21.10.2019 - 16:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Unbelehrbarer Schwarzfahrer muss in Haft

Dem Mann ist der Führerschein entzogen worden, und er fährt trotzdem. Dann erwischt man ihn, und er setzt sich zwei Wochen später abermals ans Steuer. Diese Hartnäckigkeit endet jetzt für ein knappes Jahr im Gefängnis.

Keine Gnade kennt das Gericht für einen Wiederholungstäter.
von Autor HOUProfil

Den Behörden auf der Nase herumzutanzen, hat sich nicht gelohnt. "Ihr werdet doch nicht glauben, dass ich zu Fuß in die Arbeit gehe", hat der 36-Jährige heuer am 18. März zu zwei Burglengenfelder Polizeibeamten gesagt, die ihren Augen nicht trauten: "Da ist er ja schon wieder", entfuhr es einem von ihnen, als der Arbeiter an ihnen vorbei fuhr. Erst zwei Wochen zuvor hatten sie ihn nach langer Verfolgungsfahrt durch das Städtedreieck gestoppt. Da kam er mit 1,2 Promille Alkohol im Blut daher und besaß längst keinen Führerschein mehr.

"Was machen wir jetzt mit Ihnen?", fragte die Schwandorfer Amtsrichterin Bösl nun, als der 36-Jährige vor ihr saß. Den Akten entnahm die Juristin, dass man dem Mann im Vorjahr die Fahrlizenz genommen hatte. Da war er bereits Wiederholungstäter. Deswegen setzte es seinerzeit eine Führerscheinsperre bis 2020 und vier Monate Haft mit Bewährung.

Und nun das: Zwei erneute Touren, wobei eine davon erneut unter erheblichem Alkoholeinfluss vonstatten ging. Anfangs schwieg der Angeklagte. Dann aber entschloss er sich dazu, Angaben zu machen.

Warum also diese Hartnäckigkeit? "Eine Dummheit", ließ der 36-Jährige wissen. Das beschrieb die Lage: Als Schwarzfahrer war er bereit amtsbekannt. Immer unterwegs mit dem gleichen Auto und damit gleichsam auf dem Präsentierteller für Polizisten, die besonders in der Provinz ihre Pappenheimer kennen.

Die Frage, wie er zu seiner Arbeitsstelle kommt, muss den 36-Jährigen jetzt nicht mehr weiter beschäftigen. So wie es aussieht, wird er den Job verlieren, wenn er demnächst für sieben Monate hinter Gittern verschwindet. Hinzu kommen weitere vier Monate, die noch zur Bewährung aus den Vorstrafen offen standen. Dazu steht ein Widerruf unmittelbar bevor. Im kommenden Jahr läuft die bis dahin verhängte Führerscheinsperre aus. Nur auf dem Papier allerdings. Denn die Richterin fügte dieser Frist weitere zwei Jahre hinzu. In der Gesamtschau als Ahnung für einen Unbelehrbaren zu werten, dessen hartnäckige Ignoranz jetzt geradewegs ins Gefängnis führt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.