20.09.2021 - 15:29 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Glasfasernetzbau ruckelt in Schwarzenbach bis 2028 vor sich hin

Zügig sollte es gehen mit der Glasfaserverkabelung in Schwarzenbach. Doch anders als bei der Erschließung der Weiler ist im Hauptort Geduld beim schnellen Internet gefragt.

Der Mobilfunkmast steht und verheißt Funklochfreiheit und LTE-Internet ab Anfang 2022. Wohl erst ab 2023 wird Schwarzenbach auch an die Verlegung eines flächendeckenden Glasfaser-Festnetzes gehen können.
von Bernhard PiegsaProfil

Flächendeckendes extraschnelles Festnetz-Internet per Glasfaser: Daran sollen alle Schwarzenbacher und Pechhofer so bald wie möglich teilhaben. Doch „so bald wie möglich“ bedeutet auch: So schnell es die Finanzlage erlaubt. Angesichts der Konkurrenz mit Bauprojekten wie der Fremdwasserkanalisation im Moos-Gebiet, dem Ausbau der Bahnhofskreuzung und der Modernisierung von Sporthalle, Gemeindezentrum und Kläranlage könnte sich die Glasfaserverkabelung bis 2027/28 hinziehen, urteilte Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Gemeinderatssitzung.

Immerhin gehe es mit der Erschließung der Weiler zufriedenstellend vorwärts. Anfang 2022 solle der Mobilfunkmast zwischen Schwarzenbach und Pechhof aufgeschaltet werden und Internetverbindungen über das schnelle LTE-Netz erlauben.

Die nun geplante neue Kabel-Datenautobahn solle in vier Etappen die Gemeinde erschließen. Als erstes, so Hallmann, komme Schwarzenbach östlich der Kreisstraße ohne die Neubaugebiete Moos und Hohe Straße an die Reihe: „Die Unternehmen an der Parksteiner Straße sind dringend auf leistungsfähige Netzverbindungen angewiesen.“ Trotzdem sei vor 2023 nicht mit dem Baubeginn zu rechnen. Ausschreibungen und die Erarbeitung des Ausbauplans zögen sich so lange.

Als zweiter Abschnitt sei für 2024/25 Schwarzenbach westlich der Kreisstraße mit dem Keßl-Werk und ohne die Siedlung ins Auge gefasst, Pechhof und die Siedlung könnten 2026/27 und das Gebiet Moos/Hohe Straße 2027/28 folgen. Die Reihenfolge der beiden letztgenannten Abschnitte stehe noch nicht endgültig fest.

Markus Thumfahrt (FWG) gab zu bedenken, dass schnelles Internet zunehmend unentbehrlich werde, vor allem im Hinblick auf die wachsende Bedeutung von Home-Office. Er nannte es unzumutbar, die Bürger so lange warten zu lassen. Der Bürgermeister hielt entgegen, dass die Gemeinde ihre vielfältigen Bauprojekte mit Augenmaß planen und zudem bei der Planung auf die begrenzten Personalressourcen der Verwaltungsgemeinschaft Rücksicht nehmen müsse.

Das Investitionsvolumen für das Gesamtprojekt schätzte der Rathauschef auf 2,8 Millionen Euro, den gemeindlichen Anteil nach Abzug der staatlichen Gigabitrichtlinien-Förderung auf 600.000 bis 650.000 Euro. Sieben Jahre nach Abschluss des letzten Ausbauabschnitts könne die Gemeinde das von ihr gebaute Netz an einen Betreiber verkaufen: „Allerdings wird der Erlös nur etwa 50 bis 60 Prozent unserer Kosten betragen.“ Bis Mitte Oktober laufe das Ausschreibungsverfahren für den Betreiber, der das gemeindeeigene Netz mieten solle.

Auftragsvergaben

In der nächsten Sitzung sollen die ersten Gewerke für den Umbau von Sporthalle, Feuerwehrhaus und Gemeindekanzlei vergeben werden. Die Halle werde noch bis März nutzbar sein. Die Grundschul-Mittagsbetreuung wird während der Bauarbeiten im Differenzierungsraum und im mittleren Klassenzimmer Platz finden.

Feuerwehr

Einstimmig bestätigte der Gemeinderat das Führungstrio der Feuerwehr Schwarzenbach: Kommandant Bernd Przetak und als Stellvertreter Robert Klier und Lukas Przetak. Wegen des immer umfangreicheren Bürokratieaufwands hatte die Wehr erstmals zwei Stellvertreter berufen.

Rechnungsprüfung

Außerdem nahm das Gremium den Bericht über die örtliche Prüfung der gemeindlichen Jahresrechnung 2020 zur Kenntnis. Besondere Auffälligkeiten habe es nicht gegeben, so der Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses Ulrich Hösl (CSU). Festgestellt wurden ein Volumen beim Verwaltungshaushalt von 2.487.848,39 Euro und beim Vermögensetat von 1.948.227,67 Euro.

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Info:

Kommandanten bestätigt

 

 

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