Waren- und Dienstleistungsangebot, Stadt als attraktiver Arbeitgeber mit leistungsfähigen Verwaltung und bei den Stromtrassen Ostbayernring und Süd-Ost-Link.

Eraslan: In kleinen Themen – zum Beispiel Kindergartenanmeldeplätze – zentralisieren.

Juniec-Möller: Bis zur Fertigstellung der beiden neuen Kinderhäuser gilt es, gute Übergangslösungen zu schaffen, damit allen Eltern ein Betreuungsplatz angeboten werden kann. Die Sanierung und Erweiterung der Hauptschulen.

Mixl: Schnelle Bau-Genehmigung – Schneller bauen. Der Zeit- und Geldaufwand für Baugenehmigungen ist seit langem zu hoch. Wir wollen die Gesamtdauer von Baugenehmigungen deutlich beschleunigen und die Durchführung vereinfachen.

Ferdi Eraslan bewirbt sich auf der Liste der Freien Wähler für das Oberbürgermeister-Amt.

ONETZ: Nennen Sie Ziele, die Sie in Ihrer Amtszeit gerne verwirklichen würden.

Feller: Kinderbetreuungsangebot weiter verbessern, Schulentwicklungskonzept umsetzen, Schmidt-Bräu Gelände entwickeln, Schrottimmobilien erwerben, Bahngelände entwickeln, Barrierefreiheit in der gesamten Stadt umsetzen.

Frankerl: Beseitigung der Leerstände in der Innenstadt, die Aufwertung des Stadtparks; Anpassung des ÖPNV an die Bedürfnisse der Bürger.

Mieschala: Entfernung des Schandflecks Meierhofer-Anwesen, Entwicklung des Schmidt-Bräu-Geländes, erneuerbare Energien durchdacht ausbauen, Inbetriebnahme der Wasserräder.

Eraslan: Autobahnausfahrt zwischen SAD-Mitte und SAD-Klardorf.

Juniec-Möller: Ein sicheres Radwegenetz, ein attraktiver ÖPNV, der die Stadtteile gut anbindet, eine barrierefreie Fußgängerzone vom Hottner- bis zum Rainereck. Der Stadtpark ist nun ein attraktiver Familienpark.

Mixl: Meine Ziele sind weiter die Verbesserung der Sicherheitslage in der Stadt, eine solide Finanzpolitik, und der Vorrang der Interessen der schon länger hier lebenden Menschen vor den Interessen von Asylbewerbern und vorübergehend Aufenthaltsberechtigten.

ONETZ: Was soll auf dem Schmidt-Bräu-Gelände realisiert werden?

Feller: Trotz der zentralen Lage in der Kernstadt ist das Gelände baulich und finanziell herausfordernd. Ein gutes Konzept für Wohnen kann ich mir vorstellen. Es sind realistische Planungen gefragt und keine Fantasien.

Frankerl: Ich will Leben auf das Schmidtbräu-Gelände bringen, am besten mit einer gemischten privaten und öffentlichen Nutzung.

Mieschala: Wohnen eventuell in Kombination mit altenbetreutem Wohnen – auch als Mehrgenerationenhaus. Wünschenswert wäre ein kleiner Supermarkt im Herzen der Stadt.

Eraslan: Wohnungbau

Juniec-Möller: Auf dem Schmidtbräu-Felände soll ein Mehrgenerationenhaus mit Musikschule und Bücherei entstehen. Ein Begegnungszentrum für alle Schwandorfer mit offenem Seniorentreff, Spielcafe, Reperaturcafe und vieles mehr.

Mixl: Wohnungen und Gewerbeeinheiten

Kandidatin von Bündnis90/Die Grünen: Marion Juniec-Möller.

ONETZ: Soll sich die Stadt künftig selbst verstärkt im sozialen Wohnungsbau engagieren?

Feller: Ja. 72 Wohnungen sind im Besitz der Stadt, derzeit baut die Stadt 12 Sozialwohnungen, mehr ist geplant. Das ist vor meiner Amtszeit nicht passiert. Im Gegenteil, die Stadt hatte noch Wohnraum abgerissen.

Frankerl: Auf jeden Fall! Wir, die SPD, sind für die Gründung einer städtischen Wohnbau-Gesellschaft.

Mieschala: Ja, bei die Ausweisung von Baugebieten sowie Renovierung städtischer Immobilien. Nein, wenn es darum geht, das wir selber bauen. Private können billiger und dabei höherwertiger bauen.

Eraslan: Ja – und städtische Grundstücke direkt an Familien anbieten.

Juniec-Möller: Ja, mit einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft können wir leerstehende Immobilien erwerben und renovieren. So können preiswerten Sozialwohnungen geschaffen und gleichzeitig Leerstände verringert werden.

Mixl: Soziales Bauen ist Verpflichtung – kostengünstig bauen ist sozial. Für Personen mit geringem Einkommen werden Mieten inzwischen zum Armutsrisiko. Erschwert wird die Situation dadurch, dass die öffentliche Hand Sozialwohnungen im großen Stil privatisiert hat und „Flüchtlinge“ oftmals bei der Wohnungssuche bevorzugt.

ONETZ: Was sind Ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen?

Feller: Ich bin nahezu sieben Tage die Woche für meine Heimatstadt Schwandorf unterwegs. Da ist Freizeit Mangelware. Gerne bin ich mit meiner Frau unterwegs, fahre mit meinem Motorrad, koche gerne und engagiere mich ehrenamtlich beim THW.

Frankerl: Durch den Wald laufen und die Natur genießen, Kulturveranstaltungen besuchen und mit Freunden ausgehen.

Mieschala: Kochen und grillen, Sport, Spazieren gehen, mit Freunden treffen und sich konstruktiv austauschen, Politik, Veranstaltungen aus dem vielfältige Kulturangebot unserer Stadt besuchen.

Eraslan: Arbeiten und Politik sowie Vereinsleben (Fußball).

Juniec-Möller: Ich bewege mich gerne in der freien Natur und genieße es, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Gerne besuche ich Livekonzerte und bin Fan unseres Kulturkellers.

Mixl: Mit meinen beiden Töchtern und meiner Frau genieße ich die wenige Freizeit, die ich habe. Auch fahre ich leidenschaftlich gerne Motorrad.

Reinhard Mixl geht für die AfD in das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters.
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