07.01.2019 - 16:33 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Solidarische Sternsinger

150 Messdiener der zehn Schwandorfer Pfarreien ziehen von Haus zu Haus. Die Aktion kommt wieder einem guten Zweck zugute.

Dekan Hans Amann (rechts) und Oberbürgermeister Andreas Feller sandten die Sternsinger aus.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Rebecca Walzer (16) beteiligt sich schon zum siebten Mal an der Aktion „Dreikönigssingen“. Die Oberministrantin der Pfarrei St. Jakob zog auch am Mittwoch wieder durch die Stadt und bat um Spenden für Projekte des Kindermissionswerkes. Gemeinsam mit 150 weiteren Messdienern der zehn Schwandorfer Pfarreien. Zuvor hatte sie Dekan Hans Amann gesegnet und mit Kaspar, Melchior und Balthasar die Texte eingeübt. Die Jugendlichen bedanken sich nach der Übergabe der Geld- und Sachspenden mit den Worten: „Gott segne euch im neuen Jahr, das wünscht euch die Dreikönigsschar“.

„Es macht Spaß, und wir tun Gutes dabei“. Rebecca Walzer schlüpft immer wieder gerne in die Gewänder der „Heiligen Drei Könige“ und zieht von Haus zu Haus. Sie geht für die Kinder in den Armenvierteln Perus auf die Straße und will den benachteiligten Mädchen und Buben eine Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen.

Fernsehjournalist Willi Weitzel war in den Slums und drehte einen Film über die Sternsinger-Projekte, den sich die Ministranten am Mittwoch in der Spitalkirche anschauten. Dekan Hans Amann griff das Motto „Wir gehören zusammen“ auf und sagte: „Wir sind alle gleich, ob mit oder ohne Behinderung“. Bundesweit sind in den nächsten Tagen 300 000 Kinder und Jugendliche unterwegs und bitten die Hausbewohner um Spenden. Über eine Milliarde Euro ist seit dem Start der Aktion im Jahre 1959 zusammengekommen. Mit dem Geld unterstützte das Kindermisssionswerk „Die Sternsinger“ biser 73 000 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa.

Im vergangenen Jahr kam in Deutschland eine Spendensumme von 50 Millionen Euro zusammen. Dazu steuerten die Ministranten der Schwandorfer Pfarreien 25 000 Euro bei. Monsignore Hans Amann ist stolz auf die Sternsinger und versicherte ihnen bei der Aussendung: „Ihr werdet zum Segen für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt“. Neben „dieser gelebten Solidarität“ würden die Jugendlichen auch den christlichen Segen für das neue Jahr in die Wohnungen und Häuser der Menschen tragen, so der Pfarrer von St. Jakob. Nach dem Motto: „Segen bringen, Segen sein“.

Mit Kreide schreiben die Sternsinger die Zeichen „20*C+M+B+19“ an die Türen. Die Initialen bedeuten: „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus, auch im Jahre 2019“. Die erste Spende kam von Oberbürgermeister Andreas Feller, der den Ministranten ein Kompliment machte und sie vor dem Start zu einer Stärkung einlud.

Das Dreikönigssingen geht in das 61. Jahr und hat sich zur weltweit größten Solidaritätsaktion entwickelt, bei der sich Kinder für Kinder in Not einsetzen. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk und der „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“ (BDKJ). Sie suchen sich jedes Jahr exemplarisch ein Thema heraus und haben heuer Kinder mit Behinderung im Blick. Am Beispiel von Projekten in Peru soll gezeigt werden, „dass alle Kinder neugierige, entwicklungsfähige und bereichernde Geschöpfe Gottes sind und ein Recht auf die uneingeschränkte Teilhabe am Leben der Gesellschaft haben“. Das ist die Botschaft von Willi Weitzel, der in seinem Filmbeitrag benachteiligte Kinder vorstellte und das Bemühen der Erzieher, deren Talente zu entdecken und zu fördern. Auch die Schwandorfer Ministranten stellten sich mit ihrem Engagement an die Seite von Kindern mit Behinderung und zeigen sich solidarisch mit Gleichaltrigen, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen.

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