21.01.2020 - 15:27 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stille Helden in der Seniorenarbeit

Einer Studie zum Trotz: Im Landkreis wird die Seniorenarbeit groß geschrieben. Das wird beim Empfang im Landratsamt deutlich.

Regierungspräsident Axel Bartelt (Zweiter von rechts) und Landrat Thomas Ebeling stießen mit den Seniorenvertretern an und bedankten sich für die ehrenamtliche Arbeit.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Regierungspräsident Axel Bartelt hat kein Verständnis für das schlechte Zeugnis, das eine ZDF-Studie der Seniorenarbeit in der Region ausstellt. Beim Empfang für ehrenamtliche Mitarbeiter am Montag im Landratsamt bot er sich für eine Fahrt durch den Landkreis an und lädt dazu die Vertreter des Instituts "Prognos" ein, "damit sie sehen, was hier tatsächlich für die älteren Mitbürger geschieht".

Landrat Thomas Ebeling will die Studie analysieren und einzelne Aspekte einfließen lassen in das seniorenpolitische Gesamtkonzept, das in diesem Jahr fortgeschrieben werden soll. Er kündigte dazu die Veranstaltung einer "Bürgerwerkstatt" an, bei der alle an der Seniorenarbeit beteiligten Bürger ihre Ideen einbringen können. Auftakt ist am 19. Februar im Bürgerhaus in Pfreimd. Weitere Termine sind am 5. März im Pfarrsaal in Neunburg vorm Wald und am 25. März im Konrad-Max-Kunz-Saal der Schwandorfer Oberpfalzhalle.

Auch die 22. Auflage des "Seniorenempfangs" verstand der Landrat als "Zeichen des Dankes für die wertvolle Seniorenarbeit in den Altenclubs, Helferkreisen und Netzwerken". Ehrenamtliches Engagement bringe mehr Menschlichkeit in die Gesellschaft und gehe auf "die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen" ein, gab Thomas Ebeling der Vertretern aus Politik und Verbänden zu verstehen.

Mit dem Angebot des Anrufbusses "Baxi"" schließe der Landkreis eine Mobilitätslücke und erleichtere vornehmlich den Senioren Fahrten zum Arzt und zum Einkaufen, so der Landrat. Mit der Schaffung von Mehrgenerationenplätzen unterstütze man ferner die sportliche Betätigung. Der Landkreis führe das Zeitzeugenprojekt "Wöi's gwen is" weiter und unterstütze die Demenz- und Hospiz-Netzwerke.

Regierungspräsident Axel Bartelt sagte den "stillen Helden" in der Seniorenarbeit ein "herzliches Vergelt's Gott". Sie suchten nicht das Rampenlicht, sondern seien im Hintergrund tätig, "damit ältere Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können". Seniorenarbeit werde im Landkreis Schwandorf nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfunden, stellte der Regierungspräsident fest. In 29 der 33 Gemeinden kümmere sich ein Seniorenbeirat um die Belange der älteren Mitbürger.

"Diese gute Arbeit lassen wir uns nicht schlecht reden", betonte Bartelt. Er dankte der Vorsitzenden des Landkreis-Seniorenbeirats, Dr. Sigrid Ullwer-Paul, für die "engagierte Antwort" auf die Deutschland-Studie des "Zweiten Deutschen Fernsehens", bei der Schwandorf unter 400 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten abgeschlagen auf Rang 386 gelandet sei. Gleichwohl zieht der Regierungspräsident aus diesem Ergebnis die Schlussfolgerung: "Wir werden uns weiter anstrengen und den Dialog der Generationen verstärken müssen". Den ehrenamtlich Tätigen machte Axel Bartelt das Kompliment: "Sie geben der Seniorenarbeit im Landkreis nicht nur ein Gesicht, sondern auch ein großes Herz".

Schülerinnen der Mädchenrealschule St. Josef lockerten den Empfang mit Chorgesang, einem Tüchertanz und einem Sketch auf und bewirteten anschließend die Gäste. Bei Sekt und Häppchen bestand die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Landrat Thomas Ebeling bedankte sich bei Schulleiterin Ulrike Partl-Mahlendorf sowie bei den Lehrkräften Katharina von Bornstädt (Musik), Birgit Eckl (Tanz), Daniela Amrein (szenische Darstellung), Josef Hastreiter (Technik) und Thomas Tezzele (Bilderausstellung) mit Blumen und Geschenken.

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