21.01.2020 - 12:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wohnortnahe Geburtshilfe auf der Förderliste des Kreises

Das St. Barbara Krankenhaus bekommt vom Landkreis über eine halbe Million Euro für ein Jahr. Die Grundlage kommt aus München: Schwandorf ist im Geburtshilfe-Zukunftsprogramm des Freistaats enthalten.

Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (rechts) und die Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Susanne Merl, freuen sich über den von Landrat Thomas Ebeling überreichten Zuwendungsbescheid.
von Externer BeitragProfil

Mit dem "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" unterstützt der Freistaat Bayern seine Kommunen, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten. Landkreise und kreisfreie Städte im ländlichen Raum, die Defizite kleinerer Geburtshilfestationen ausgleichen, werden finanziell unterstützt. Der Kreistag hatte sich im März 2018 bereiterklärt, das Defizit, das dem Krankenhaus St. Barbara Schwandorf bei der Erbringung stationärer und ambulanter medizinischer Versorgungsleistungen im Fachbereich Geburtshilfe entsteht, auszugleichen. Landrat Thomas Ebeling überreichte nun an den Geschäftsführer des Krankenhauses St. Barbara, Dr. Martin Baumann, im Beisein der Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Susanne Merl, einen Förderbescheid für 2018 über 563 044,58 Euro.

Das Krankenhaus St. Barbara erfüllt mit seiner Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie die Voraussetzungen des "Zukunftsprogrammes Geburtshilfe". Bei 711 Geburten im Jahr 2018 liegt diese Zahl innerhalb der Bandbreite der Richtlinie von mindestens 300 und höchstens 800 Geburten. Außerdem ist das Krankenhaus in Schwandorf Hauptversorger der Region, weil 56 Prozent aller im Jahr 2018 im Landkreis angemeldeten Neugeborenen im Krankenhaus St. Barbara zur Welt kamen.

Geld auch für Hebammen

Am 17. Dezember 2019 hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in Nürnberg die ersten Förderbescheide an Vertreter der geförderten 26 Landkreise aus allen Regierungsbezirken Bayerns übergeben. Der Kreis Schwandorf gehört zu diesen geförderten 26 Landkreisen und erhält 478 000 Euro zur Unterstützung der wohnortnahen Geburtshilfe. Damit kann er das in St. Barbara im Jahr 2018 in der Hauptfachabteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie entstandene Defizit in Höhe von 563 044 Euro komplett erstatten. Nach Abzug der staatlichen Förderung beläuft sich der Eigenanteil des Kreises auf rund 85 000 Euro.

Zusätzlich zur Übernahme des Fehlbetrags der Geburtshilfe des Krankenhauses St. Barbara fördert der Landkreis Schwandorf seit November 2018 - ebenfalls mit Unterstützung durch das Zukunftsprogramm Geburtshilfe des Freistaates Bayern - Hebammen, die sich bereiterklären, längerfristig in der Geburtshilfe oder Wochenbettversorgung im Landkreis tätig zu werden. Bis heute können etwa 25 Hebammen mit dem monatlichen Zuschuss bedacht werden. "Mit diesen Maßnahmen trägt der Landkreis Schwandorf seinen Teil dazu bei, die wohnortnahe und hochwertige Versorgung für werdende Mütter im Landkreis zu erhalten", freute sich Landrat Thomas Ebeling.

Niedrige Kaiserschnittquote

Dr. Baumann und Dr. Merl dankten dem Landkreis auch im Namen der Hebammen für diese finanziellen Leistungen, mit der die letzte im Landkreis verbliebene Geburtshilfe bis auf weiteres sichergestellt wird. In den letzten fünf Jahren sind die Geburtenzahlen am Schwandorfer Krankenhaus gestiegen. Waren es 2014 noch 520 Geburten, so stieg die Zahl 2018 sogar auf 711, und im Jahr 2019 waren es immerhin noch 676 Geburten. "Auch die niedrige Kaiserschnittquote von nur 17 Prozent bei bundesweit etwa einem Drittel spricht für hohe Standards und eine gute fachliche Qualifikation", betonte Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Baumann.

In einem Ausblick verwies er auf den 11. März. An diesem Tag wird im Beisein der Gesundheitsministerin Melanie Huml der planmäßig fertiggestellte Neu- und Erweiterungsbau am Krankenhaus, der EU-weit ausgeschrieben werden musste, kirchlich gesegnet und offiziell eröffnet. Erste Stationen werden den Betrieb bereits am 8. Februar aufnehmen, da ein zeitgleicher Umzug aller Stationen nicht möglich ist. Der Landrat freute sich über die positiven Berichte aus dem Krankenhaus und wünschte der gesamten Einrichtung und insbesondere der Geburtshilfe weiterhin alles Gute.

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