Schwandorf
20.10.2021 - 16:46 Uhr

Zwei Corona-Tote und Inzidenz-Sprung im Landkreis Schwandorf

Die Corona-Inzidenz im Landkreis Schwandorf geht deutlich nach oben. Innerhalb einer Woche ist der Wert in den dreistelligen Bereich angestiegen. Unterdessen sind zwei weitere Todesfälle zu beklagen.

Symbolbild: Christophe Gateau

Dem Gesundheitsamt in Schwandorf wurden am Dienstag 67 neue Corona-Infektionen bekannt. Am Mittwoch registrierte man zunächst 26 Fälle (Stand 16 Uhr). Die Gesamtzahl der Infektionen wächst damit im Landkreisgebiet auf 9410 an. Die Zahl der mit oder an Corona Verstorbenen hat sich von 164 auf 166 erhöht. Verstorben sind eine 84-jährige Frau und ein 87-jähriger Mann, die beide zu Hause gelebt hatten. Der deutliche Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz, der Mitte letzter Woche begann, setzt sich fort. Lag die Inzidenz vor einer Woche am 13. Oktober noch bei 44,5, ist sie nun wieder dreistellig und liegt aktuell bei 117,2 (Dienstag: 85,5) . "Das war leider insoweit zu erwarten, als wir noch am Montag die niedrigste Inzidenz gegenüber all unseren Nachbarlandkreisen hatten und die Erfahrung lehrt, dass sich Inzidenzen aufgrund der vielen landkreisübergreifenden Kontakte angleichen. Die Trends sind oft ähnlich und es gibt nur eine zeitliche Verschiebung, was sowohl für steigende als auch für fallende Inzidenzen gilt", sagte dazu der Sprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl.

Neben einem überwiegend diffusem Geschehen mit vielen Einzelfällen kann man inzwischen von zwei Hotspots sprechen. In einer Firma im Landkreis gibt es 15 bestätigte Fälle, weiteren Verdachtsfällen wird nachgegangen. Im Senioren- und Pflegeheim Am Sand in Wernberg-Köblitz sind fünf Bewohner und vier Mitarbeiter betroffen. Die Infizierten waren zum Großteil geimpft. Eine weitere Reihentestung ist geplant.

Seit dem Beginn des Schuljahres am 14. September hat das Gesundheitsamt zu insgesamt 140 Fällen in Schulen individuell ermittelt. Teilweise konnte auf eine Quarantäne für Kontaktpersonen verzichtet werden, zum Teil musste neben der infizierten Person nur der unmittelbare Banknachbar die Quarantäne antreten und in anderen Fällen ging die gesamte Klasse in Quarantäne.

In den sieben Tagen vom 13. bis zum 19. Oktober wurden im Impfzentrum in Nabburg 625 Impfungen verabreicht, und zwar 195 Erst-, 365 Zweit- und 65 Drittimpfungen. Die Hausärzte im Landkreis Schwandorf haben in demselben Zeitraum 1168 Mal die Spritze angesetzt (292 Erst-, 503 Zweit- und 373 Drittimpfungen).

Da Drittimpfungen einen höheren Aufwand als Erst- und Zweitimpfungen verursachen, weil dazu die vorhergehenden Impfungen herausgesucht werden müssen und eine neue Registrierung erforderlich ist, sind Drittimpfungen generell nur mit Termin möglich. Der Termin kann aber telefonisch unter 09433/3189510 vereinbart werden. An nächster Woche können alle eine Drittimpfung erhalten, die im ersten Quartal ihre Zweitimpfung bekommen haben. Damit eröffnet sich für alle im März 2021 zweitgeimpften Personen die Möglichkeit einer Drittimpfung. Die Monate Januar und Februar waren bereits bislang „drittimpfberechtigt“.

Für alle Impfungen können ab sofort auch wieder Termine online unter www.impfzentren.bayern de gebucht werden. Personen mit Termin haben Vorrang gegenüber spontanen Besuchern. Jeder möge selbst entscheiden, ob er spontan vorbeischauen und dabei eventuelle längere Wartezeiten in Kauf nehmen oder ob er mit etwas Vorlauf einen festen Termin buchen und ohne oder mit allenfalls kurzer Wartezeit geimpft werden möchte. "Wir wollen flexibel auf den Bedarf reagieren und zu stark ausgebuchten Zeitabschnitten keine allgemeinen Öffnungszeiten anbieten, sondern die Terminbuchungen exklusiv abarbeiten. Zu Schwachlastzeiten werden Impfungen auch ohne Termin angeboten", so Prechtl.

Die Öffnungszeiten in den nächsten vier Tagen sind: Donnerstag von 11 bis 15 und 16 bis 20 Uhr (After-Work-Impfangebot); Freitag von 9 bis 13 und 14 bis 18 Uhr; Samstag von 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Sonntag von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr.

Woher das Gerücht stammt, weiß man nicht so genau. Aber: Es häufen sich Fälle, bei denen Personen ins Impfzentrum kommen, um sich testen zu lassen. Eine Person erklärte, der Hausarzt hätte sie hierhergeschickt. Um Missverständnisse zu vermeiden, weist das Landratsamt darauf hin, dass im Impfzentrum weder Schnelltests noch PCR-Tests angeboten werden.

Schnelltests werden an den Schnellteststationen im Landkreis gemacht. Das Bayerische Rote Kreuz und die Johanniter Unfallhilfe haben in der 41. Kalenderwoche insgesamt 811 Testungen erledigt, das waren deutlich weniger als in der Woche zuvor mit 1721 Testungen. Aktuell wurden zwei positive Schnelltests ermittelt. Die „Positivquote“ liegt mit 0,25 Prozent ähnlich wie in der Vorwoche (0,23).

Erwartungsgemäß ging mit dem Ende der kostenlosen Bürgertestungen ein starker Rückgang des Bedarfs an Schnelltestungen einher. Hinsichtlich der Testgründe zeigt sich in der vergangenen Woche folgendes Bild: 46,6 Prozent (378) Selbstzahler, 22,2 Prozent (180) unter 18 Jahre, 7,6 Prozent (62) schwanger bzw. stillend, 6,5 Prozent (53) leicht symptomatische Kinder (Bayerisches Testkonzept), 4,3 Prozent (35) Studierende einer bayerischen Hochschule (Bayerisches Testkonzept), 2,0 Prozent (16) Kontaktpersonen, 2,0 Prozent (16) Besucher stationärer Pflegeeinrichtungen, 1,9 Prozent (15) Personen mit medizinischer Kontraindikation gegen Impfung und 6,9 Prozent (56) sonstige Testgründe gemäß Testverordnung

Der veränderten Nachfrage folgend, ändern sich ab dem 21. Oktober die Öffnungszeiten im Schnelltestzentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf. Dort wird bis auf weiteres Montag bis Freitag von 14.30 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 8.30 bis 12 Uhr getestet. Die Teststellen und deren Öffnungszeiten werden im Internet unter www.etermin.net/coronatest regelmäßig aktualisiert. Aktuell befinden sich neben dem Testzentrum in Schwandorf die Teststellen in Burglengenfeld, Schwarzenfeld, Wernberg-Köblitz, Nittenau und Schönsee in Betrieb.

Oberpfalz25.05.2022
 
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