Beim Mitgliedertreffen der Seniorengemeinschaft "Generationen Hand in Hand" (GeHiH) im Schwarzenbacher Pfarrsaal gab er den rund 100 Besuchern Fingerzeige, wie man "Neppern, Schleppern und Bauernfängern", die auch im vergleichsweise sicheren westlichen Kreis Neustadt ihr Unwesen treiben, mit etwas Geistesgegenwart das Handwerk legen kann.
Sich selbst schützen
"Traditionell ist Hilfsbereitschaft ein selbstverständliches oberstes Gebot", hielt Bräutigam fest. Klingele ein Fremder an der Tür und bitte um ein Glas Wasser, sei wohl jeder geneigt zu helfen. Doch leider machten sich Kriminelle genau dies zunutze: "Deshalb ist Vorsicht heute mindestens genauso wichtig. Wer also ein Glas Wasser haben will, dem gebe ich ein Glas Wasser - aber durchs Fenster." Grundsätzlich tue jeder im Umgang mit Unbekannten gut daran, die Faustformel "Bis hierher und nicht weiter" zu beherzigen: "Wenn ich helfen will, kann ich das tun, aber nur insoweit, als kein Fremder meine Türschwelle überschreitet."
Lieber nachfragen
Das gleiche gelte auch, falls ein Fremder an der Tür um Hilfe wegen eines Unfalls bitte: "Wenn die Situation zweifelhaft ist, bieten Sie an, den Rettungsdienst zu rufen, aber lassen Sie niemanden ein." Hinter vermeintlichen Hilfsbitten, so Bräutigam, stecke der Wunsch, in die Wohnung eindringen zu können, um in einem unbeobachteten Augenblick Geld und Wertsachen zu entwenden. Noch dreister gingen jene vor, die bei persönlichen Besuchen oder Anrufen eine "seriöse Dienststellung" als Polizeibeamte oder Bankbedienstete vorspiegelten und behaupteten, sie müssten Geldbestände oder Geldkarten einschließlich Geheimzahl auf die Wache oder in die Bankfiliale mitnehmen, um sie auf Falschgeld oder korrekte Funktion zu prüfen.
Nie verkehrt sei, bei der angeblichen Dienststelle oder Bankfiliale zurückzurufen. "Lassen Sie sich den Namen der fraglichen Stelle geben und recherchieren Sie möglichst selbst die Rufnummer, denn eine Nummer, die der Besucher Ihnen nennt, kann falsch sein." Ferner stellte der Polizeibeamte klar: "Ein Polizist führt immer einen laminierten grünen Lichtbildausweis mit Dienstsiegel bei sich."
Leicht aufzudecken
Der noch immer beliebte "Enkeltrick" lasse sich für gewöhnlich leicht entlarven: "Ruft jemand an und stellt die Frage 'Hallo, weißt du, wer ich bin?', sollte man nie einen Namen raten, sondern schlicht zurückfragen: 'Nein, wer bist du denn?'" Dann stelle sich schnell heraus, ob der vermeintliche hilfebedürftige Neffe oder Enkel echt sei oder nicht.
Weiterhin legte Matthias Bräutigam den Besuchern ans Herz, sich bei Bargeldabhebungen das Geld möglichst vom Bankbediensteten hinter verschlossener Tür in einem Nebenraum auszahlen zu lassen, um nicht von Betrügern ausgespäht werden zu können.
Einzige Oberpfälzer Gemeinde
Außer dem GeHiH-Vorsitzenden Karl Lorenz und der Geschäftsführerin Elisabeth Gottsche begrüßte auch Schwarzenbachs Bürgermeister Thorsten Hallmann die Gäste des Mitgliedertreffens der Seniorengemeinschaft GeHiH und stellte kurz seine "in puncto Altersdurchschnitt junge Gemeinde" vor.
Besonders verwies er auf die laufenden Arbeiten am Projekt "Marktplatz der Generationen", in das die Staatsregierung Schwarzenbach als einzige Oberpfälzer Gemeinde aufgenommen habe und das auf eine Verbesserung von Wohnbedingungen, Infrastruktur und Dienstleistungsangeboten namentlich für Senioren abziele.
Eine solche Verbesserung stehe am Donnerstag, 7. Juni, mit der festlichen Einweihung des Dorfladens mit Dorftreff-Café bevor. Im alten Pfarrhof entstehe ein Bürger- und Kulturhaus mit einem für Gemeinderatssitzungen und Trauungen geeigneten "Bürgerzimmer" sowie Räumen für die Mutter-Kind-Gruppe und therapeutische Dienste: "Als Fernziel hoffen wir auch Arztsprechstunden anbieten zu können."
Der GeHiH als generationenübergreifender Solidargemeinschaft für vielfältige Hilfeleistungen versprach Hallmann: "Unsere Gemeinde wird Sie auch künftig unterstützen." (bjp)













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