29.07.2020 - 12:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wolfsteiners Freiräume bereichern die Stadt

Der Lesegarten der Schwandorfer Bücherei war der Lieblingsplatz des Stadtbibliothekars Alfred Wolfsteiner. „Um ihn habe ich 20 Jahre lang gekämpft“, erinnert er sich am Tag des Abschieds.

Abschiedsfeier unter dem Ahornbaum im Lesegarten der Stadtbibliothek: Das Bild zeigt von links: Susanne Lehnfeld, Leonie Flachsmann, Andreas Feller, Alfred Wolfsteiner, Jürgen Liebl und Angela Wolfsteiner.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Am Montag nahm Wolfsteiner noch einmal Platz unter dem mächtigen Ahornbaum und feierte mit seinen ehemaligen Mitarbeitern den Eintritt in den Ruhestand. Dabei erzählte er einige Anekdoten aus seiner 36-jährigen Dienstzeit.

Alfred Wolfsteiner übernahm die Stadtbücherei im Oktober 1982, nachdem er zuvor Archiv- und Bibliothekswesen studiert und an der Universitätsbibliothek in Regensburg und in der Stadtbücherei Bamberg gearbeitet hatte. „Damals war kulturell wenig geboten in Schwandorf“, erinnert er sich heute. Der Historiker Dr. Georg Klitta führte ihn damals in die Stadtgeschichte ein, die Alfred Wolfsteiner später fortschrieb.

Mehr als eine Verleihstube

Die Stadtbücherei ist weit mehr als nur eine Verleihstube. Dort finden regelmäßig Lesungen, Kindertheater, Volksmusiktreffen und Lesewettbewerbe statt. Das Team muss auch mit der neuesten Technik Schritt halten. Nach der Schallplatte kamen Kassette, CD, E-Books und Streaming-Dienste, nach der Videokassette die DVD. Der gesamte Bestand wurde digitalisiert. In einem Rekordjahr verzeichnete die Bücherei 330 000 Verleihvorgänge. Die Innenräume und Außenanlagen wurden neu gestaltet, ein Lese-Cafe und ein Lese-Garten eingerichtet.

Als Stadtbibliothekar ein Multitalent

Schwandorf

Alfred Wolfsteiner ist seinem Arbeitgeber dankbar für die Freiräume, die er reichlich genutzt habe. Zweimal hat er allerdings eine Abmahnung bekommen, über die er heute nur schmunzeln kann. Beim ersten Mal hatte er als Mitglied der Bürgerinitiative an einer WAA-Demonstration teilgenommen und sich damit den Unmut des damaligen Oberbürgermeisters Hans Kraus zugezogen. Der zweite „Rüffel“ aus dem Rathaus kam einige Jahre später. Alfred Wolfsteiner hatte in der Bücherei Unterschriftenlisten für das „Kirchenvolksbegehren“ auslegen lassen und damit nach Ansicht seines Dienstherrn die Neutralität verletzt.

Leserförderung der Kinder

Die Leseförderung der Kinder, die Vermittlung der Stadtgeschichte und die Mitarbeit im kulturellen Netzwerk der Stadt lagen Alfred Wolfsteiner besonders am Herzen. Er arbeitete 25 Jahre lang im kulturellen Arbeitskreis der Volkshochschule mit, bildete Gästeführer aus und tauschte sich mit den Kulturschaffenden in der Stadtverwaltung aus. Dafür bedankten sich Oberbürgermeister Andreas Feller, Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld, Nachfolgerin Leonie Flachsmann und Personalratsvorsitzender Jürgen Liebl mit Geschenken. Im Juli 2018 begann für Alfred Wolfsteiner die Freistellungsphase der Altersteilzeit, am 1. September geht der 65-jährige nun in Pension.

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