05.01.2021 - 15:43 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sinkende Inzidenz, aber weitere Corona-Tote im Landkreis Schwandorf

Die Zahl der Corona-Todesopfer steigt: 67 Menschen sind inzwischen laut LGL-Statistik vom 6. Januar im Landkreis Schwandorf verstorben. Das Landratsamt nennt in seiner Fallzahlen-Wochenübersicht 133 Infektionen in den Landkreis-Gemeinden.

Eine Krankenschwester steckt eine Probe mit einem Nasenabstrich eines Patienten, der auf das Coronavirus getestet wird, in einen Behälter.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Bereits einen Tag früher wie üblich veröffentlichte das Landratsamt Schwandorf die Aufteilung der Fallzahlen nach Gemeinden – Auslöser ist der Feiertag "Heilig-Drei-König". Das hat zur Folge, dass diesmal ein Sechs-Tage-Zeitraum und in der nächsten Woche, wenn die Mitteilung wieder am Mittwoch versandt wird, ein Acht-Tage-Zeitraum beleuchtet wird.

Vom 30. Dezember bis 4. Januar hat die Kreisverwaltung 133 Fälle registriert. Dabei trat Corona in 24 von 33 Gemeinden auf. Laut Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamtes, entsprechen 133 Fälle bei einer Einwohnerzahl im Landkreis von 148 105 (Stand 30. Juni 2020) einer Infektion pro 1.114 Einwohner.

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Nach dieser Berechnung bedeutet das zum Beispiel, dass die Große Kreisstadt Schwandorf trotz des absolut höchsten Einzelwerts von 21 Infektionen in den vergangenen sechs Tagen einen erfreulicherweise unterdurchschnittlichen Wert pro Einwohner hatte. Legt man den oben erwähnten Gesamtdurchschnitt zugrunde, entfielen auf Schwandorf 26 Infektionen. Die Stadt Maxhütte-Haidhof, die mit 18 Fällen den zweithöchsten Einzelwert aufweist, liegt über dem Durchschnitt. Laut Statistik wären es bei deren Einwohnerzahl nur elf Fälle. Ein drittes und letztes Beispiel: Schmidgaden und Stadlern haben beide vier Fälle. Allerdings hat Schmidgaden die 5,7-fache Einwohnerzahl wie Stadlern.

Eines haben freilich alle genannten Beispiele gemeinsam: das Virus hält sich nicht an Gemeindegrenzen.

Besonderheiten der Statistik

In der Corona-Tagesmitteilung des Landratsamtes am Dienstagabend sind dann elf Neuinfektionen am vergangenen Montag aufgelistet. Verstorben sind fünf Heimbewohner, nicht alle werden in der Statistik gezählt. Landratsamtssprecher Hans Prechtl erläutert dazu: "Als Todesfälle werden Personen gezählt, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind. Vereinzelt wird Kritik geübt, dass die Aufnahme der mit SARS-CoV-2 Verstorbenen die Zahlen in die Höhe treiben würde. Abgesehen davon, dass wir die bundesweit einheitlich geltende Zählweise anwenden, haben wir heute ein Beispiel, das die Todeszahl niedriger hält, als sie sich wohl tatsächlich darstellt." Verstorben sind demnach fünf Heimbewohner, von denen nur zwei in der Statistik geführt werden. Es handelt sich dabei um eine 75-jährige Frau und um einen 92-jährigen Mann, die in verschiedenen Heimen in Burglengenfeld gelebt hatten.

Die offizielle Zahl der mit und an SARS-CoV-2 verstorbenen Personen steigt damit im Landkreis von 67 auf 69. Die 69 Verstorbenen waren im Durchschnitt 80 Jahre alt. Nach der ersten Welle Ende Juni hatte das Durchschnittsalter der bis dahin verstorbenen 20 Personen bei 74 Jahren gelegen.

Drei weitere Todesfälle in einem anderen Heim finden keinen Eingang in die Statistik. Denn bei diesen Personen liegt laut Hans Prechtl nur ein positiver Schnelltest, aber kein verbindlich aussagekräftiger PCR-Test vor: Die Patienten seien vor der Reihentestung gestorben. Nach offiziellen Vorgaben werden diese Personen nicht in der Corona-Statistik erfasst, da die Infektion nicht genügend erwiesen sei.

Weitere Todesfälle

"Mit elf neuen Infektionen am Montag steigt die Gesamtzahl im Landkreis Schwandorf auf 3.528. Das Robert-Koch-Institut und das Landesamt für Gesundheit geben die 7-Tage-Inzidenz gleichlautend mit 91,3 an", teilt das Landratsamt am Dienstag mit. Am Mittwoch sinken die Inzidenzwerte: Das Robert-Koch-Institut meldet am 6. Januar einen Inzidenzwert von 62,2 (Stand: 6. Januar, 0 Uhr). Die Zahl der infizierten Personen beläuft sich hier aktuell auf 3528, die Zahl der Corona-Toten auf 67, wobei die am Dienstag von Landratsamt gemeldeten beiden Todesfälle in der RKI-Statistik noch nicht berücksichtigt sind. Beim LGL (Stand: 6. Januar, 8 Uhr) werden hingegen 74 Corona-Tote, eine Inzidenz von 83,18 und eine weitere Zunahme um 34 auf insgesamt 3562 Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich demnach um sieben auf 74.

Reihentestung in Heimen

Wie das Landratsamt noch mitteilt, kann der Ausbruch in der Gemeinschaftsunterkunft in Nittenau nach Beendigung der verfügten Quarantäne für beendet erklärt werden. In drei Seniorenheimen steht in den nächsten Tagen eine Reihentestung an, nachdem es zu weiteren Fällen in anderen Bereichen gekommen ist. Betroffen sind das Phönix Seniorenzentrum in Maxhütte-Haidhof, das Seniorendomizil Haus Valentin in Nittenau und das Elisabethenheim in Schwandorf.

Zum Thema Christbaum-Sammelaktionen in Corona-Zeiten verdeutlicht das Landratsamt, dass auf Antrag Vereinen Ausnahmegenehmigungen erteilt werden können. Der Landkreis führe keine solche Sammelaktion durch. Soweit Christbäume in den Grüngutannahmestellen entsorgt werden können, entscheiden die Gemeinden über die Öffnungszeiten.

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