01.02.2019 - 17:11 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Negativ-Rekord bei Kartoffeln

Der Ertrag ist tief in den Keller gerutscht. Im Rückblick auf ein Vierteljahrhundert ist die Ernte im Hitzesommer 2018 für die Erzeugergemeinschaft (EG) Stulln für Qualitätskartoffel ein Negativ-Rekord.

Der stellvertretende EG-Vorsitzende Florian Mauerer (Mitte), leitete die Jahreshauptversammlung. Zu Sach- und Fachthemen referierten (von links), Georg Mayer, Christian Beer, Thomas Zirngibl, Ludwig Neff und Andre Nagler. Rechts im Bild Geschäftsführer Josef Irlbacher.
von Herbert RohrwildProfil

Stellvertretender Vorsitzender Florian Mauerer leitete im Beisein der Fachreferenten und zahlreicher Vertragslandwirte die Jahreshauptversammlung im Gasthaus Lorenz inWölsendorf. In seiner Rückschau erinnerte der Sprecher an verschiedene fachorientierte Veranstaltungen, darunter die Gebietsversammlung in Gütenland, die Schulung der Bonitierer in Mühlhausen in der firmeneigenen Kartoffelaufbereitung, die Führung durchs Sortenversuchsfeld in Eckendorf und die Vertragsunterzeichnung mit Burgis.

Geschäftsführer Josef Irlbacher bilanzierte detailliert Einnahmen und Ausgaben und stellte fest: "Ein gutes Plus wurde erwirtschaftet." "2018 war ein ziemlich verrücktes Jahr", markierte André Nadler, Leiter für Kartoffelbeschaffung, Lager und Aufbereitung bei Burgis. So ein niedriger Ertrag sei in den vergangenen 25 Jahren nicht registriert worden. Das neue Werk in Mühlhausen laufe gut. Das Familienunternehmen hatte laut Nadler einen höheren Bedarf als geplant. Zukäufe seien notwendig gewesen.

Nadler bedankte sich bei den Vertragsbauern für die pünktliche Lieferung. Der Neubau bei Burgis "Neues Knödelliebe-Werk" mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro sei abgeschlossen. Eine Powerpointpräsentation gewährte einen Blick ins Innere: Vom Anlieferungsbereich über die Schälanlage mit einer Stundenleistung von 18 Tonnen bis zum fertigen Knödel und zur Verladung. Der Absatz war um sieben Prozent höher als erwartet, betonte Nadler.

Von den angelieferten Sorten der EG Stulln nehmen "Gala" (60 Prozent) und "Krone" (15) die Spitzenplätze ein, berichtete Kartoffelqualitätsprüfer Thomas Zirngibl vom Erzeugerring für landwirtschaftliche Qualitätsprodukte Oberpfalz. Die Beschädigungen lägen im moderaten Bereich und die Summe aller Mängel niedriger als 2017. Die EG Stulln habe viel in Sachen Qualität unternommen, resümierte der Fachmann. Ludwig Neff, Vertriebsleiter/Sales Manager der global operierenden Bavaria Saat (Schrobenhausen) stellte verschiedene Sorten und die Firma vor. Ziel sei stets eine gute, resistente Qualität. Die Pflanzgutmengen sind knapp. Die Kartoffelvermehrer sollten Vorjahresniveau erreichen, ergänzte Christian Beer.

"Das Jahr 2018 war für die Kartoffelelanbauer eine besondere Herausforderung. Die Nerven wurden auf eine harte Probe gestellt", erklärte der Leiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nabburg, Georg Mayer. Die Thematik "Bewässerung" müsse erörtert werden. Aber die Möglichkeiten seien begrenzt. Auch der Kostenfaktor dürfe nicht unterschätzt werden.

Die Artenvielfalt sei in der Gesellschaft hoch aufgehängt. Das Anlegen der Blühstreifen durch Vertragslandwirte der EG Stulln mit Burgis im Anschluss an die Kartoffeläcker sei eine gute Sache und müsse in der Öffentlichkeit "rübergebracht werden".

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