"Die Schwandorfer können sich sicher fühlen", zieht Erster Polizeihauptkommissar Armin Kott Bilanz. Der Chef der Schwandorfer Inspektion legte den Sicherheitsbericht für das Jahr 2020 vor – pandemiebedingt ohne die sonst übliche Runde im Rathaus. Die Zahlen, die Kott vorlegt, sind erfreulich: Die Gesamtzahl der Straftaten fiel um 12,5 Prozent auf 1750. Das ist der niedrigste Stand seit 2014. Damit liegt die Stadt besser als der Schnitt der Oberpfalz: Im Regierungsbezirk sank die Zahl der Delikte um 5,3 Prozent.
"Im Ergebnis für das Jahr 2020 können wir sagen, dass die Pandemie mit ihren einhergehenden Einschränkungen des persönlichen und öffentlichen Lebens weitgehend für rückläufige Tendenzen bei der Kriminalitätsentwicklung gesorgt hat", so Kott in seinem Sicherheitsbericht. Allerdings gibt es auch zwei Ausnahmen.
Mehr Drogendelikte
389 Fälle der Rauschgiftkriminalität mussten die Beamten der Inspektion im vergangenen Jahr bearbeiten. Das bedeute einen erneuten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (321 Fälle), so Kott. "Es gibt alles, was man erwerben kann", sagte Kott. Etwa die Hälfte der Delikte betreffe Marihuana. Crystal bleibt weiter ein Problem, genauso stellten die Beamten Heroin, Kokain, LSD und Amphetamine sicher. "Die Stadt liegt sehr zentral", macht Kott als eine der Ursachen aus. Es gebe auch eine lokale Szene, deren Mitglieder immer wieder mit verbotenen Substanzen erwischt wird. "Wir werden den Kontrolldruck möglichst hoch halten", sagte der Polizeichef den Oberpfalz-Medien.
Die Zahl der Gewaltdelikte insgesamt ist zwar gesunken. Überschattet wird diese Entwicklung allerdings von einem Tötungsdelikt: In Büchelkühn fielen im Juni eine Frau und ihr Lebensgefährte einem Verbrechen zum Opfer. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft, im soll noch in diesem Jahr der Prozess gemacht werden. Außerdem musste die Polizei von Beginn der Pandemie im März an 92 Fälle häuslicher Gewalt registrieren. Das war laut Kott ein Drittel mehr als noch ein Jahr zuvor.
Der insgesamt deutliche Rückgang der Kriminalität trifft Deliktsfelder, die als besonders ausschlaggebend für das Sicherheitsgefühl der Bürger gelten. Da sind einmal die Straftaten im öffentlichen Raum. Die Straßenkriminalität sank auf 196 Fälle, das ist der niedrigste Stand seit acht Jahren. Ausgangssperren und weitere Verbote haben hier offenbar nicht nur gegen das Virus gewirkt, sondern auch Gaunern das Betätigungsfeld genommen. Auch deutlich weniger Sachbeschädigungen waren zu verzeichnen: 106 Fälle registrierte die Inspektion, im Jahr 2019 war es noch ein Rekordwert von 276. Damals schlug allerdings eine ganze Serie von Graffiti-Schmierereien erheblich zu Buche.
Weniger Einbrüche
Auch Dieben und Einbrechern nahm die Pandemie zum Glück das Betätigungsfeld. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 381 Fälle, ein deutlicher Rückgang gegenüber 2019, als noch 460 Delikte verzeichnet wurden. "Ladendiebstähle schlagen mit 116 Taten und Fahrraddiebstähle mit 64 Taten zu Buche", so Kott. Das gleiche Bild bei Wohnungseinbrüchen: Vier Fälle mussten bearbeitet werden, im Jahr zuvor waren es noch 13.
Noch eine positive Entwicklung: Die Aufklärungsquote der Inspektion stieg im vergangenen Jahr auf rekordverdächtige 83 Prozent. "Da können wir stolz drauf sein", sagt Kott, schränkt allerdings ein, dass das auch am Rückgang von Straftaten wie Sachbeschädigungen liege, wo erfahrungsgemäß die Aufklärungschancen eher gering sind.
520 Corona-Verstöße
Die Pandemie und wechselnde Infektionsschutz-Vorschriften haben der Polizei aber auch neue Aufgaben beschert. Die meisten Kontrollen seien während des regulären Streifendienstes erfolgt, so Kott. Die Beamten hätten aber auch einigen Anzeigen, etwa wegen "Corona-Partys" nachgehen müssen. 520 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz registrierte die Inspektion auf. Außerdem mussten die Beamten n 36 versammlungsrechtliche Veranstaltungen, die sich thematisch gegen die auferlegten Corona-Maßnahmen richteten, polizeilich betreuen. "Die Teilnehmerzahlen bewegten sich dabei jeweils zwischen 40 und 70 Personen. Es kam dabei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen", so Kott.
Die Pandemie ließ auch die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtbereich sinken. "Glücklicherweise mussten wir keinen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang bearbeiten. Klassische Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet sind nicht auffällig geworden", so Kott in seinem Sicherheitsbericht (Hintergrund).
"Wir werden den Kontrolldruck möglichst hoch halten."
Weniger Verkehrsunfälle
- In Schwandorf wurden vergangenes Jahr 905 Verkehrsunfälle registriert, 2019 waren es noch 1023.
- Bei 173 schweren Unfällen (Vorjahr: 182) wurden 119 Menschen verletzt (Vorjahr: 134).
- Neunmal war Alkohol, 21 waren Drogen als Unfallursache im Spiel.
- Die Beamten erwischten 54 Fahrer, die mit Alkohol am Steuer saßen. 64 Fahrten unter Drogeneinfluss wurden registriert.
- 170 Fälle der Fahrerflucht registrierten die Beamten im Stadtgebiet, 20 weniger als noch 2019. 52 davon wurden geklärt.





















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