06.05.2020 - 16:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Wirtschaftsabkühlung" statt Corona

Die Coronakrise belastet den Schwandorfer Ausbildungsstellenmarkt deutlich schwächer als den Arbeitsmarkt. Dieses Fazit zieht der Leiter der Agentur für Arbeit, Markus Nitsch.

Die Coronakrise schlägt auf dem Ausbildungsmarkt bei weitem nicht so durch, wie auf dem Arbeitsmarkt.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Im Gesamtagenturbezirk ist demnach der Zugang an Ausbildungsstellen bis zum Berichtsmonat April 2020 deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Dies liegt nur am Rande an der Corona-Pandemie und deren Folgen. Vielmehr wirken sich in den Teilregionen verschieden stark andere Faktoren aus, zum Beispiel die Wirtschaftsflaute vor der Pandemie im Landkreis Schwandorf. „Die Coronakrise trifft sehr viele Unternehmen in der Region wie im Rest der Bundesrepublik mit voller Härte, wie die jüngst veröffentlichten Zahlen zur Kurzarbeit zeigen. Trotz des großen wirtschaftlichen Drucks sehen fast alle Arbeitgeber bislang aber davon ab, Ausbildungszusagen gegenüber den Jugendlichen zurückzuziehen. Stattdessen halten Sie daran fest und investieren so in die Zukunft ihres Betriebs“, berichtet Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Im Agenturbezirk meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 4 201 Ausbildungsstellen und somit 431 (9,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 2317 Stellen (49 mehr als im Vorjahr). Dem standen 2008 Bewerber gegenüber, was einem Rückgang von 191 Personen beziehungsweise zw. 8,7 Prozent entspricht. Unversorgt waren noch 628 Bewerber, 29 Personen (4,4 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Nitsch richtet den Fokus auf den Landkreis Schwandorf: "Die Corona-Krise wirkt sich deutlich schwächer auf den Ausbildungsmarkt im Landkreis Schwandorf aus als auf den Arbeitsmarkt". Zwar seien die gemeldeten Stellen zurückgegangen, dies sei jedoch nicht in erster Linie eine Auswirkung der Pandemie. "Bereits in den vergangenen Monaten war ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Ausbildungsstellenangebot zu verzeichnen. Grund hierfür sind vor allem die Folgen der Wirtschaftsabkühlung, die sich im Landkreis aufgrund der Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes besonders stark bemerkbar macht", erläutert der Agenturleiter. Größere Stellenstornierungen habe es aufgrund von Corona nicht gegeben. Bei neuen Stellenmeldungen herrsche jedoch – in diesem Fall auch aufgrund von Corona – eine gewisse Zurückhaltung.

Hintergrund:

Ausbildungsstellen

Im Landkreis Schwandorf meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 1495 Ausbildungsstellen und somit 67 weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 864 Stellen (102 mehr als im Vorjahr). Den Stellen gegenüber standen 677 Bewerber, was einem Zuwachs von 22 Personen entspricht. Unversorgt waren 219 Personen und somit 14 mehr als im April 2019.

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