12.07.2018 - 18:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sicheres Leben im Landkreis

Die Bewohner des Landkreises leben sicher. Objektiv gesehen auf jeden Fall, denn die Straftaten sind 2017 gesunken. Deutlich zurück gehen die Wohnungseinbrüche. Aber in manchen Bereichen gibt es Steigerungen.

Diese Bilder werden seltener. Die Zahl der Motorradunfälle ging 2017 zurück ebenso die Zahl der Verletzten und Toten.

(ihl) Landrat Thomas Ebeling spricht von einem "Hochamt der Sicherheitsbehörden". Er meint damit das Gespräch mit Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Stellvertreter Thomas Schöniger, Kripo, Verkehrspolizei sowie den Leitern der Polizeiinspektionen im Landkreis. Und er sagt am Donnerstag im Landratsamt, ohne den Fachleuten vorgreifen zu wollen: "Im Landkreis lebt es sich sicher, wie in den vergangenen Jahren und vermutlich auch in den nächsten Jahren."

Mehr geklärte Fälle

Der Polizeipräsident untermauert dies mit Zahlen. Die Straftaten sinken 2017 leicht auf 5501 (2016: 5516). Die Aufklärungsquote steigt leicht auf 67,4 Prozent. Eine gute Nachricht für das subjektive Sicherheitsgefühl hat Mahlmeister bei den Wohnungseinbrüchen parat: 39 Fälle nimmt die Polizei auf, 2016 sind es 58. Umgerechnet in die für Statistiker relevante Häufigkeitszahl liegt diese im Landkreis bei 27, in Bayern bei 47 und in Nordrhein-Westfalen bei 218.

Nicht zufrieden ist der ranghöchste Polizeibeamte der Oberpfalz allerdings mit der Aufklärungsquote von 22 Prozent. Er wünscht sich deshalb auch, dass Bürger ihr Heim besser schützen, zum Beispiel mit Schlössern. Hier spürt er deutlich Luft nach oben, denn einem Drittel gescheiterter stehen zwei Drittel tatsächliche Einbrüche gegenüber. "Ist die Zahl der Versuche höher, ist das ein Indiz für gute Sicherungsmaßnahmen."

Die gestiegene Zahl der Rauschgiftdelikte ist Mahlmeister zufolge der intensiven Ermittlungsarbeit geschuldet. Einen Drogentoten führt die Statistik für den Landkreis auf. Deutlich mehr wird 2017 (705 Fälle) im Vergleich zu 2016 (664 Fälle) kaputt gemacht. Auch die Straßenkriminalität legt zu und wiederum vor allem bei Sachbeschädigungen an Autos. Zuwanderer werden 2017 seltener aktenkundig als noch 2016. 261 Fälle sind es. Fast 200 davon betreffen Schwandorf. PI-Leiter Armin Kott überrascht das nicht. Es gebe in der Kreisstadt mehrere Asylunterkünfte und die meisten Geschäfte. Allerdings betreffe der Großteil der angezeigten Delikte Körperverletzungen und Beleidigungen untereinander sowie innerfamiliäre Konflikte. "Das wirkt sich nicht auf die deutsche Bevölkerung aus." Mahlmeister ergänzt vor der Unfallstatistik "zur objektiv sehr guten Sicherheitslage": "Ich hoffe, sie spiegelt sich im subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wieder."

Hohe Dunkelziffer

Gekracht hat es 2017 (4899 Unfälle) etwas öfter als 2016 (4888). Doch der Vertreter des Polizeipräsidenten Thomas Schöniger macht einen erfreulichen Aspekt aus. Die Zahl der Verkehrstoten verringert sich auf 9 (2016: 15). Kein Mensch muss im Landkreis sterben, weil sich einer betrunken ans Steuer setzt. "Eine ganze Menge" nennt Schöniger allerdings die 254 Alkoholfahrten. Bier, Wein und Hochprozentiges ist auch die Ursache für 55 Unfälle (2016: 75).

Ebenfalls ans Tageslicht kommen 174 Drogenfahrten. Die Dunkelziffer liege wesentlich höher. Gerne berichtet Schöniger Folgendes: Unfälle mit Motorrädern reduzieren sich spürbar. Sterben 2016 noch vier Menschen ist es 2017 einer. 59 werden verletzt, 2016 sind es 85. Die Arbeit der präventiven Kontrollgruppe trage Früchte.

Die Nummer 110:

"Die 110 ist keine verbotene Nummer." Mit diesen Worten appelliert Polizeipräsident Gerold Mahlmeister an die Bevölkerung keine Scheu zu zeigen, die Polizei zu verständigen. Ganz gleich, ob es sich um verdächtige Fahrzeuge in einer Wohnstraße handelt oder zum Beispiel das Beobachten einer Unfallflucht. Während jeder Bürger die 110 wählen kann, ist sie für die Beamten tabu. Das heißt: Die Polizei ruft nieunter der 110 bei einem Bürger an. Erscheint diese Nummer auf dem Display, ist der Anrufer ein Betrüger. Opfer dieser Falschen-Polizisten-Masche werden meist vereinsamte Menschen. Über soziale Medien versucht die Polizei junge Menschen zu sensibilisieren, mit ihren Eltern oder Großeltern in Verbindung zu bleiben. (ihl)

Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (Dritter von rechts), Vertreter aus dem Polizeipräsidium, von Kripo und Verkehrspolizei sowie die Leiter der Inspektionen im Landkreis sprachen mit Landrat Thomas Ebeling (Vierter von rechts) und Sabine Riepl von derAbteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt (Zweite von rechts) die Straftaten, die Verkehrsunfälle und die daraus folgende Sicherheitslage.

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