28.06.2019 - 13:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Da steckt viel Hirnschmalz drin

Ein altes verwinkeltes Gebäude, da ist das Thema Barrierefreiheit nicht einfach zu lösen. Im Stadtmuseum ist es gelungen, und dazu kommt eine Neugestaltung der Dauerausstellung, die neugierig macht.

Die Ausstellung im Stadtmuseum wird umgestaltet. Dabei ist auch die Barrierefreiheit Thema. An den Eingang kommt eine Rampe, im Inneren ist der Umbau wesentlich aufwendiger.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Dauerausstellung im Stadtmuseum ist konzeptionell in die Jahre gekommen. Museumsleiterin Eva-Maria Keil machte sich schon lange stark für eine Neugestaltung und leistete mit ihrem Team einiges an Vorarbeit. Jetzt steht die Umsetzung vor der Tür. Der Ausstellungsgestalter Tido Brussig stellte sein Konzept am Montag dem Bauausschuss vor.

"Die Barrierefreiheit war kompliziert zu lösen", sagte der Planer. Am Eingang ist die Lösung noch relativ einfach, hier wird eine Rampe gebaut. Das verwinkelte Gebäude hat im Inneren etliche Höhen-Ebenen, die Stufen werden im Erdgeschoss mit im Boden eingelassenen Hebebühnen überwunden. Im Raum der ausgestellten Schmiede wird ein Lift gebaut.

Dachgeschoss außen vor

Im Obergeschoss wird eine durchgehende Rampe über fast die gesamte Gebäudebreite für alle Besucher die Räume verbinden und so gleichzeitig einen Rundgang durch die neu gestalteten Ausstellungsräume vorgeben. "Was nicht funktioniert, ist das Dachgeschoss", sagte Brussig. Das Natur-Info-Zentrum kann auch künftig leider nicht barrierefrei erreicht werden.

Schon das Foyer wird künftig die Besucher ganz anders empfangen als bisher. Tresen und Empfang bleiben natürlich hier. Am Boden des Treppenhauses wird es eine Schwandorf-Karte geben, von der Decke Elemente mit den Namen aller 61 Stadtteile hängen. Die einzelnen Ausstellungsräume werden thematisch neu sortiert und die Exponate meist um ein zentrales, besonders bedeutendes Stück gruppiert. Im ersten Raum, der einen Abriss der Stadtgeschichte seit der Frühzeit bietet, beispielsweise wie ein Zifferblatt um das Turmuhrwerk. Leuchtelemente an den Wänden schaffen Akzente. Und: "Wir werden die Fenster nicht mehr abhängen. Das Haus soll sich öffnen", sagte Brussig. Weiteres Gestaltungsmittel sind Rahmen, teils beleuchtet, die an den Wänden, aber auch am Boden oder "über Eck" besondere Exponate hervorheben werden.

Der erste Elektroherd

Volksfrömmigkeit, Industriegeschichte, Krieg, Flucht und Vertreibung, das Leben der Bürger und Arbeiter: Stück für Stück und thematisch gruppiert kann der Besucher die Geschichte der Stadt künftig in moderner Gestaltung erleben. Dazu gehören Kuriositäten genauso wie etwa Produkte der Tonwarenfabrik oder der erste Elektroherd, mit dem die Schwandorferinnen dank Strompionier Oskar von Miller deutschlandweit Vorreiterinnen dieser damals neuen Technik waren.

"Die Pläne haben uns einiges an Gehirnschmalz gekostet", betonte Eva-Maria Keil. Das Museum werde nach der nächsten Sonderausstellung mit den Schwarzach-Fotos von Josef Merkl bis Ende nächsten Jahres geschlossen. Die Umbau- und Gestaltungsarbeiten sollen im Winter ausgeschrieben und dann erledigt werden, sagte die Leiterin des Hochbauamts, Barbara Hellerbrand. Zu den gut 730 000 Euro Kosten erwartet die Stadt einiges an Zuschüssen von der Landesstelle nichtstaatlicher Museen, zwischen 30 und 50 Prozent. "Das Geld ist gut angelegt", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller. Die Fraktionssprecher zeigten sich angetan von dem Projekt. Marion Juniec-Möller (Grüne) fasste zusammen: "Ich freue mich schon drauf, wenn wir uns das in einem Jahr anschauen können." Der Ausschuss empfahl Konzept und Kostenberechnung dem Stadtrat einstimmig

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