22.12.2020 - 10:15 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Ganz Bayern hört Glocken aus Unterauerbach

Am Sonntag sind die vier Glocken aus der Unterauerbacher Pfarrkirche im ganzen Freistaat zu hören. Das Zwölfuhrläuten wird im Bayerischen Rundfunk übertragen.

von Redaktion ONETZProfil

„Es ist zwölf Uhr. Das Mittagsläuten kommt heute von der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus im oberpfälzischen Unterauerbach“: So, oder so ähnlich wird es sich am Sonntag, 27. Dezember, anhören, wenn man zur Mittagszeit Bayern 1 oder das Digitalradio BR-Heimat einschaltet.

Sonntags um Punkt 12 Uhr stellt die Redaktion „BR Heimat“ traditionell eine Kirche im Freistaat vor. Dazu läuten die Glocken. „Zwölfuhrläuten“ heißt die Sendung, die schon lange Kultstatus erlangt hat.

Heuer 100. Weihetag

Der Hintergrund, warum am letzten Sonntag im Jahr 2020 die vier Glocken aus der Pfarrkirche Unterauerbach zu hören sind, ist schnell erklärt: Das Gotteshaus konnte in diesem Jahr auf seinen 100. Weihetag zurückblicken. Eigentlich war im Jubiläumsjahr so manche Veranstaltung geplant: Man hatte den Regensburger Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer eingeladen und er hatte sein Kommen für den 5. Juli auch schon zugesagt. Mit Pauken und Trompeten und einem würdigen Kirchenzug mit allen kirchlichen und weltlichen Vereinen der Pfarrei und der Blaskapelle Auerbachtal sollte er willkommen geheißen werden.

Nur kleine Feier zum Kirchenjubiläum

Unterauerbach bei Schwarzach

Und wie vor einem Jahrhundert, am 8. Juli 1920, sollten wieder einige Kinder aus der Pfarrei im Rahmen des feierlichen Fest- und Pontifikalgottesdienstes das Sakrament der Firmung empfangen. Auch dem hatte der Regensburger Bischof schon zugestimmt. Im Anschluss hätte man natürlich auch mit allen Pfarrangehörigen und Gästen aus der Umgebung noch ein bisschen weltlich weitergefeiert. Aber die Corona-Pandemie machte einen Strich durch all diese Pläne. Der Bischofsbesuch wurde bis auf Weiteres verschoben.

Damit im Jubiläumsjahr doch noch ein besonderes Ereignis stattfindet, an das man im Nachhinein noch lange denken wird, kam im Pfarrgemeinderat die Idee auf, das Jubiläumsjahr am letzten Sonntag des Jahres 2020 im wahrsten Sinne des Wortes „ausklingen“ zu lassen. Und die Bewerbung beim Bayerischen Rundfunk war schnell erfolgreich.

Interessantes aus der Geschichte

Beim Zwölfuhrläuten aus Unterauerbach wird man nicht nur den Glockenklang vernehmen, sondern auch Interessantes über Dorf und Kirche erfahren. So etwa, dass schon die Slawen im 9. Jahrhundert im Auerbachtal gesiedelt haben. Deren besondere Verehrung des heiligen Nikolaus ist auch ein Indiz für das Patronat der Pfarrkirche.

1031 wird die Ansiedlung erstmalig als „Urpach“ urkundlich erwähnt. Mitten im Dorf, markant auf einem Hügel, thront der Kirchenbau, so ist es auch im kleinen Kirchenführer nachzulesen. Die jetzige Kirche wurde im Juli 1920 durch Bischof Antonius von Henle konsekriert.

Im Innern des Gotteshauses ist dann Gediegenheit erste Wahl. Zentral fällt der Blick auf den Hochaltar. Er hat die Form eines Reliquienschreins des Hl. Nikolaus und zeigt Bilder aus dem Leben des legendären Bischofs von Myra. Ebenso sind die vier Evangelistensymbole, die Marterwerkzeuge Christi und die vier abendländischen Kirchenväter zu entdecken. Neben dem Hochaltar stammen auch beide Seitenaltäre, der Beichtstuhl sowie die Lourdesgrotte aus der Werkstatt des Regensburger Bildhauers Hans Loibl. Ebenso der Ambo, der in früherer Zeit als Kanzel gedient hatte. In der Apsis zeigen zwei bunte Kirchenfenster die Heiligen Elisabeth und Johannes den Täufer.

30 Meter hoher Kirchturm

Im 30 Meter hohen Kirchturm verrichten heute vier Glocken ihren schallenden Dienst: Die kleinste, dem Hl. Josef geweiht, ist auch die älteste und wiegt 300 Kilogramm. Die drei anderen Glocken sind Heinrich und Kunigunde (350 Kilogramm), der Heiligen Familie (400 Kilogramm) und St. Nikolaus (700 Kilogramm) geweiht. Zusammen bringt das Unterauerbacher Glockenquartett eindreiviertel Tonnen auf die Waage.

Elektrisch betrieben wird das Geläut übrigens erst seit dem Jahr 1965. Im Zuge der Elektrifizierung der Kirchturmuhr wurden damals auch elektrische Glockenmotoren eingebaut und das Läuten an den Glockenseilen hatte ein Ende.

Als Sprecher der Sendung am Sonntag wird Christian Jungwirth fungieren. Die Aufnahme aus Unterauerbach wird nach der Übertragung als Podcast auf der Internetseite des Bayerischen Rundfunks abrufbar sein.

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