30.08.2019 - 17:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verkehrsüberwachung schützt

Im ersten Halbjahr erwischen die Kontrolleure des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit im Landkreis Schwandorf über 15 000 "Zu-schnell-Fahrer". Im gesamten Verbandsgebiet sind es fast 70 000. Darunter sind auch "traurige" Rekorde.

Überhöhte Geschwindigkeit ist die Hauptursache für tödliche Unfälle. Geschwindigkeitskontrollen tragen dazu bei, die Raser zur Räson zu bringen. Das belegen die Zahlen eindeutig.
von Georg Köppl Kontakt Profil

(kö) Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptursache für tödliche Unfälle. Verstärkte Geschwindigkeitskontrollen sind daher ein Schwerpunkt des Verkehrssicherheitsprogramms der Staatsregierung. Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZV KVS) unterstützt diese Strategie (siehe Info-Kasten).

Verstoß-Quote sinkt

Fast 70 000 Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen erfassten die Mitarbeiter des Verbands seit Jahresbeginn im gesamten Einzugsbereich. Im Landkreis Schwandorf waren es 15 349. In der Statistik fehlen laut Pressestelle die Zahlen aus Altendorf, wo die Messungen erst im September wieder aufgenommen werden und aus Guteneck, wo nun ausgesetzt wird. Für Thanstein liegen wegen technischer Probleme keine korrekten Zahlen vor.

"Wir wollen nicht möglichst viele Verstöße aufnehmen, sondern diese immer weniger werden lassen", sagte Geschäftsführer Maximilian Köckritz bei der Halbjahresbilanz und ergänzt: "Dass wir dieses Ziel erreichen, belegen unsere Statistiken. An Orten, an denen wir regelmäßig überwachen, reduzieren sich die hohen Geschwindigkeiten immens". Und wo langsamer gefahren wird, ereigneten sich auch weniger schwere Unfälle. Übrigens: Seit 1. August hat Sandra Schmidt die kommissarische Leitung des ZV KVS inne, die zuvor die Verantwortung für die kaufmännische Abteilung trug. Köckritz wechselte zum Eigenbetrieb "Digitale Infrastruktur" im Landkreis Cham.

Dass die regelmäßige Überwachung der Verkehrssicherheit zugute kommt, belegt die Statistik eindeutig. Beispiel Nürnberger Straße in Schwandorf: Hier gingen die Verstöße von ursprünglich 21,69 Prozent auf 12,07 Prozent zurück. In der Neunburger Straße in Dieterskirchen sank die Quote von 13,28 auf 3,54 Prozent und in der Nabburger Straße in Schwarzhofen von 14,34 auf 8,65 Prozent. Trotzdem wird noch immer zu oft zu schnell gefahren. Überschreitungen im Tempo-30-Bereich um bis zu 40 Stundenkilometer und im 50er-Bereich um bis zu 50 km/h sind leider immer noch an der Tagesordnung.

"Traurige" Rekorde

Zwei Verstöße waren ganz massiv: In Hinterthürn/Bruck, fuhr ein Motorradfahrer bei erlaubten 80 Stundenkilometern 184 km/h. Das bedeutet 1 200 Euro Bußgeld (Verdopplung des Bußgelds von 600 Euro wegen Vorsatz), zwei Punkte in Flensburg sowie drei Monate Fahrverbot. Auf der B 85 auf Höhe Mögendorf fuhr ein Autofahrer im Baustellenbereich bei erlaubten 50 km/h 112 Stundenkilometer. Das kommt ihm ganz schön teuer: 880 Euro Bußgeld (Verdopplung des Bußgelds von 440 Euro wegen Vorsatz), zwei Punkte in Flensburg sowie zwei Monate Fahrverbot.

"Solche gravierenden Überschreitungen zeigen ganz klar, wie sinnvoll und notwendig eine Verkehrsüberwachung ist, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten", heißt es in der Bilanz des Zweckverbands.

Über den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz:

Ins Leben gerufen wurde der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZV KVS) im November 2014 von elf Gründungsmitgliedern als "klassischer" Überwacher des ruhenden und fließenden Verkehrs.

Heute erfüllt der Zweckverband diese Aufgabe für rund 80 angeschlossene Städte, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften. Das Gebiet reicht vom Landkreis Amberg-Sulzbach über Regensburg bis zum Nürnberger Land. Aus dem Landkreis Schwandorf gehören folgende 14 Kommunen dem Zweckverband an: Altendorf, Bruck, Guteneck, Dieterskirchen, Maxhütte-Haidhof, Nabburg, Neukirchen-Balbini, Nittenau, Steinberg am See, Schwandorf, Schwarzhofen, Thanstein, Wackersdorf und Wernberg-Köblitz. In Nabburg, Steinberg am See, Wackersdorf und Wernberg-Köblitz wird nur der ruhende Verkehr überwacht; in den anderen Gemeinden der fließende. Mittlerweile steht der Zweckverband auch als Dienstleister rund um die Themen Mobilität, Digitalisierung und Sicherheit zur Seite. Beispiele sind der Ordnungsdienst oder das E-Carsharing.

Wer zu schnell unterwegs ist und dabei geblitzt wird, muss mit Sanktionen rechnen - vom Verwarnungs- oder Bußgeld über Punkte in Flensburg bis zum Fahrverbot. Mitgliedsgemeinden bezahlen für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs 30 Euro pro Stunde plus sieben Euro pro Fall für die Sachbearbeitung, wenn es zur Ahndung kommt. Beim fließenden Verkehr kostet die Stunde 100 Euro plus neun Euro für die Bearbeitung. Verwarnungs- und Bußgeldern fließen in die Gemeindekassen. (kö)

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