18.11.2019 - 15:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Weiße Engel" für das Ehrenamt

Für besonderes ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Gesundheit und Pflege zeichnet Gesundheitsministerin Melanie Huml zahlreiche Helfer mit dem "Weißen Engel" aus. Zwei Preisträgerinnen kommen aus dem Landkreis Schwandorf.

Ministerin Melanie Huml zeichnete Waltraud Ettl (links) und Rosa Niebler (rechts) aus.
von Externer BeitragProfil

"Ehrenamtlich Tätige sind Vorbilder für gelebte Mitmenschlichkeit. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen. Dieser Einsatz verdient große Anerkennung", betonte die Ministerin laut einer Pressemitteilung aus dem Gesundheitsministerium. Bayern lebe die Kultur des Ehrenamts. Fast die Hälfte der bayerischen Bevölkerung engagiere sich für das Gemeinwohl.

Die Auszeichnung "Weißer Engel" wird jährlich in jedem Regierungsbezirk verliehen. Diesmal war die Oberpfalz an der Reihe: In Amberg überreichte Huml den "Weißen Engel". Die Ausgezeichneten engagieren sich beispielsweise im Hospizbereich, in Selbsthilfegruppen oder im Besuchsdienst. Im Bereich der Pflege wird der "Weiße Engel" insbesondere an Personen verliehen, die sich durch vorbildhafte häusliche Pflege verdient gemacht haben.

Seit über 20 Jahren engagiert

Aus dem Landkreis Schwandorf wurden Christa Burggraf (Schwandorf) und Waltraud Ettl (Neunburg vorm Wald) geehrt. "Christa Burggraf engagiert sich seit über 20 Jahren für leukämiekranke Menschen"; hob Ministerin Huml in der Laudatio hervor. 1997 habe sie selbst die Diagnose Leukämie erhalten und kenne die Sorgen und Nöte der Betroffenen besonders gut. "Sie hat selbst erfahren, dass die Diagnose Leukämie das eigene Leben und das der Angehörigen erheblich ins Wanken bringt. Deshalb ist es ihr eine Herzensangelegenheit, Menschen mit Leukämie zu helfen und sie darin zu unterstützen, neue Perspektiven zu entwickeln für ein Leben mit oder nach einer Erkrankung", sagte Huml weiter.

2000 habe sie den Förderverein "Leukämiehilfe Ostbayern" in Regensburg mitgegründet. Als Zweite Vorsitzende fülle sie ihr Amt mit sehr viel Tatendrang und Optimismus aus. Im Jahr 2000 habe Christa Burggraf außerdem die Selbsthilfegruppe "Leukämie und Lymphome Regensburg - Oberpfalz" gegründet, deren Vorsitzende sie ist. Mit dieser Selbsthilfegruppe biete sie Kranken und Angehörigen eine Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Seit 1998 besucht sie einmal wöchentlich Patienten in der Universitätsklinik in Regensburg.

Gruppenleitung übernommen

Ausgezeichnet wurden auch Waltraud Ettl und Rosa Niebler (Rieden). Sie setzen sich tatkräftig für Angehörige von psychisch kranken Menschen ein. Begonnen hat laut Ministerin Huml alles damit, dass sie selbst die Gruppe "Angehörige psychisch kranker Menschen" im Schwandorfer Diakoniezentrum besucht haben. Beide seien Mütter von mittlerweile erwachsenen Kindern mit psychischen Erkrankungen. 2009 habe dann die hauptamtliche Gruppenleitung den Dienst bei der Diakonie beendet. Waltraud Ettl und Rosa Niebler hätten damals beschlossen, selbst die Gruppenleitung ehrenamtlich zu übernehmen und die Gruppe unabhängig von der Diakonie weiter zu führen. Dafür wurde dann die Selbsthilfegruppe "Angehörige psychisch kranker Menschen" in Schwandorf gegründet, die sich einmal im Monat trifft.

"Seit nunmehr zehn Jahren sind sie jederzeit Ansprechpartnerinnen für die Angehörigen. Sie begleiten sie oft über Jahre hinweg und geben Hilfestellung bei der Krankheitsbewältigung", betonte Huml und fuhr fort: "Waltraud Ettl und Rosa Niebler machen den Menschen Mut, dass sie es schaffen können, mit den Problemen ihrer psychisch kranken Angehörigen umzugehen."

Auch Christa Burggraf aus Schwandorf war unter den Geehrten.
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