(mmj) Beim Schlagbaum an der Grenze zum Nachbarland formierten sich die Ehrengäste und Vereinsabordnungen zum Kirchenzug, denn die Musikanten der "Blechlawine" anführten. Bei der kleinen Kirche in Schwarzach hieß der Vorsitzende des Heimatvereins St. Anna Waier-Schwarzach die Teilnehmer, unter ihnen Bürgermeister Gerald Reiter und Gemeinderäte, am Gottesdienst willkommen.
Ulschmid gab einen Rückblick über die Entstehungsgeschichte der Wallfahrtskapelle. Er dankte dabei allen, die in den vergangenen vier Jahrzehnten Engagement für den Erhalt des Gotteshauses zeigten. Besonders dankte er BGR Pfarrer Michael Reitinger, der mit den Gottesdiensten die Kapelle mit Leben füllt.
Ersatz für Heimatkirche
Für Pfarrer Michael Reitinger, der vor 40 Jahren als zuständiger Geistlicher bei der Einweihung die Kapelle mit segnete, seien Dorfkirchen, Dorfkapellen oder Dorfkreuze christliche Mittelpunkte eines Ortes. Der Geistliche erinnerte an das erste Gespräch mit Franz Wartha im Jahr 1976, bei dem ihm dieser die Idee zum Bau einer Privatkapelle unterbreitete.
Dabei bat Reitinger um die Überlegung zum Bau einer größeren Kapelle und so das gesamte Dorf mit einzubeziehen. Nach mehreren Unterredungen und Planungen wurde schließlich aus der Idee diese St.-Anna-Kapelle. Für die ehemaligen Pfarrangehörigen aus dem früheren, ab der Landesgrenze gelegenen Kirchensprengels Waier, sollte sie bei den jährlichen Treffen Ersatz für die ehemalige Heimatkirche sein.
Gebet sichert Frieden
Die inzwischen offenen Grenzen und der immer kleiner werdende Kreis der früheren Bewohner Waiers brachten, so der 80-jährige Geistliche, für diese Kapelle eine Akzentverschiebung. Als Gebetsstätte sei sie für die einheimische Bevölkerung ein Gewinn. "In einer Familie oder einem Dorf, wo miteinander gebetet wird, herrscht Friede und keine Feindschaft, man hilft sich gegenseitig in Not und Gefahr", betonte der Priester.
Pfarrer Reitinger wünsche sich das Aufblühen des christlichen Glaubens dies- und jenseits der Grenze. Er hoffe, dass aus dieser Stätte für alle Zeit Friede und Segen für Land und Leute in Bayern und Böhmen ausgehe. Vor dem Schlusssegen des würdevollen Festgottesdienstes weihte der Geistliche die von der Familie Wagner gestifteten Holzfiguren der Gottesmutter und des heiligen Josef.
Michael Ulschmid dankte Pfarrer Reitinger für sein Engagement für die Kapelle mit einem Bild dieses kleinen Gotteshauses. Anschließend zogen die Teilnehmer am Gottesdienst zum gemütlichen Beisammensein ins Festzelt. Unterhaltsam, aber auch mit berechtigtem Stolz, gab es an den Tischen Gespräche über die St.-Anna-Kapelle und an frühere Heimattreffen.
Bilderausstellung erinnert
Diese ergänzte die von Johann Vogl mit Peter Lampl und Heribert Wurm umfangreiche Bilderausstellung, die an das Leben im ehemaligen Kirchensprengel Waier und an die Weihe der Kapelle 1978 viele Erinnerungen wachrief.






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