Schwandorf
14.09.2018 - 10:06 Uhr

Viel Glück bei der Suche

Ohne Zeugen kann ein Prozess nicht weitergehen. Sie müssen nun gesucht werden.

Die Staatsanwaltschaft steht vor der Aufgabe, zwei Männer aus Arabien ausfindig zu machen. Der eine soll geschlagen worden sein und der andere hat das als Zeuge angeblich beobachtet.

Die Justiz hatte ihn auf die Anklagebank geholt. Ein 28-Jähriger, untergebracht in einem Asylbewerberheim im östlichen Landkreis und aus einem arabischen Staat wegen der dort herrschenden Kriegswirren geflüchtet. Vor fast genau einem Jahr, so hielt ihm die Staatsanwaltschaft vor, war er angeblich mit massiven Hieben gegen einen Landsmann vorgegangen.

Was sich in der Unterkunft tatsächlich zutrug und intensiv die Polizei beschäftigte, bleibt zumindest vorerst nebulös. Niemals, so ließ der Beschuldigte übersetzen, habe er vom Faustrecht Gebrauch gemacht. Obgleich, wie er weiter wissen ließ, womöglich sogar Anlass dazu bestanden hätte. Denn immerhin sei er um 100 Euro, zwei Handys und 32 Busfahrkarten bestohlen worden.

Der Schwandorfer Amtsrichter Thomas Heydn bemühte sich um Aufklärung. Doch was soll die Justiz tun, wenn der mutmaßliche Dieb längst schon an eine anderen Ort verlegt worden ist und somit auch nicht sagen konnte, ob er nun Schläge für seine Tat erhielt? Nur eines erfuhr Richter Heydn noch: Ein Teil der Beute sei später an den Eigentümer zurückgegeben worden: 10 Busfahrkarten, zwei inzwischen defekte Handys und etwas von dem erbeuteten Geld.

Von der Bildfläche im Landkreis Schwandorf ist zwischenzeitlich auch ein weiterer Asylbewerber verschwunden. Der Mann soll darüber Angaben machen können, ob nun eine Schlägerei stattfand oder nicht. "Den brauchen wir auch", befand der Richter und setzte das Verfahren aus. Erst wenn man die Leute hat, wird es von Neuem beginnen.

 
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