16.09.2018 - 16:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Torkrokodil" beißt zu, weißer Brasilianer zaubert

Stars zum Anfassen, ganze 16 Tore und ein mit rund 600 Zuschauern belebtes Sepp-Simon-Stadion. Das Benefizspiel am Samstag ist ein voller Erfolg. Einige Ex-Fußballprofis nehmen für die Veranstaltung ganz schön was auf sich.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Der Bundesligaspielplan meinte es gut mit den Schwandorfern. Weil Eintracht Frankfurt bereits am Freitagabend in Dortmund antreten musste, konnte ihr Sportvorstand Fredi Bobic am Samstag in Schwandorf mitspielen. Für den Europameister von 1996 und dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden von Global United FC (GUFC) eine Ehrensache. Schließlich will er mit der Organisation die Aufmerksamkeit auf die Themen Klimawandel und Umweltschutz lenken - der Erlös aus dem Samstagsspiel kommt dem Bienenschutzprojekt von GUFC zugute. Dafür nimmt der einstige Mittelstürmer Bobic auch "wenig Schlaf" und über 500 Kilometer Fahrt auf sich. Bobic sagte: "Wenn die Leute sich freuen, alle Spaß haben und wir das Bienenschutzprojekt unterstützen können, dann macht das natürlich Sinn."

Das dachten sich auch etliche andere Ex-Profifußballer. Auch wenn Weltmeister Thomas Häßler und Timo Rost kurzfristig absagten, ließ sich der Kader von Global United sehen. Das "Torkrokodil" Sean Dundee knipste wie zu besten VfB-Stuttgart-Zeiten, Zvjezdan Misimovic spielte die komplette Schwandorfer Abwehr schwindelig, Champions-League-Sieger Michael Wiesinger zog im Mittelfeld die Fäden und Sommermärchen-Teilnehmer David Odonkor flitzte am Flügel auf und ab - noch immer schnell, technisch beschlagen und ehrgeizig. "Wir sind Fußballer, und wenn wir auf dem Platz stehen, dann wollen wir auch ein gutes Spiel abliefern und gewinnen", erklärte Odonkor in der Halbzeitpause.

Die Schwandorfauswahl machte es den Ex-Profis anfangs allerdings ziemlich schwer, überzeugten durch Kampfgeist und gingen sogar mit 1:0 durch Mario Koch vom SC Weinberg in Führung. Dass es am Ende doch 11:5 für die Ex-Profis hieß, verwunderte freilich nicht. Koch bilanzierte: "Wir haben uns gut geschlagen. Aber es ist natürlich eine andere Klasse, gegen die wir spielen. Sie haben mehr Luft und sind schneller als wir."

Ohnehin war das Ergebnis zweitrangig. Global-United-Gründer Lutz Pfannenstiel erklärte: "Wir sind über 550 Botschafter, die sich mit ganzem Herzen und der Kraft des Fußballs für unsere Projekte einsetzen." Nicht nur leere Worte. Beim Benefizspiel zeigten die Ex-Profis keinerlei Berührungsängste. Bobic, Odonkor und Co. gaben geduldig Dutzende Programme und ließen Selfies mit sich machen. Einer der nachgefragtesten Kicker war Ansgar Brinkmann. Der Kult-Fußballer hatte sogar eine noch längere Anreise als Fredi Bobic: 700 Kilometer. "Aber ich bin gerne hier." Schließlich dürfte man das Thema Umwelt nicht aus den Augen verlieren. "Wir brauchen diesen Planeten noch." Deshalb zeigte Brinkmann bereitwillig seine Übersteiger. Außerdem sagte er: "Die wollen gewinnen, wir wollen gewinnen - und ein bisschen bolzen macht ja immer noch Spaß." Freude beim Spiel dürften natürlich auch die Torschützen der Schwandorfauswahl empfunden haben. Ein Moment, der sicher lange in Erinnerung bleibt. Neben Mario Koch trafen Bernd Heinisch und Phillipp Rettig (beide SC Ettmannsdorf). Stadtrat Ferdi Eraslan (Freie Wähler) knipste in der Schlussphase sogar doppelt.

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