22.02.2021 - 13:33 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Trauer um langjährigen Abgeordneten: Klaus Hofbauer verstorben

Klaus Hofbauer ist tot. Der CSU-Politiker aus Windischbergerdorf (Kreis Cham) vertrat die Region Schwandorf/Cham von 1998 bis 2009 als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Er wurde 73 Jahre alt.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Klaus Hofbauer (CSU) ist am Samstag im Alter von 73 Jahren verstorben.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Klaus Hofbauer ist am Samstag während eines längeren Klinikaufenthalts in Regensburg verstorben. Er wurde 73 Jahre alt. Das bestätigte die Bundeswahlkreisgeschäftsstelle der Partei. Der CSU-Politiker aus Windischbergerdorf (Kreis Cham) war 1998 bis 2009 direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Schwandorf/Cham. Um den verwitweten Hofbauer trauern zwei Töchter mit ihren Familien.

"Viel auf den Weg gebracht"

"Klaus Hofbauer hat viel für den Grenzraum und Ostbayern erreicht", sagte sein Nachfolger als Bundestagsabgeordneter, Karl Holmeier, gegenüber den Oberpfalz-Medien. Besonders in der Verkehrs- und die Wirtschaftspolitik habe er "sehr viel auf den Weg gebracht." Hofbauer war auch nach seiner Zeit im Bundestag politisch aktiv, solange es die Gesundheit erlaubte. Zuletzt war es ruhig geworden um den CSU-Mann, der stets viel Wert darauf legte, an der Basis unterwegs zu sein.

Klaus Hofbauer war im Landratsamt Cham lange Jahre für Öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig, 1982 wurde er Wirtschafts- und Verkehrsreferent. Er habe im Landkreis Cham zu einer innovativen, kommunalen Wirtschaftspolitik beigetragen, schreibt der Chamer Landrat und Bezirkstagspräsident Frank Löffler in einer Würdigung des Verstorbenen. "Einer seiner Kernsätze war: Europa wächst nicht in den Metropolen, sondern vielmehr in den Grenzräumen zusammen", so Löffler. Er habe sich dafür eingesetzt, dass sich Strukturpolitik, Verkehrsinfrastruktur, aber auch Sozialpolitik genau an diesen Leitlinien ausrichten müssen.

Unermüdlicher Einsatz

Der politische Weg führte Hofbauer über lange Jahre in der Kommunalpolitik (siehe Hintergrund) schließlich in den Bundestag: 1998 trat er für die CSU im Wahlkreis Schwandorf/Cham an, gewann mit 53,8 Prozent das Direktmandat und wurde so Nachfolger von Dr. Dionys Jobst (Teublitz) - zunächst in der Opposition gegen die Rot-Grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder, ab 2005 dann als Mitglied der Regierungsfraktion in der ersten Großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel. Die CSU-Landesgruppe wählte Hofbauer zum Vorsitzenden des Arbeitskreises für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Umwelt. Die Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Fraktion wählte ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden. Klaus Hofbauer war außerdem stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Tschechischen Parlamentariergruppe. Bei den Wahlen 2002 und 2005 holte er das Direktmandat jeweils mit deutlichem Vorsprung für die CSU. Im September 2008 dann hatte Hofbauer – für seine Parteifreunde durchaus überraschend – angekündigt, nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren.

"Wir hatten eine korrekte, kollegiale Zusammenarbeit", erinnert sich Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD). Von 2005 bis zu Hofbauers Ausscheiden 2009 saßen beide für die Region im Parlament. Die Zusammenarbeit für die Themen der beiden Landkreise habe gut geklappt. Landrat Thomas Ebeling würdigte das große Engagement des ehemaligen Abgeordneten. "Klaus Hofbauer hat sich unermüdlich für die Belange der Region eingesetzt", sagte der Landrat Thomas Ebeling. Die Anteilnahme gilt den Angehörigen.

Hintergrund:

Politische Karriere von Klaus Hofbauer

  • Ab 1971 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Cham, bis 1980 stellvertretender JU-Bezirksvorsitzender
  • 1972 mit knapp 25 Jahren in den Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Windischbergerdorf gewählt, bis zur Eingemeindung zur Stadt Cham 1978 war er dort Zweiter Bürgermeister
  • Seit 1978 bis zu seinem Tod Sitz und Stimme im Stadtrat Cham, von 1987 bis 2002 auch stellvertretender Bürgermeister
  • 1998 bis 2014 Mitglied im Chamer Kreistag sowie im Kreis- und Bezirksvorstand der CSU, bis zuletzt als Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt des Bezirksverbands.
  • 1998 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er Vorsitzender des Arbeitskreises VI der CSU-Landesgruppe für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
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