28.09.2018 - 14:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Süße Hasen und rasante Radler

Was Pixar kann, können die Schwandorfer schon lange. Beim Animationsstudio hat sich ein Kurzfilm vor dem eigentlichen Streifen schon lange etabliert. Im Schwandorfer Lichtwerk-Kino wird diese Idee künftig auch aufgegriffen.

Zur Festival-Eröffnung holte Organisatorin Julia Schnorrer die britischen Filmemacherinnen Rachel Shenton und Becky Harrington (von links) nach Schwandorf.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Julia Schnorrer hat eine Theorie: "Wenn es zu meiner Schulzeit schon so ein Festival gegeben hätte, dann hätte ich mich mehr getraut, die Kamera in die Hand zu nehmen." Die 27-Jährige hat längst bewiesen, dass sie die Arbeit als Filmemacherin nicht scheut. Sie hat bereits die zwei Kurzfilme "Akzeptanz/Acceptance" und "The Hacker" realisiert. Als nächstes plant die Regisseurin und Drehbuchautorin ein Werk in Spielfilmlänge.

Derzeit steckt sie aber mitten im "Kurz-vor-Film"-Festival, das sie und der Betreiber des Lichtwerk Kinos, Frederik Hohrath, auf die Beine gestellt haben. Hintergrund ist die Idee, dass zukünftig wieder Kurzfilme vor den Hauptvorführungen gezeigt werden sollen. Als Startschuss soll der Film "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenoper" dienen. Welcher Kurzfilm dann im vorab gezeigt wird, ist noch unbekannt - jedenfalls sollen die Werke thematisch zum Hauptfilm passen.

Bei der Eröffnung des Festivals am Donnerstagabend wurden den geladenen Gästen (Frederic Hohrath: "Eine exklusive Schar") zwei Werke aus dem Programm) gezeigt. "A Rabbit's Tail" erzählt die Geschichte eines kleinen Hasen, der wegen seiner Regenbogen-Ohren aus seiner Familie verstoßen wird. Für die Vorführung des vierminütigen Animationsfilms reisten Rachel Shenton (Schnitt und Regie) sowie Becky Harrington (Zeichnungen) an. Jedes Bild im Streifen ist eigens gezeichnet worden. Die zwei Frauen aus Newcastle stellten sich auf ganz sympathische Weise den Fragen des Publikums. Auch weil es sich bei "A Rabbit's Tale" um ein Crowdfunding-Projekt handelte, dauerte es von der Idee bis zum fertigen Vierminüter sechs Monate. Außerdem lief die Premiere von "Biken 2", einer Produktion von Hustle Films aus Regensburg. Die Doku zeigt drei Jungs, die mit dem Fahrrad auf die Zugspitze wollen. Bis ganz nach oben schaffen sie es nicht, aber immerhin bis zur Knorrhütte auf 2057 Meter. Anschließend geht es rasant und wagemutig mit dem Mountainbike nach unten.

Die beiden Kurzfilme sind beste Beispiele dafür, wie mit einer Idee, Engagement und wenigen technischen Hilfsmitteln Projekte angegangen werden können. Die studierte Filmwissenschaftlerin Schnorrer hofft: "Vielleicht hat das Festival ein bisschen Motivationscharakter." Schließlich soll die Veranstaltung im kommenden Jahr wiederholt werden - und dafür braucht es Einreichungen. Außerdem erklärte Kino-Betreiber Hohrath mit Augenzwinkern: "Der Vorteil von Kurzfilmen ist: Man muss sie nicht eineinhalb bis zwei Stunden ertragen, wenn sie einem nicht gefallen." Das Festival endet am Sonntag. Bis dahin werden 70 Kurzfilme in zehn Kategorien gezeigt. www.kurzvorfilm.com

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