„2025 war wirtschaftlich ein gutes Jahr“, versicherte der Kämmerer des Zweckverbandes, Tim Dirmeier, bei der Verbandsversammlung am Freitag, 24. Juli, im ZMS-Verwaltungsgebäude in Schwandorf. Die 17 angegliederten Städte und Landkreise lieferten 311.033 Tonnen Haus- und Sperrmüll an und leisteten dafür Vorauszahlungen in Höhe von 44,5 Millionen Euro. Tatsächlich betrugen die Entsorgungskosten aber nur 38,5 Millionen Euro. Das Plus von sechs Millionen fließt in die Rücklagen. Auf das wirtschaftlich gute Jahr 2025 folgen nun allerdings schwierige Zeiten.
Trotz des Überschusses hat der Kraftwerksbetreiber die Entgelt-Vorauszahlungen bereits in diesem Jahr von 143 auf 178 Euro je Tonne erhöht. Der Kämmerer nennt als Grund "die Herausforderungen der nächsten Jahre". Der Zweckverband investiert 430 Millionen Euro in die Sanierung der Müllverbrennungsanlage in Schwandorf-Dachelhofen und finanziert den Betrag ausschließlich über Kredite, die im Umlageverfahren getilgt werden sollen. Die Folge der Baumaßnahmen sei, so der Kämmerer, "dass sich die Durchsatzmenge im Schwandorfer Werk heuer auf 275.000 Tonnen beschränken wird". Der Rest von 140.000 Tonnen müsse auf andere Verbrennungsanlagen kostenpflichtig umgeleitet werden. Dirmeier rechnet deshalb in diesem Jahr mit einem Defizit von 19 Millionen Euro. Den Schuldenstand des Zweckverbandes beziffert er auf aktuell 59 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Großprojekts „Triphönix“ werde man heuer weitere 30 Millionen Euro aufnehmen müssen, so der Kämmerer. Dem stehe eine planmäßige Tilgung von 2,6 Millionen Euro gegenüber. Der Schuldenstand werde zum Ende des Jahres 86,4 Millionen Euro betragen, so die Prognose des Kämmerers.
Projekt "Triphönix"
In den aktuellen Vorauszahlungen zur Müllentsorgung von 178 Euro je Tonne sind 33 Euro CO2-Preis als Abgabe für den Ausstoß von Kohlendioxid enthalten. Gegen diesen „Kostentreiber“ wehrt sich der Zweckverband seit langem vergeblich. Verbandsvorsitzender Landrat Thomas Ebeling reiste eigens nach Brüssel und stieß bei den EU-Vertretern auch auf Verständnis, wie er bei der Sitzung am Freitag erklärte, doch ein Signal zur Abschaffung des CO2-Preises für Müllverbrennungsanlagen habe er nicht erkennen können.
„Sie haben sich eine interessante Periode ausgesucht“, gab der Vorsitzende den Verbandsräten bei der "konstituierenden Sitzung 2026 bis 2032" zu verstehen. In diese Zeit falle nicht nur das Projekt „Triphönix“, wie die Sanierungsmaßnahme am Kraftwerk heißt, sondern auch der Bau einer Monoklärschlamm-Verbrennungsanlage mit einer weiteren Investition von 130 Millionen Euro. Dazu hat sich inzwischen das „gemeinsame Kommunalunternehmen Klärschlammverwertung Schwandorf“ (gKU) gegründet, dessen Träger der „Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf“ (ZTKS) und der „Zweckverband Müllverwertung Schwandorf“ (ZMS) sind. Die ZMS-Verbandsräte entsandten am Freitag ihren Vorsitzenden Thomas Ebeling und dessen Stellvertreter Markus Pannermayr (Straubing) und Florian Wiedemann (Bayreuth) als Vertreter in den gKU-Verwaltungsrat. Vor Seiten des ZTKS sind dort die Bürgermeister Andreas Feller (Schwandorf), Martin Birner (Neunburg v.W.) und Konrad Kiener (Wernberg-Köblitz) vertreten.
Nachfolger für Schienentransport
Verbandsdirektor Thomas Knoll nennt „Triphönix“ das „komplexeste Projekt dieser Art in Deutschland“. Am 31. März 2031 soll es abgeschlossen sein. „Finanziell und zeitlich liegen wir voll im Plan“, versicherte der Geschäftsleiter den Verbandsräten. Nach über 40 Jahren sei die vierte Ofenlinie inzwischen saniert. Momentan erfolge der Ersatzneubau für die zweite und dritte Ofenlinie. Als Letztes werde dann die erste Ofenlinie abgeschaltet, so der Verbandsdirektor. Ein wichtiges Problem konnte Knoll noch lösen, bevor er am 1. September in den Ruhestand geht. Für das Transportunternehmen "DB Cargo", das den Vertrag mit dem Zweckverband gekündigt hat, konnte er zum 1. Januar 2027 als Nachfolgedienstleister die "Rail Bavaria Logistik“ für den Mülltransport auf den Schienen gewinnen.
Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf habe sich mittlerweile zum zweitgrößten kommunalen Entsorgungsunternehmen Bayerns entwickelt, betonte Vorsitzender Thomas Ebeling. Insgesamt 17 Verbandsmitglieder umfasst der ZMS heute: die kreisfreien Städte Amberg, Bayreuth, Landshut, Regensburg und Weiden, die Landkreise Amberg-Sulzbach, Bayreuth, Cham, Kulmbach, Landshut, Neumarkt, Neustadt/WN, Regensburg, Schwandorf, Tirschenreuth und die Abfallzweckverbände AZV Stadt und Landkreis Hof und ZAW Straubing Stadt und Land. Ebeling wurde bei den Neuwahlen im Amt bestätigt. Neu ist sein erster Stellvertreter in der Person des Regensburger Oberbürgermeister Thomas Burger, der in Abwesenheit gewählt wurde. Weitere stellvertretende Vorsitzende sind wie bisher der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann und der Straubinger Oberbürgermeister Markus Pannermayr.














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