30.01.2019 - 17:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wasserwacht warnt: Noch nicht aufs Eis

So manche Eisfläche glitzert derzeit verführerisch für Stockschützen und Schlittschuhläufer. Der Kreisvorsitzende der Wasserwacht, Wolfgang Dantl, warnt aber eindringlich vor den lauernden Gefahren.

Mit einem speziellen, aufblasbaren Schlitten rettet die Wasserwacht Menschen, die auf Eisflächen eingebrochen sind. Das Bild entstand bei einer Übung auf dem zugefrorenen Teublitzer Badeweiher.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Ich würde selbst gerne Eisstockschießen oder Eishockey spielen", sagt Dantl. Aber: "Ich kann nur eindringlich davor warnen, aufs Eis zu gehen." Zwar hat's zur Zeit nachts teils knackigen Frost. Tagsüber wird's aber ziemlich warm. Wo die Sonne tagsüber hin scheint, ist es mit der möglichen Tragfähigkeit des Eises auch schnell wieder vorbei.

Wer eine überschwemmte, gefrorene Wiese kennt oder einen seichten Tümpel, der zugefroren ist, könne sein Glück versuchen. "Solange nur die Füße nass werden, wenn man einbricht, ist das kein Problem. Aber alles mit mehr als 50 Zentimeter Wassertiefe ist gefährlich, da würde ich dringend die Füße davon lassen", betont der Kreisvorsitzende. "Das Eis auf fließenden Gewässern ist sowieso tabu", warnt Dantl eindringlich, "das ist lebensgefährlich."

Vergangene Woche hat er mit Kameraden an der Wasserwachtstation am Teublitzer Badeweiher die Dicke der gefrorenen Schicht überprüft. Da waren es etwa neun Zentimeter. "Das hört sich viel an. Wenn einer oder zwei draufstehen, kann das auch halten. Aber wenn es mehr werden, wird's gefährlich". Außerdem folgte dann das warme Wochenende. Und: Es liegt Schnee auf vielen Eisflächen. "Das wirkt wie eine Isolierschicht. Der Frost kommt gar nicht richtig durch." Bis das Eis trägt, müsse es einige Tage auch tagsüber kalt bleiben.

"Einen Einsatz hatten wir Gott sei dank noch nicht, und ich will auch keinen Kameraden rausschicken müssen", betont der Kreisvorsitzende. Die Ortsgruppen sind aber vorbereitet. Die Fahrzeuge wurden für mögliche Eis-Rettungen aufgerüstet. Dafür verfügen die meisten Wasserwachts-Ortsgruppen über spezielle Schlitten. Verpackt haben sie die Größe einer Sporttasche. Die Eisrettungsschlitten ähneln Y-förmigen, großen Luftmatratzen, sind am Boden verstärkt und werden mit einer Druckflasche in Sekundenschnelle aufgeblasen. Bäuchlings auf dem Schlitten kann sich der Retter dem Verunglückten nähern und ihn retten. Kameraden sichern den Retter vom Ufer aus mit Leinen. Auch das Retten mit Leitern oder anderen Hilfsmitteln üben die Helfer der Wasserwachts-Ortsgruppen regelmäßig, auch zusammen mit der Feuerwehr. Die "Verunglückten" stecken dann natürlich in Neopren-Anzügen.

Damit die Kameraden nicht ausrücken müssen, appelliert Dantl an die wartenden Stockschützen und Schlittschuhläufer: "Bitte lasst es noch sein."

Das Eis auf fließenden Gewässern ist sowieso tabu. Das ist lebensgefährlich.

Wolfgang Dantl, Kreisvorsitzender der Wasserwacht

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