13.07.2020 - 17:13 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Vergewaltigung auf dem Campingplatz

Das Sexualverbrechen ereignet sich auf einem Campingplatz in Italien. Ein Mann aus Schwandorf fällt dort über seine Lebensgefährtin her und vergewaltigt sie. Jetzt muss der 36-Jährige in Haft.

Ein 36-Jähriger vergewaltigte auf einem Campingplatz in Italien seine Lebensgefährtin. Dafür muss er 28 Monate ins Gefängnis.
von Autor HOUProfil

Der ungewöhnliche Fall hatte im September vergangenen Jahres das Schwandorfer Schöffengericht beschäftigt. Er spielte sich im August 2015 auf einem Campingplatz in Italien ab, wohin ein heute 36-jähriger Schwandorfer zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei Kindern in den Urlaub gefahren war.

Die Schwandorfer Richter hörten dann, dass der Mann in offenbar angetrunkenem Zustand seiner Freundin in ein Toilettengebäude folgte, sie an den Haaren packte und vergewaltigte. Dabei wurde die Frau mehrfach mit dem Kopf gegen einen Spiegel gestoßen. Der gesamte Vorgang dauerte fünf Minuten. Dann ließ der Täter ab.

Erst nach längerer Zeit erstattete das aus dem Kreis Schwandorf stammende Opfer Anzeige. In polizeilichen Vernehmungen sagte die Frau, der plötzlich erfolgende sexuelle Übergriff sei ohne ihr Einverständnis und ohne jegliche Zustimmung erfolgt. Nach mehrtägigem Prozess verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu zwei Jahren und vier Monaten Haft. Es ordnete außerdem eine Alkoholtherapie an.

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Der 36-Jährige legte Berufung ein und zog vor das Amberger Landgericht. Das tat er zusammen mit seinem Verteidiger Christopher Posch aus Kassel. Posch kannte man im Sitzungssaal: Vor längerer Zeit hatte er in TV-Gerichtsshows mit dem Richter Alexander Hold einen Staatsanwalt gespielt.

Keine Einigung

Posch ging die Dinge behutsam an. Er drängte auf eine Abkürzung des Verfahrens, legte der Dritten Strafkammer eine Gefängnisstrafe mit Bewährung für den Angeklagten nahe und bat um ein Rechtsgespräch. Hinter verschlossenen Türen kam es allerdings zu keiner Einigung. Offensichtlich widersetzte sich die Staatsanwaltschaft einem milderen Urteil.

Dennoch beschränkten der 36-Jährige und sein Verteidiger anschließend die Berufung auf den sogenannten Rechtsfolgenausspruch. Damit stand die Vergewaltigung in Italien als erwiesen fest. Deshalb blieb dem schon seit längerer Zet getrennt vom ehemaligen Partner lebenden Opfer eine Vernehmung erspart. Die Frau, zunächst als Zeugin vor dem Saal wartend, konnte neben ihrer Anwältin Sandra Gierl (Schwandorf) Platz nehmen.

Verteidiger möchte Bewährung

In seinem Plädoyer startete Verteidiger Christopher Posch erneut den Versuch, für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe zu erwirken. Er verwies dabei auf dessen Willen, sich therapieren zu lassen. Für Oberstaatsanwalt Stefan Täschner bestand allerdings "kein Anlass, das Ersturteil zu ändern". Sein Antrag lautete auf Zurückweisung der Berufung.

Die Dritte Strafkammer unter Vorsitz von Peter Hollweck schloss sich in ihrem Urteil dem Antrag des Oberstaatsanwalts an. Sie hielt zwei Jahre und vier Monate Haft für angemessen und schickte den 36-jährigen Angeklagten parallel dazu in eine längerfristige Entzugsmaßnahme. Dazu hatte während der Verhandlung die medizinische Sachverständige Anna-Christine Wunder-Lippert (Nürnberg) geraten.

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