Schwandorf
23.11.2018 - 14:39 Uhr

Sonderpreis für Multi-Kulti

Multi-Kulti schreibt die Linden-Grundschule groß. Mit ihren Kindern aus 33 Nationen stellt sie ein ganzes Schuljahr unter dieses Motto. Eine große Anerkennung erfährt sie dafür bei der Zukunftspreisverleihung.

Für die Lindenschule in Schwandorf nahmen Rektorin Ella Vierl (Zweite von rechts) und Projektbetreuerin Doris Sommer (rechts) den Sonderpreis entgegen. Ihn übergaben die Intendantin des Festivals junger Künstler in Bayreuth, Sissy Thammer (links), und die Schwandorfer Stadträtin Sonja Dietl (Zweite von links), die dem Festival-Vorstand angehört. Bild: Hirsch
Für die Lindenschule in Schwandorf nahmen Rektorin Ella Vierl (Zweite von rechts) und Projektbetreuerin Doris Sommer (rechts) den Sonderpreis entgegen. Ihn übergaben die Intendantin des Festivals junger Künstler in Bayreuth, Sissy Thammer (links), und die Schwandorfer Stadträtin Sonja Dietl (Zweite von links), die dem Festival-Vorstand angehört.

75 Prozent der Drittklässler weisen einen Migrationshintergrund auf. Was bedeutet für sie Heimat? Die Lindenschule arbeitet mit den Kindern an dem Begriff, um ihnen das Finden und Erleben einer neuen Heimat zu erleichtern. Ob bei Musik, Sport, Kunst oder beim Feiern: Die Gemeinschaft funktioniert, unabhängig von Religion, Herkunft oder Hautfarbe.

Dieses so empfundene, "mutige Projekt" nahm die Zukunftspreis-Jury zum Anlass, der Schule einen Sonderpreis zu verleihen. Ihn stiftete die Intendantin des Festivals junger Künstler in Bayreuth, Sissy Thammer. Bis zu 20 Personen aus der Schule, vorwiegend Kinder, dürfen im August nächsten Jahres an einem dreitägigen Workshop im Vorfeld des 69. Festivals in Bayreuth teilnehmen. Für Unterkunft, Verpflegung und Programm wird gesorgt. Thammer übergab den Preis am Donnerstagabend im ZMS-Saal in Dachelhofen zusammen mit der Schwandorfer Stadträtin Sonja Dietl, die dem Festival-Vorstand angehört und selber einmal die Lindenschule besuchte.

Zuvor hielt die aus Winklarn stammende Kulturmanagerin den Impulsvortrag zur Preisverleihung. Sissy Thammer, die das Festival in Bayreuth seit 1986 leitet und sich damit herausragend für den internationalen Kulturaustausch engagiert, betonte: Man brauche die Kraft der Kultur in einer Welt, in der sich Populismus auf dem Vormarsch befindet und die Freiräume für Diskussionen und Demokratie immer kleiner werden. Kultur bedeutet für sie Orientierung und Identität. Den für einen Preis Nominierten hielt sie vor Augen: "Diejenigen von Ihnen, die politische Verantwortung tragen, die als Lehrer oder in gemeinnützigen Vereinen wirken, setzen mächtige Impulse." Sie würden zu mehr Kreativität und Ideenreichtum führen. "Impulse fördern die Intuition, und manchmal ist es ganz einfach, Anregungen zu geben, kleine Samen zu säen", dankte sie für gesetzte Impulse.

Kunst und Kultur würden in einer Linie mit der Zukunftsfähigkeit stehen. Im Landkreis Schwandorf gebe es da viele Wege - historische und moderne. Das Image werde bestimmt durch die Menschen, die an der Gestaltung der Gesellschaft und des politischen Gemeinwesens arbeiten. Die Heimat mit ihrer Kultur verschaffe Identität, Selbstbewusstsein und Sicherheit. "Es sind Kunst und Kultur, die unsere Heimat zu einem Teil der großen Weltgemeinschaft machen, zu einem mitfühlenden und mitempfindenden Teil", meinte sie. Und weiter: "Unsere Kunst und Kultur ist ein Fenster in die Kultur der Welt. Heute, im Zeitalter der Globalisierung, können die großen Fragen nicht von uns alleine beantwortet werden. Wir brauchen diesen Blick von Schwandorf in die Welt, und den Blick der Welt auf uns, durch das Fenster der Kultur." Der Zukunftspreis biete einen Marktplatz, ein Forum für Begegnung und Innovation. "Nutzen wir dies, und möge unsere Liebe zur Heimat und unsere Leidenschaft für sie nie nachlassen", wünschte sich die Festrednerin.

Wir brauchen die Kraft der Kultur in einer Welt, wo Populismus auf dem Vormarsch ist.

Kulturmanagerin Sissy Thammer

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