09.10.2019 - 17:54 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Kauf und Kooperation

Nach längerem Vorlauf investiert Schwarzach im Feuerwehrwesen in die Zukunft. Zudem wird eine Kooperation mit einer Nachbargemeinde angestrebt. Aber die Förderrichtlinien zur Ausstattung mit Atemschutzgeräten bereiten Kopfzerbrechen.

Für die Feuerwehr Unterauerbach wird ein neues TSF-W mit Atemschutz beschafft. Es wird versucht, mit dem Markt Schwarzenfeld eine kommunale Kooperation einzugehen, um den erhöhten Fördersatz zu bekommen. Der Beschlussvorschlag erhielt nach eingehender und kritischer Aussprache zehn Ja- und drei Nein- Stimmen.
von Herbert RohrwildProfil

Am 9. Januar 2018 stellte die Freiwillige Feuerwehr Unterauerbach den Antrag auf Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges, informiert Bürgermeister Hans Gradl im Beisein von Kreisbrandrat Robert Heinfling vor einer großen Zuhörerkulisse. Das vorhandene TSF wurde vor 30 Jahren in den Dienst gestellt und soll durch ein mittleres Löschfahrzeug (MLF) ersetzt werden. In seinem Rückblick erinnert Gradl an eine Gesprächsrunde mit allen Kommandanten der einzelnen Ortsfeuerwehren mit folgenden Aussagen: Für die Feuerwehr Weiding wird im Jahr 2019 ein neues Fahrzeug angeschafft und die Feuerwehr Unterauerbach erhält ein gebrauchtes mit Atemschutzausstattung. Der Bürgermeister wird beauftragt, ein gut erhaltenes, wasserführendes Fahrzeug zum Preis von maximal 50 000 Euro zu erwerben.

Mit vier Geräten

Die Suche erbrachte folgendes Ergebnis: Für ein 22 Jahre altes Auto sind mit den erforderlichen Anpassungen 56000 Euro - abzüglich des alten TSF im Wert von rund 8500 Euro - 47 500 Euro zu berappen. In der Juli-Sitzung beschloss das Gremium, dass die Verwaltung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit aussagekräftigen Daten als Entscheidungsgrundlage für den Ankauf eines neuen oder gebrauchten Fahrzeuges für die Feuerwehr Unterauerbach vorlege. Ebenfalls sind die zusätzlichen Förderhöhen bei einer interkommunalen Kooperation zu ermitteln. Laut Aussagen von Kämmerer Thomas Krapf liegen bei einer Nutzungsdauer von 32 Jahren die jährlichen Kosten für das Gebrauchtfahrzeug bei 5449 und für das Neufahrzeug zwischen 3460 und 4496 Euro.

Aufgrund des fehlenden Atemschutzes kann im großen Gemeindegebiets aktuell die Zehn-Minuten- Hilfsfrist nicht eingehalten werden, da bisher keine Feuerwehr damit ausgestattet ist, erklärte Kreisbrandrat Robert Heinfling. Zur Gewährung einer Förderung muss ein neues TSF-W mit vier Atemschutzgeräten gekauft werden. Unabhängig davon können nur zwei von vier Geräten für die Feuerwehr Unterauerbach aktiviert werden. Das reicht für den Erstangriff der Ortsfeuerwehr aus. Die beiden anderen Geräte können auch einer weiteren Ortsfeuerwehr überlassen werden. Bei dieser Situation sind für das gesamte Gemeindegebiet zwölf Atemschutzgeräteträger erforderlich. Diese Lösung bringe für die Gemeinde Schwarzach eine wesentliche Verbesserung bei der Wahrnehmung der Pflichtaufgabe Brandschutz, verdeutlicht Kreisbrandrat Robert Heinfling.

Die Anschaffung von vier Geräten ist auch Pflicht, wenn wissentlich nur zwei benötigt werden, kritisierte Dritter Bürgermeister Franz Herrmann. Auf die Frage von Georg Mayer hinsichtlich des Ankaufs weiterer neuer Fahrzeuge für Ortswehren gab Heinfling zu verstehen, dass gemäß der Normausstattung bei Neuanschaffungen stets vier Atemschutzgeräte erforderlich sind. Heinfling fügte hinzu, dass das Fördersystem hier etwas nachhinke. Die Gemeinde habe lange Zeit nicht mehr in neue Fahrzeuge investiert, signalisierte Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Er plädiere für eine Neuanschaffung und eine kommunale Kooperation mit dem Markt Schwarzenfeld. Die Notwendigkeit von Atemschutz sei bekannt, stellt Joachim Schießl heraus.

Drei Gegenstimmen

Der Beschlussvorschlag, für die Feuerwehr Unterauerbach ein neues TSF-W mit Atemschutz zu beschaffen, erhielt zehn Ja-Stimmen. Drei Gemeinderäte votierten dagegen.

Die vorgelegte Bedarfsmeldung der gemeindlichen Feuerwehren für das Jahr 2019 - für Ausrüstungsgegenstände 8500 Euro und die Schutzkleidung 2100 Euro - verteilt sich folgendermaßen auf die einzelnen Ortswehren: Altfalter (Ausrüstung 2320 Euro/Schutzkleidung 0 Euro), Schwarzach (1730/550), Unterauerbach (950/90), Weiding (920/510) und Wölsendorf (2580/950). Die Vorschläge erhielten eindeutige Zustimmung.

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