09.10.2020 - 17:44 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Ziel: Mandat nach Schwandorf holen

Der - oder die - nächste Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis 234 soll aus dem Kreis Schwandorf kommen - wenn es nach der CSU geht. Wen schickt sie ins Rennen? Der Kreisvorstand hält sich bedeckt, auch die Favoriten. Bis auf einen.

Die Zweite Bürgermeisterin der Großen Kreisstadt Schwandorf, Martina Englhardt-Kopf.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Seit 1998, als der Teublitzer Dr. Dionys Jobst sein Mandat aufgab, stellt die Chamer Kreis-CSU den Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis 234 Schwandorf/Cham. Zuerst mit Klaus Hofbauer, dann mit Karl Holmeier. Nach dem bereits 2017 angekündigten Rückzug Holmeiers soll sich das ändern - so jedenfalls der erklärte Anspruch des CSU-Kreisverbandes Schwandorf, den Vorsitzender Alexander Flierl bekräftigt. Namen nennt er nicht.

Er setzt auf ein "strukturiertes Verfahren", will mit einem möglichst einhellig beschlossenen Vorschlag an die Öffentlichkeit. In einer Sitzung des Kreisvorstands noch im Oktober soll die Entscheidung fallen, wer den Schwandorfer Kreisdelegierten vorgeschlagen werden soll.

Abstimmungen laufen

Hinter den Kulissen freilich wird schon lange spekuliert, wen die Landkreis-CSU ins Rennen der Bundeswahlkreiskonferenz schickt. Die könnte noch spannender werden als sonst - schließlich hat die Wahlkreisreform zu den beiden Landkreisen Schwandorf und Cham auch die Gemeinden Brennberg und Wörth an der Donau im Kreis Regensburg mit in den Kreis 234 gespült. Dennoch: Unter den 160 CSU-Delegierten der Konferenz dürfte Schwandorf mit 81 Stimmen nach CSU-Satzung knapp die Mehrheit haben. Cham kommt auf 75, die zwei Regensburger Gemeinden auf vier Stimmen.

Allein: Wenige Stimmen Mehrheit heißen noch lange nicht, dass sich der Schwandorfer Favorit durchsetzt. Das musste einst Steinbergs Altbürgermeister Jakob Scharf erleben. "Wir werden eine Persönlichkeit präsentieren, die auch die Bundeswahlkreiskonferenz überzeugen kann", sagte Flierl im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien.

Die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Martina Englhardt-Kopf, gilt schon lange als Favoritin auf die Nachfolge Holmeiers. Dazu öffentlich äußern möchte sich die Studiendirektorin an der Regierung der Oberpfalz nicht: "Die Abstimmungen in den Ortsverbänden und auf Kreisebene laufen noch", bittet sie um Verständnis. Mit ihrer Wahl zur Fraktionsvorsitzenden im Kreistag (als Nachfolgerin von Alexander Flierl) und zur Zweiten Bürgermeisterin in Schwandorf hat die Partei schon Zeichen gesetzt.

Neunburgs Bürgermeister Martin Birner, bei der Kreistagswahl "Stimmenkönig" der CSU, hält den Ball auch flach: Seine Entscheidung zu einer Kandidatur will auch er noch nicht öffentlich machen - gefallen ist sie schon, wie er den Oberpfalz-Medien sagt. Seine Heimat liegt nah an der Landkreisgrenze zu Cham - sicher nicht die schlechteste Voraussetzung.

Falter winkt ab

Der Dritte im Kandidaten-Karussell, Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, hat sich dagegen öffentlich festgelegt: Er will Chef bleiben im Rathaus der Industriegemeinde. "Ich gehe in der Arbeit als Bürgermeister meiner Heimatgemeinde auf", so Falter in einer Stellungnahme. Deshalb werde er sich nicht um eine Kandidatur um ein Bundestagsmandat bewerben. Ortsverband und Gemeinderatsfraktion habe er darüber bereits informiert.

Gibt's nun ein Duell in der Schwandorfer Kreisdelegiertenversammlung? Das ist unwahrscheinlich. Bislang hat es des CSU beinahe immer geschafft, bei Personalentscheidungen mit einer Stimme zu sprechen. "Das läuft auf Martina Englhardt-Kopf hinaus", sagt denn auch einer, der die Partei bestens kennt.

Die endgültige Entscheidung darüber, wer sich im Herbst 2021 für die CSU zur Wahl stellen wird, wäre in "normalen" Vorwahl-Jahren längst gefallen. Corona hat die Zeitpläne gehörig durcheinander gewürfelt, Ortsverbands- und die großen Kreisdelegiertenversammlungen waren lange nicht möglich. Die CSU-Bundeswahlkreiskonferenz mit den Delegierten aus den beiden Landkreisen und den beiden Gemeinden wird erst Anfang 2021 stattfinden. In Cham indes haben zwei Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen: Der JU-Kreisvorsitzende Matthias Scherr aus der Nähe von Rötz, und, etwas überraschend, Andreas Gruber aus Reichenbach. Die "Konkurrenz" aus Cham will Kreisvorsitzender Alexander Flierl nicht kommentierten.

Der Neunburger Bürgermeister Martin Birner.
Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter.

CSU-Wahlkreiskonferenz: Mehrheit für den Landkreis Schwandorf

Schwandorf

Wir werden eine Persönlichkeit präsentieren, die auch die Bundeswahlkreiskonferenz überzeugen kann.

Alexander Flierl, CSU-Kreisvorsitzender

Alexander Flierl, CSU-Kreisvorsitzender

 

 

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