(td) In Wernberg-Köblitz beispielsweise gibt es vermutlich kein Auto mit Elektromotor. Davon ist Bürgermeister Konrad Kiener überzeugt. Auch die Marktverwaltung hat kein E-Fahrzeug in ihrer kleinen Flotte. So kann man es als amüsant oder als zaghaften Einstieg in die E-Mobilität bewerten, dass ausgerechnet der Bürgermeister eine kleine Ladestation für Stromautos gewonnen hat.
Etwas anders sieht es beim Landkreis aus. "Wir haben vier reine Stromer, und zwar BMW i 3, mit denen man auf Dienstfahrt innerhalb des Landkreises gehen kann", weiß Franz Pfeffer. "Wir haben am Amt auch zwei Ladesäulen für die Autos, aber wichtig ist, dass der Fahrer am Ende nicht vergisst, den Wagen auch wieder aufzuladen". Auch bei den Zweirädern mischt der Landkreis emobil mit, "denn wir verfügen sogar über ein Dienstfahrrad, das ein E-Bike ist".
Wenn man die letzten sieben Jahre in den Blick nimmt, dann zeigt sich eine leichte Zunahme an zugelassenen E-Autos im Landkreis Schwandorf. Ende 2012 gab es 28 Elektrofahrzeuge auf den Straßen des Kreises, 2015 waren es dann 53, im Jahr darauf 73. Vergangenes Jahr sprang die Zahl über die Hunderter-Grenze und wurde mit 104 registrierten Fahrzeugen erstmals dreistellig. Bis heuer (Stichtag 1. Oktober) wurden 139 reine Stromer zugelassen. Bei den Hybridfahrzeugen sieht es etwas besser aus. Hier stiegt die Zahl seit 2012 von 71 auf derzeit 459 an.
Überall werden Ladesäulen installiert, um die technischen Voraussetzungen für einen Umstieg auf die Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu unterstützen. "An sechs Schulstandorten im Landkreis stehen ab sofort Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung", informierte der Landkreis diese Tage und wies dabei auf die Standorte Burglengenfeld, Nabburg, Neunburg v.W., Nittenau, Oberviechtach und Schwandorf hin. "Dort befinden sich jeweils zwei Stellplätze, die für die Zeit des Ladevorgangs benutzt werden können." Die Ladesäulen stehen allen Besitzern von E-Fahrzeugen offen. Die Abrechnung erfolgt online.
Wolfgang Dumm, Kommunalbetreuer der Bayernwerk AG im Landkreis Schwandorf, weist darauf hin, dass die Bundesregierung ein Förderprogramm aufgelegt hat, das auch Privatleute nutzen können. Ziel des Programms ist der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur mit bundesweit 15 000 E-Ladesäulen. Die Zahl der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge werde sich nur steigern lassen, "wenn die Menschen Vertrauen in das gesamte System haben".
In 90 Minuten aufgeladen
Die technischen Vorgaben neu zu errichtender öffentlicher Ladepunkte werden in Deutschland seit März 2016 durch die Ladesäulen-Verordnung reguliert. Praktisch alle Elektroautos können mit einem entsprechenden Adapterkabel an jeder Steckdose aufgeladen werden. Die Ladegeschwindigkeit ist vor allem von der Leistung des Ladegerätes abhängig. Während der Ladevorgang bei einem herkömmlichen Haushaltsanschluss mit 3,3 kW bei einem Elektrofahrzeug mit einer Batterie von etwa 20 kWh sechs bis acht Stunden dauert, so reduziert ein 10-kW-Anschluss die Ladezeit auf zwei bis drei Stunden. Bei einer Standardanlage mit 22 Kilowatt Ladeleistung dauert der vollständige Ladevorgang eines E-Autos mit einer Reichweite von 140 Kilometern rund 90 Minuten. Deutlich schnellere Ladezeiten sind mit Schnellladeeinrichtungen möglich: Bei 50 kW ist ein Elektrofahrzeug in 30 Minuten geladen, bei den in Entwicklung befindlichen 100-kW-Anschlüssen in 15 Minuten. In Japan wurde ein Steckersystem für das CHAdeMO-Schnellladesystem mit Gleichstrom und bis zu 62,5 kW entwickelt. Da dieser Ladeanschluss an vielen erhältlichen Elektroautos (Nissan Leaf, Mitsubishi i-MiEV) vorhanden ist, wurde diese Ladestruktur ausgebaut. Tesla Motors betreibt mit den Superchargern ein eigenes Schnellladesystem mit bis zu 135 kW. Das Ladesystem ist nur für Tesla-Fahrzeuge nutzbar.














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