19.07.2020 - 14:36 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Schwarzach schnürt ein 3,9 Millionen Euro schweres Etat-Paket

Die Gemeinde Schwarzach kann investieren, verfügt über einen ordentlichen Stand an Rücklagen und hat vergleichsweise geringe Schulden. Bürgermeister Franz Grabinger sieht einen "geordneten Haushalt". Doch ein Ansatz löst eine Debatte aus.

Michael Singer (rechts) rückt für den verstorbenen Hans Gradl in den Gemeinderat nach. Bürgermeister Franz Grabinger nahm ihm den Eid ab.
von Herbert RohrwildProfil

In der Sitzung des Gemeinderats Schwarzach erläuterte Kämmerer Thomas Krapf von der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld die wesentlichen Eckpunkte des Haushaltsplans 2020. Laut dem Vorbericht steigt das Gesamtvolumen gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf rund 3,9 Millionen Euro. Während sich die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt um 47 150 Euro verringern, wächst der Vermögenshaushalt um 197 150 Euro.

Deutlich geringer veranschlagt als 2019 hat der Kämmerer die erwarteten Steuereinnahmen. Der Grund: "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind zum jetzigen Zeitpunkt schwer abschätzbar", erläuterte Krapf. Eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögensteil sieht das Zahlenwerk nicht vor. Erforderlich werde eine Umschichtung aus dem Vermögenshaushalt in Höhe von 66 200 Euro in den Verwaltungsteil.

Der Vermögenshaushalt summiert sich heuer unter anderem durch vorgesehene Investitionen sowie Investitionszuschüsse auf rund 1,39 Millionen Euro. Vorgesehen ist beispielsweise die Sanierung des ehemaligen Stallgebäudes sowie Gestaltung des Dorfplatzes in Altfalter (560 000 Euro). Die Maßnahme wird heuer fertiggestellt. Im Feuerwehrbereich ist der Kauf von 135 Funkmeldeempfängern sowie von zwei Einsatzfahrzeugen für die Wehren Unterauerbach und Weiding (500 000 Euro) eingeplant. Für den Erwerb von Grundstücken sind 200 500 Euro angesetzt.

Die Finanzierung erfolgt durch Zuweisungen und Zuschüsse (844 000 Euro) sowie durch einen kräftigen Griff in die Rücklagen, das Sparbuch der Gemeinde, in Höhe von 597 650 Euro. Eine Kreditaufnahme sei nicht erforderlich, nach derzeitigem Stand auch nicht im Finanzplanungszeitraum bis 2023. Laut Kämmerer Krapf verblieben auf dem Rücklagen-Konto trotz der Entnahme "immer noch beachtliche 1,3 Millionen Euro". Der Schuldenstand werde sich, weil heuer rund 25 000 Euro abgebaut werden sollen, zum Jahresende bei 103 853 Euro einpendeln. Das mache eine Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 73 Euro aus. Mit Blick auf den Stand der Rücklagen sei die Gemeinde damit "faktisch schuldenfrei“, so das Fazit des Kämmerers.

Anfang Juli absolvierte Bürgermeister Franz Grabinger seinen Antrittsbesuch bei Landrat Thomas Ebeling

Schwarzach

Eine angeregte Debatte löste der Ansatz von 500 000 Euro für Anschaffungen im Feuerwehrwesen aus. In der Aussprache zum Etat 2020 thematisierten die Redner diese hohe Summe sowie den geringen Einfluss, den der Gemeinderat bei der Ausstattung der neuen Fahrzeuge hat. „Das Ganze gleitet uns aus den Händen“, warf Ratsmitglied Georg Mayer vehement ein. Bürgermeister Franz Grabinger rief die diesbezüglich gefassten Beschlüsse in Erinnerung, "die eigentlich vollzogen werden". Kämmerer Thomas Krapf verdeutlichte, dass im Haushaltsplan Mittel für Anschaffungen zur Verfügung gestellt werden. Die letztendliche Entscheidung fälle das Gremium. Der Etat für das Jahr 2020 wurde anschließend einstimmig angenommen.

Als Nachrücker für den verstorbenen Hans Gradl wurde in der Sitzung Michael Singer vereidigt, der nun für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Altfalter/Weiding/Richt dem Gremium angehört. Der 42-jährige Polizeibeamte hatte im Vorfeld schriftlich erklärt, das Amt anzutreten. Bürgermeister Franz Grabinger nahm dem neuen Ratsmitglied den Eid ab.

Bis zur nächsten Sitzung vertagt hat das Gremium die Wahl eines Zweiten und gegebenenfalls eines Dritten Bürgermeisters. Einen entsprechenden Antrag dazu hatte Gemeinderat Michael Wilfahrt gestellt, der auch ein deutliches Votum fand. Diese Positionen seien von grundlegender Bedeutung, so Wilfahrt. Daher sollte den Räten Gelegenheit zu Gesprächen eingeräumt werden. Mit dem vorgesehenen Sitzungstermin am 31. August könne die gesetzliche Frist noch eingehalten werden, merkte abschließend Bürgermeister Grabinger an.

Eckdaten:

Blick in den Verwaltungshaushalt

Im Etat stehen folgende Haupteinnahmequellen: Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 810 000 Euro (Vorjahr 930 000); Schlüsselzuweisungen 519 900 Euro (470 000 Euro); Gewerbesteuer 100 000 Euro (gleiches Niveau wie in den Vorjahren). Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb: Staatlicher Förderanteil für die Kindertagesstätte 33 000 Euro (Vorjahr 34 000 Euro); Kfz-Steuerpauschale: 100 000 Euro (100 000 Euro); Abwassergebühren: 145 000 Euro (145 000 Euro).

Größte Ausgaben-Posten: Personalkosten 240 050 Euro (im Vorjahr 185 350 Euro); Kreisumlage: 583 000 Euro (501 500 Euro). (ohr)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.