Schwandorf
Update 18.11.2020 - 17:48 Uhr

In sieben Tagen 395 Corona-Fälle im Landkreis Schwandorf

Das Landratsamt Schwandorf schlüsselt die Corona-Fälle der letzten sieben Tage nach Kommunen auf. Nahezu alle 33 Gemeinden des Landkreises sind betroffen.

Im Gesundheitsamt Schwandorf sind in den letzten sieben Tagen 395 neue Fälle registriert worden. Bild: dowell
Im Gesundheitsamt Schwandorf sind in den letzten sieben Tagen 395 neue Fälle registriert worden.

In den letzten sieben Tagen sind im Gesundheitsamt 395 neue Covid-19-Fälle aufgelaufen, teilt das Landratsamt Schwandorf am Mittwoch mit. Infiziert haben sich Personen aus nahezu allen Gemeinde.

Wir haben einen Arbeitsaufwand, bei dem leider nicht alles leistbar ist, was wünschenswert wäre.

Landratsamtssprecher Hans Prechtl

Allein in dieser Woche traten Corona-Neuinfektionen in 30 von 33 Gemeinden auf. "Seit Beginn der Pandemie hatten wir schon in allen Gemeinden des Landkreises Fälle", berichtet Behördensprecher Hans Prechtl am Mittwoch. Thanstein sei "die letzte Gemeinde, die bislang ohne positiven Fall war."

Wöchentlicher Service

Diesen Service, die Fälle auf Gemeinden aufzuschlüsseln, will das Landratsamt künftig einmal pro Woche, in der Regel am Mittwoch, bieten. "Wir entsprechen damit einem vielfach geäußerten Wunsch", so Prechtl. "Wir weisen darauf hin, dass unsere Übersichten mit größter Sorgfalt erstellt sind, dass sie aber zwangsläufig nicht vollständig mit den Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übereinstimmen werden."

Prechtl erläutert den Hintergrund: "Wir können die Orte und den Tag der erstmaligen Meldung einer positiven Infektion an das LGL nicht per Knopfdruck aus unserem Fachprogramm herausfiltern. Viele Infektionen haben mehrere Fall- und Meldedaten, zum Beispiel den Tag, an dem die betreffende Person erstmalig als Kontaktperson geführt wurde, den Tag des Bekanntwerdens der positiven Testung, den Tag der stationären Aufnahme in ein Krankenhaus oder den Tag des Ergebnisses einer zweiten Testung. Hier muss manuell nachgesteuert werden." Das EDV-Programm lasse sich nicht kumulativ nach den Merkmalen „Tag der erstmaligen Meldung an das LGL“ und „Wohnort“ sortieren.

Oberpfalz25.05.2022

"Um nicht missverstanden zu werden: jeder der vorstehend aufgelisteten 395 Fälle ist ein positiver Fall", betont der Behördensprecher. Reine Verdachtsfälle oder Kontaktpersonen, die sich nicht infiziert haben, seien herausgefiltert. "Ob aber eine Infektion zu hundert Prozent konkret in diesen sieben Tagen oder eventuell auch ein oder zwei Tage vorher aufgetreten ist, muss in dieser Auswertung offenbleiben."

Verschiebungen möglich

Ein zweiter Punkt sei das Problem der tageszeitlichen Abgrenzung. Prechtls Erläuterung: Im Gesundheitsamt wird fortlaufend gearbeitet, auch am Wochenende und bis spät in den Abend. Die Übermittlung der Fälle an das LGL ist ein weiterer Arbeitsschritt, der von der Verarbeitung her nicht völlig identisch mit der Fallbehandlung sein kann. Falldatum und Meldedatum können abweichen. Dazu können Verschiebungen in der Einpflege der gemeldeten Falldaten beim LGL kommen.

Die Priorität liege beim Gesundheitsamt aktuell auf der Fall- und Kontaktermittlung und weniger am Erstellen von Statistiken, die sich täglich ändern. "Wir haben einen Arbeitsaufwand, bei dem leider nicht alles leistbar ist, was wünschenswert wäre. Dabei haben wir ein sehr reines Gewissen, weil wir auch im Austausch mit den anderen Landratsämtern der Oberpfalz stehen und auch aus diesem Erfahrungsaustausch heraus wissen, was geht und was nicht geht."

Corona-Fälle der vergangenen sieben Tage nach Gemeinden

Hintergrund:

Am Dienstag 51 Fälle

  • "Der niedrigere Wert, der für Montag vermeldet wurde, scheint leider keinen Trend abzuzeichnen. Der erhoffte Rückgang hat sich nicht abgebildet", schreibt Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl am Mittwochabend (Stand 17.18 Uhr). "Am Dienstag haben uns 51 Fälle erreicht und auch am Mittwoch sind viele neue Fälle eingegangen. Jetzt gegen 17 Uhr ist noch kein Ende in Sicht. Das Infektionsgeschehen bleibt diffus. Corona ist flächendeckend im Landkreis", so Prechtl.
  • Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 240,75 bleibt der Landkreis in der graphischen Darstellung des Landesamtes für Gesundheit in der höchsten, fünften Farbstufe. Da seit Mittwoch auch zwei Nachbarlandkreise in dieser höchsten Stufe sind und das Virus weder Gemeinde- noch Landkreisgrenzen kennt, ist eine schnelle Trendumkehr nicht zu erwarten. "Entscheidende Faktoren für das Virus sind allein die Zahl und die Intensität der Sozialkontakte, die ein Überspringen von Mensch zu Mensch ermöglichen", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.
  • Zwei Klassen sind unter Quarantäne gestellt worden. Betroffen sind eine erste Klasse der Grundschule Burglengenfeld und eine Fachklasse einer anerkannten Privatschule, die ihren Sitz in Schwandorf hat.
  • Im Umfeld des Kindergartens in Schönsee, der zurzeit komplett geschlossen ist, sind aktuell 14 Infektionen bekannt. Betroffen sind neun Kinder und fünf Mitarbeiter (pädagogisches und technisches Personal).
  • Die Quarantäne in der Gemeinschaftsunterkunft Dachelhofen wurde vom Gesundheitsamt am Mittwoch mit Ablauf des Tages (24 Uhr) aufgehoben. Alle Bewohner sind symptomfrei.
 
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