21.02.2019 - 15:27 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Bei uns kann jeder mitspielen"

Bei der FT Eintracht Schwandorf spielen Mädchen mit und ohne Kopftuch sowie Männer aus unterschiedlichsten Kulturkreisen miteinander Fußball. Vorsitzender Dieter Jäger spricht daher gerne von einem Integrationsverein.

Bei der FT Eintracht Schwandorf spielen Mädchen mit und ohne Kopftuch gemeinsam in einer Mannschaft.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Jäger arbeitet als Hauptkommissar bei der Polizeiinspektion Schwandorf, ist politisch bei den Freien Wählern aktiv und engagiert sich ehrenamtlich bei der FT Eintracht Schwandorf. In seinem Sportverein sieht er einen Querschnitt der Schwandorfer Bevölkerung abgebildet.

Als sich vor 16 Jahren die FT Eintracht Schwandorf gründete und das Gelände des damaligen FC Linde übernahm, prophezeite man dem jungen Verein keine lange Überlebensdauer. Die Skeptiker mussten sich eines Besseren belehren lassen. „Der Verein ist lebendiger denn je“, gibt Vorsitzender Jäger zu verstehen. Er nennt das 40000 Quadratmeter große Gelände „unser Freizeitparadies“. Dort tummeln sich täglich Kinder und Jugendliche vom sechsten Lebensjahr an und jagen dem Ball nach. Neben dem SV Schwarzhofen ist die FT Eintracht Schwandorf der einzige Verein im Landkreis Schwandorf, der sämtliche Junioren-Jahrgänge eigenständig und ohne Spielgemeinschaft besetzen kann. Die FT hat darüber hinaus auch noch Mädchen- und Damenteams im Spielbetrieb.

„Bei uns kann jeder mitspielen“, sagt Dieter Jäger. Für ihn zählt nicht die Spielklasse, sondern der Spaß am Spiel und die Förderung der Kinder und Jugendlichen. Sie sollen sich hier wohlfühlen. Im „Integrationsverein“ FT Eintracht spielen Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft gemeinsam miteinander. Auch Mädchen mit Kopftuch jagen dem Ball nach, ohne dass sich daran jemand stört. Die Integrationskraft zieht sich durch den gesamten Nachwuchsbereich bis zu den Seniorenteams hin. „In den Herrenmannschaften haben wir 44 Spieler aus neun Nationen“, erklärt der Vorsitzende. Sie haben alle die Jugendmannschaften des Vereins durchlaufen. Die gute Nachwuchsarbeit zahlt sich auch in sportlichen Erfolgen aus. Die B-Mädchen wurden bereits dreimal Oberpfalzmeister in der Halle, die Damen holten sich den Titel zweimal. Die Trainer und Übungsleiter rekrutiert der Verein ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs.

Die Jugendarbeit war auch der Auslöser für die Vereinsgründung vor 15 Jahren. Damals war Dieter Jäger gemeinsam mit seinem Bruder beim TSV Schwandorf aktiv und sah sich vor die Herausforderung gestellt, 160 Nachwuchsfußballer zu betreuen und zu fördern. Der TSV konnte ihnen aber nicht die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Der damalige Oberbürgermeister Helmut Hey machte daraufhin den Vorschlag auf Übernahme des Sportgeländes im Stadtsüden, das der insolvente FC Linde gerade verlassen hatte und das der Stadt gehört.

Jetzt, 15 Jahre später, steht die FT Eintracht vor neuen Herausforderungen. „Wir wollen investieren“, erklärt Dieter Jäger. Er geht davon aus, dass die Stadt dem Verein einen langfristigen Pachtvertrag gewährt. Mindestens auf 25 Jahre, denn das ist die Voraussetzung für die Zuschussfähigkeit. Geld vom Bayerischen Landessportverband braucht der Verein nämlich, um seine Ziele verwirklichen zu können. „Wir wollen einen Kunstrasenplatz errichten“, nennt der Vorsitzende sein ambitioniertes Vorhaben. Außer in Burglengenfeld gibt es kein derartiges Spielfeld.

Viele Vereine im Landkreis fahren nach Tschechien, wo sich Kunstrasenplätze zuhauf befinden, um sich dort gegen Entgelt in den Wintermonaten auf die restliche Rückrunde vorzubereiten. Diesen Weg können sie sich künftig sparen, wenn die FT Eintracht ein Angebot machen kann. „Wir haben dafür die Eigenmittel“, gibt Dieter Jäger zu verstehen. Mit den Zuschüssen des Landessportverbandes ließe sich nicht nur das Kunstrasenfeld, sondern auch noch die dazu erforderliche Flutlichtanlage realisieren. Jäger weist auf den Zugewinn für die ganze Region hin und wartet „auf das Angebot der Stadt“.

Der 230 Mitglieder starke Verein habe keine Schulden und sei gut aufgestellt, so der Vorsitzende. Er biete nicht nur den Fußballballern eine Heimat, sondern auch den Freizeit-Volleyballern, den Anhängern des Selbstverteidigungssports, den Hip-Hop- und den Bauchtänzerinnen. Neben zwei großen Sportplätzen und einem Kleinfeld können die Sportler auch den 100 Quadratmeter großen Turnsaal nutzen.

Dieter Jäger ist seit 16 Jahren Vorsitzender und Motor der FT Eintracht Schwandorf.
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