25.02.2019 - 13:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Von wegen tote Hose

Dass in Schwandorf nichts los sei, sei Stammtischgerede, sagt Paul Groß als Sprecher der Ausschussgemeinschaft von ÖDP und Grünen. Martina Englhardt-Kopf (CSU), Sandra Gierl (SPD) Kurt Mieschala (UW) und Ferdi Eraslan (FW) geben ihm Recht.

Das neu gestaltete Blasturm-Areal wertet das Stadtbild auf.
von Irma Held Kontakt Profil

Wobei der Stammtisch auch Teil der Kultur sei, merkt Kurt Mieschala in der Sitzung des Kulturausschusses scherzhaft an. Für ihn kommt die Tatsache, dass ein hoher Besucheranteil von außerhalb ist, einer Aufforderung an die Schwandorfer gleich, das Kulturangebot noch mehr wahrzunehmen. "Wir brauchen uns nicht zu verstecken". Laut Martina Englhardt-Kopf bietet Schwandorf schon jetzt ein attraktives Programm und werde im nächsten Jahr zum Publikumsmagneten (wir berichteten). "Wir freuen uns auf 2020." Auch nach Auffassung von Ferdi Eraslan kann sich die Stadt sehen lassen. Sandra Gierl verzichtet auf Wiederholungen und schließt sich für die SPD den Vorrednern an. Grund für die Lobeshymnen sind die Rückblicke, gespickt mit einigen Neuerungen, der Vertreter der Kultur- und Bildungseinrichtungen.

Kulturamt

1100 Besucher kommen 2018 zu den Konrad-Max-Kunz-Tagen, dessen Abschluss als Teil von "Wir feiern Bayern" noch einmal 1500 auf den Blasturm-Vorplatz zieht. Mit dem Street-Food-Festival und dem Filmnächten an der Naab wird der Stadtpark wieder zum Veranstaltungsort. Beide Events, berichtet Werner Robold für die erkrankte Leiterin Susanne Lehnfeld werden eine Neuauflage erfahren. Martina Englhardt-Kopf sieht die Neuerungen positiv, ebenso dass der Stadtpark belebt wurde. Felsenkeller

87 Personen im Schnitt besuchen die 18 Veranstaltungen im Felsenkeller. "Das kann sich sehen lassen, denn mit 100 bis 105 sind wir restlos ausverkauft", freut sich der Felsenkellerverantwortliche Werner Robold. Bei 595 Führungen gehen 11 599 Besucher durchs Labyrinth, das Gros in Gruppen. Über 37 Prozent davon kommen von außerhalb der Oberpfalz. Eine Steigerung von über zehn Prozent im Vergleich zu 2017. "Wir nähern uns peu à peu der Viertelmillion." Werner Robold meint die Zahl derer, die seit 1999 die Felsenkeller gesehen haben. Zum Jahresende 2018 sind es 228 597.

Oberpfälzer Künstlerhaus

Mit der Siebdruckwerkstatt trifft die Kebbel-Villa nach den Worten von Leiterin Andrea Lamest voll ins Schwarze. Die Nachfrage ist nach wie vor hoch und alle Kurse des ersten Halbjahres 2019 seien ausgebucht. Das neue Angebot einer Taschenlampen-Führung sei gut angekommen. Heuer werde der letzte Klavierführung unter der Leitung von Professor Kurt Seibert stattfinden. Der "Kunst-Shuttle", der 2018 nach Cham und Blaibach führt, wird fortgesetzt. In Planung ist ein Shuttle nach Neumarkt und Amberg. Für Mitglieder des Fördervereins als Veranstalter ist er kostenlos. Nichtmitglieder zahlen zehn Euro.

Stadtmuseum

Leiterin Eva Maria Keil nennt für "das kleine Museum" eine "Superzahl" von 2920 Besuchern. 43 Gruppenführungen bezeichnet sie ebenfalls als relativ hoch. Ein Selbstläufer ist das Ferienprogramm in der Museums-Aktiv-Werkstatt. Hauptaufgabe sei die Betreuung und heuer die Neugestaltung der Dauerausstellung. Das Museum wird außerdem barrierefrei umgebaut. Bereits am 8. März wird die Sonderausstellung "Unser Wald im Landkreis Schwandorf - damals, heut zukünftig" eröffnet.

Jugendtreff

Für den Jugendtreff steht 2018 unter keinem guten Stern. Susanne Grießhammer rekapituliert, dass bereits im Dezember 2017 Mitarbeiter über körperliche Beschwerden klagten. Ein Schadstoffmessung ergibt eine hohe Belastung mit Schimmelpilzen. Ursache ist ein nicht sichtbares Leck in der Heizung. Bei weiteren Messungen werden in dem Gebäude, besonders im Schlauchturm, erhöhte Hefepliz-Konzentrationen nachgewiesen Grund hierfür sind Susanne Grießhammer zufolge Baumängel im Sockelbereich. Mehrmonatige Sanierungsarbeiten folgen. Um die Einrichtung nicht zu schließen, wird in den Garten und den Sitzungssaal im ersten Stock ausgewichen. Das Veranstaltungsangebot ist jedoch geringer. Zunehmend beliebt werden nach Angaben der Leiterin die Ferienöffnungszeiten. Neu ist eine Leseförderung mit Otto in der Gerhardingerschule. Schulbesuchshund Otto sei everbodys darling. Tourismusbüro

Die Zahl der Stadtführungen bleibt mit 186 im Vergleich zu 2017 gleich. Durch die Neugestaltung des Areals um den Blasturm erfährt die Stadt nach Ansicht von Leiter Johannes Lohrer eine Aufwertung. Stolz ist er auf die Auszeichnung der Tourist-Info Das Qualitätsiegel "i-Marke" vergibt der Deutsche Tourismusverband zunächst für drei Jahre. Die Schwandorfer ist die erste prämierte im Landkreis. Gearbeitet wird weiter am Fußgängerleitsystem. Ähnlich wie die Radwege sollen in den kommenden Jahren die Wanderwege einheitlich beschildert werden. Die weihnachtlichen Stadtführungen werden 2019 wieder aufgenommen. Neu im Programm ist heuer die Wanderung auf dem Jakobsweg nach Naabsiegenhofen zum Heidelbeerhof Mulzer.

Stadtbibliothek

Im August übernimmt Leonie Flachsmann die Leitung von Alfred Wolfsteiner. Sie und ihr Team sind bei der Regalpflege und Sichtung des Bestandes, um Medien mit zu geringen Ausleihzahlen auszusortieren. Als neues Produkt ziehen die "Tiger Books" zur Leseförderung von Kindern an der Sandstraße ein. Demnächst sollen Zähler am Eingang installiert werden, um Kernzeiten zu definieren. Sandra Gierl regt an, wie in anderen Städten samstags zu öffnen. Leonie Flachsmann ist dem gegenüber aufgeschlossen. Volkshochschule

Die Volkshochschule ist weiterhin weiblich. Nach der Statistik, die Leiter Franz Xaver Huber vorstellt, sind 75 Prozent der Kursteilnehmer Frauen. Er richtet den Appell an die männliche Bevölkerung, stärker am Programm zu partizipieren. Dass 45 Prozent der Teilnehmer außerhalb der Kreisstadt leben, unterstreicht Franz Xaver Huber zufolge die zentrale Funktion Schwandorfs. Über das Angebot berichtet Geschäftsführer Erhard Sailer und nennt zuvorderst, den großen Bereich der Sprachkurse für unterschiedliche Zielgruppen. Daneben gibt es eine Vielzahl an Veranstaltungen mit Kooperationspartnern wie dem BRK, dem Hospizverein oder dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Eine neue Kooperation sind die Volkshochschule und die Asklepios-Klinik in Lindenlohe eingegangen.

Die Siebdruckwerkstatt im Künstlerhaus floriert. Die Kurse sind begehrt.

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