23.11.2018 - 13:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ungewohnte Klangwelten

Es hätten noch mehr Besucher kommen können, diejenigen, die da waren, erlebten eine gelungene „Musikalische Reise durch die Jahrhunderte“, die von Ludmila Portnova und Vadim Vasilkov, in der Aula des Gymnasiums gestaltet wurde.

Pianistin Ludmila Portnova und Percussionist Vadim Vasilkov nahmen die Besucher in der Aula des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte mit.
von Reinhold TietzProfil

Auf jeden Fall war es ein Klavierabend, zuweilen dominierten aber auch andere Instrumente. Das P-Seminar Musik hat unter Leitung von Stefanie Jehl die Reihe "Gesprächskonzerte und Workshops mit Künstlern aus der Region" ins Leben gerufen. Aus dem Barockzeitalter stammt der berühmte "Kanon D-Dur" von Johann Pachelbel, den die Pianistin gefühlvoll vortrug. Von Johann Sebastian Bach stammt die "Badinerie", die Ludmila Portnova feinsinnig spielte. Der zweite Satz aus dem "Fagottkonzert C-Dur" von Antonio Vivaldi schloss sich an. Julia Graf erzeugte auf ihrem Blasinstrument schöne Tonflogen, die Pianistin begleitete aufmerksam. Schließlich folgte noch "Le Coucou" von L.C. Daquin, ein rasantes Klavierstück, in dem der Ruf des Kuckucks reizvoll umgesetzt ist. Aus der Zeit der Klassik folgten drei Sätze. Von Wolfgang Amadeus Mozart erklang der langsame Satz aus dem "Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur" KV 467 in einer Fassung für Klavier solo, was bei diesem Tastengesang ohne weiteres geht.

Die "Bagatelle" Es-Dur" op 33/1 von Ludwig van Beethoven schloss sich in gehaltvoller Klavier-Darstellung an. Aus dem "Cellokonzert C-Dur" von Joseph Haydn spielte Julia Wagner daraufhin mit großem Engagement auswendig den ersten Satz mit all seinen Melodien und deren virtuosen Umspielungen. Werke aus dem Zeitalter der Romantik bildeten den nächsten Programmpunkt. Zunächst erklang das "Impromptu As-Dur" op 142/4 von Franz Schubert. Auch hier zeigte die Klavierspielerin eine überzeugende Darbietung. Ebenso im "Walzer e-moll" op posth. von Frederic Chopin und in "La Regata Veneziana" von Rossini in der Klavierbearbeitung von Franz Liszt, wobei dabei Vadim Vasilkov mit dem Schlagzeug den Rhythmus vertiefte.

Nach der Pause folgten zwei Werke der Neoromantik. Zuerst von Johannes Brahms der "Ungarische Tanz Nr.7", der wieder von Vasilkov rhythmisch unterstützt wurde. Adagio und Moderato, also den Anfangssatz aus dem "Cellokonzert e-moll" op 85, trug dann wieder in intensivem auswendigen Spiel die junge Künstlerin Julia Wagner vor. Und schon war man beim Impressionismus angelangt. "Clair de lune" von Claude Debussy wurde lieblich auf dem Klavier interpretiert, "Cordoba" von Isaac Albéniz klang rhythmisch auch mit Unterstützung des Schlagzeugs perfekt. Damit war das 20. Jahrhundert erreicht. Marco Dirmeier stellte zuerst auf seinem Saxofon zwei Evergreens vor. Einmal "Put your hoe down" von A. Wilson, dann von S. Joplin "New Rag". Vadim Vasilkov gab seinem großen Spiel Rhythmus, Ludmila Portnova begleitete dezent.

Als letzte Werke ertönten das "Prelude es-moll" von Gershwin und in rasender Geschwindigkeit der "Hummelflug" von Rimski-Korsakov in der Bearbeitung von Rachmaninov. Beide Stücke wirkten mit der Begleitung des Schlagzeugs umso intensiver. Nach drei Zugaben ging ein vielseitiger Klavierabend mit einigen sehr gelungenen Erweiterungen des Klangbildes sowie dem hervorragenden Spiel einer Cellistin und eines Saxofonisten zu Ende.

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