06.06.2021 - 17:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Tierische Rettungsaktion mit Steighilfe für Schwäne in Schwandorf

Die in "Seenot" geratene Schwanenfamilie hat sich am Sonntagmorgen noch nicht zu einer Heimkehr durchringen können. Das THW hat ihr aber nach dem Drama vom Samstagabend den Weg bereitet. Zumindest ist die Familie wohlauf - fast.

Am Sonntagmorgen hält sich die Schwanenfamilie noch in der Naab südlich der Wasserräder auf. Eines der sechs Jungen ruht sich zwischen den Flügeln der Mutter aus. Der Weg zu einer Rückkehr zum Nest ist fertig.
von Irma Held Kontakt Profil

Sechs junge Schwäne sind am Samstagabend in der Naab in Schwandorf zwischen Wasserrädern und Stadtpark in "Seenot" geraten. Eines liegt tot am Ufer, ob aus Entkräftung gestorben, ertrunken oder beim Sturz über das Wehr verletzt, weiß keiner. "Wir haben es tot am Ufer gefunden", sagt Stadtbrandinspektor Klaus Brunner, der den Einsatz leitet. Die Rettung stellt sich für die Feuerwehr schwieriger dar als gedacht. Schließlich wird das Technische Hilfswerk (THW) zu Hilfe gerufen.

Kurz vor 20 Uhr hat ein Anwohner der Naabuferstraße Alarm geschlagen. Er schaue bestimmt 50 Mal am Tag aus seinen Wohnungsfenstern auf das und nach dem Nest, sagt der Mann zu Oberpfalz-Medien. Am Samstagabend habe er gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Erst sei nur das Männchen im Nest dann sei es verwaist gewesen.

Vermutlich sind die jungen Schwäne, die nach den Worten des Anwohners am Freitag erstmals das Nest verlassen haben, zu nahe an das Wehr zwischen Stadtpark und Wasserrädern gekommen und über das Wehr geschwemmt worden. Als Feuerwehr und Polizei, beobachtet von vielen Passanten und Anwohnern, die quasi Logenplätze haben, eintrifft, ist die gesamte Familie unterhalb des Wehrs versammelt. Die sechs Kleinen suchen immer wieder Schutz zwischen den Flügeln ihrer Mama. Der Stadtbrandinspektor und rund 20 Einsatzkräfte der Feuerwehren Schwandorf und Krondorf-Richt beraten über Rettungsmaßnahmen, denn klar ist: Alleine kommen die jungen Schwäne an der Stadtparkseite das trockene Wehr nicht hoch.

"Wir nehmen jetzt den Druck von den Tieren."

Klaus Brunner, Stadtbrandinspektor Schwandorf

Schließlich startet der Versuch, Eltern und Kinder zu trennen, die Jungen mit einem Wäschekorb einzufangen und in einer Tiertransportbox mit einem Boot ins Nest zurückzubringen. Die Eltern würden dann alleine zurückkehren. Als sich das Boot langsam nähert, flüchtet die Schwanenfamilie den Naabarm abwärts. Ein Junges sitzt im Korb. Es wird schnell wieder zu Eltern und Geschwistern gelassen.

Schließlich wird das THW verständigt, das den Plan von Stadtbrandinspektor Klaus Brunner umsetzen soll. An der trockenen Wehrmauer sei eine Steighilfe aus Holz zu bauen und zwar so, dass auch die Kleinen hoch kommen, denn die Mama mit sechs Kindern huckepack werde das Hindernis nicht überwinden können. Dann sollen sich alle zurückziehen. "Wir wollen den Druck von den Tieren nehmen, damit sie in aller Ruhe zurückkehren können", erklärt Klaus Brunner. Das haben sie am Sonntagmorgen noch nicht getan. Sie noch zu weit vom Wehr entfernt, um die Leiter zu entdecken.

So sieht die Arbeit der Tierretter aus

Deutschland & Welt
Hintergrund:

Schwandorfs Stadtschwäne

  • Ein Schwanenpaar brütet seit Jahren südlich der Naabbrücke.
  • Das beachtliche Nest ist aus Wasserpflanzen, Gräsern und Zweigen gebaut. Vom Land aus ist es nicht zugänglich.
  • Sieben Junge sind heuer geschlüpft. Im Schnitt legen Schwanenweibchen vier bis sechs Eier und brüten 40 Tage.
  • Das Familienleben der Schwandorfer Schwäne wird von den Bürgern aufmerksam verfolgt, weil es zentral liegt und von der Naabbrücke sowie der Naabuferstraße gut einsehbar ist.

 

 

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