23.06.2021 - 20:50 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wahlen in den Partnerstädten: Libourne links, Castillon rechts

Die Regionalwahlen in Frankreich gelten als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl. Landesweit liegen Konservative vorn. Schwandorfs Partnerstadt Libourne und Nabburgs Partner Castillon-la-Bataille entschieden anders.

Eine Wählerin gibt ihre Stimme während der Regionalwahlen in Frankreich ab. Die Beteiligung war niedrig, auch in Schwandorfs Partnerstadt Libourne und bei den Nabburger Partnern in Castillon-la-Bataille.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Das bürgerlich-konservative Lager liegt nach der ersten Runde der Regionalwahlen in Frankreich vorn. Die Region "Nouvelle-Aquitaine", in der Schwandorfs Partnerstadt Libourne und Nabburgs Partnerstadt Castillon-la-Bataille liegen, entschied sich anders: Dort hat der amtierende Regionalrats-Präsident Alain Rousset (Sozialisten, PS) mit knapp 29 Prozent der Stimmen die erste Runde gewonnen. Der 70-Jährige führt eine gemeinsame Liste aus PS, der Sozialliberalen Partei PRG und den Kommunisten (PCF) an. Auf Platz zwei in der Region liegt nach der ersten Runde eine Listenverbindung der rechtsextremen "Rassemblement National" (RN) mit gut 18 Prozent. Die Liste wird von Edwige Diaz angeführt.

Besser als republikweit (rund 10 Prozent) schloss das Lager von Präsident Emmanuel Macron ab: In der Region Nouvelle-Aquitaine erreichte ein Bündnis mit seiner Partei LREM knapp 14 Prozent und damit Platz drei. Die Liste wird von Geneviève Darrieussecq angeführt, Staatssekretärin im Verteidigungsministerium. Die bürgerlich-konservativen Republikaner landeten mit ihrem Kandidaten Nicolas Florian auf Platz vier (12,5 Prozent), knapp vor den Grünen (12 Prozent). Die Wahlbeteiligung war erschreckend niedrig: In der Region erreichte sie gerade 35,91 Prozent.

In Schwandorfs Partnerstadt Libourne schnitt Rousset mit 34,4 Prozent noch etwas besser ab als in der Gesamtregion. Auch hier liegt die RN mit 20,6 Prozent auf Platz zwei vor der Listenverbindung des LREM (12,8 Prozent). Nut gut 5000 der über 16000 Berechtigten gaben ihre Stimme ab, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 31,7 Prozent. In Nabburgs Partnerstadt Castillon-la-Bataille – mit rund 1800 Wahlberechtigten wesentlich kleiner als Libourne – holte die rechtsextreme RN 31,1 Prozent und damit den ersten Platz, gefolgt von der Liste Rousset (28,6) und den Republikanern (15,5). In Castillon gaben nur 572 Wähler ihre Stimme ab, das sind 31,4 Prozent der Berechtigten.

Der Regionalrat "Nouvelle-Aquitaine" hat 183 Sitze, deren endgültige Verteilung nach dem zweiten Wahltag am kommenden Sonntag vergeben werden. Es dürfen die Listen antreten, die in der ersten Runde mehr als zehn Prozent der Stimmen erhalten haben. Die Liste mit den meisten Stimmen erhält automatisch als "Mehrheitsbonus" ein Viertel der Sitze, die weiteren drei Viertel werden nach dem Stimmenverhältnis unter allen teilnehmenden Listen verteilt. Der Rat wählt den Präsidenten der Region. Die 18 Regionen sind von der Größe her Bundesländern vergleichbar, haben politisch allerdings deutlich weniger Zuständigkeiten. 13 Regionen liegen in Europa, fünf sind Überseegebiete wie beispielsweise Französisch-Guayana.

Gleichzeitig mit den Regionalräten wurden die Vertreter in den Départements gewählt. Sie sind von der Größe her Landkreisen vergleichbar. Libourne und Castillon-la-Bataille liegen im Département Gironde, Sitz der Präfektur ist in Bordeaux. In Libourne holten die Sozialisten mit Jean-Henri Galand und Agnès Sejournet mit 53,4 Prozent den Sieg, gefolgt von der extremen Rechten (27,55) und den bürgerlich-konservativen (19 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag auch hier bei nur 31,6 Prozent. In Castillon entschieden sich 56,63 Prozent für die Kandidaten der Republikaner, Jacques Breillat und Liliane Poivert. Die extreme Rechte kam auf 25,6 Prozent, die gemäßigte Linke auf 18,1 Prozent. Nur 31,6 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme ab. Auch bei den Départements-Wahlen gibt es kommenden Sonntag eine zweite Runde.

Libourne Etappenziel der Tour de France

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