26.03.2020 - 14:21 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Hochzeitspaar aus Schwarzenbach kann wegen Coronakrise nicht heiraten

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Eigentlich wollten Andrea Götz und Sebastian Landgraf aus Schwarzenbach bei Pressath vergangenen Sonntag heiraten. Doch die Coronakrise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Andrea Götz und ihr Verlobter Sebastian Landgraf wollten am Sonntag, 22. März, standesamtlich heiraten. Doch die Hochzeit musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Darüber ist auch Sohn Leon (5) enttäuscht.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Den 22. März als Termin für die standesamtliche Hochzeit hatten Andrea Götz und Sebastian Landgraf ganz bewusst ausgewählt, weil es für sie ein besonderes Datum ist. An diesem Tag vor neun Jahren ist das Paar, das sich auf einem Fest der Landjugend kennengelernt hat, zusammengekommen. Das Datum, das nun doch nicht zum Hochzeitstag passen wird, ist auch in die Eheringe eingraviert. Für Sonntag war vormittags die standesamtliche Trauung in Pressath geplant, mittags sollte in einer Zoiglstube eine kleine Familienfeier mit 18 Personen stattfinden. „Am Montag vorher hat uns die Location kontaktiert. Man könne die Feier durchführen, aber nur, wenn alle 1,50 Meter Abstand voneinander halten. Zu dem Zeitpunkt wäre das noch gegangen. Aber wer will das schon so“, fragt Andrea Götz. Das Paar sagte die Feier ab.

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"Es war die richtige Entscheidung"

„Wir haben uns überlegt, ob wir überhaupt jetzt heiraten sollen, und am Mittwoch haben wir entschlossen, die Hochzeit ganz abzusagen“, erzählt die 33-Jährige. „Es wäre gegangen, aber nur mit den Trauzeugen und unseren Eltern. Mit welchem Gefühl geht man zur Trauung, wenn keiner kommen würde zum Gratulieren? Das will man eigentlich nicht.“ Zudem seien Sebastians Vater und ihre Großmutter Risikopatienten. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt Sebastian Landgraf. Der Sonntag habe sich dann aber surreal angefühlt, findet seine Verlobte. „Am Morgen wäre eigentlich meine Frisörin gekommen. Beim Frühstück haben wir gedacht, eigentlich wären wir jetzt schon eine halbe Stunde lang verheiratet. Wir haben mit unserem Sohn Leon zusammen symbolisch die Ringe angesteckt.“ Der Fünfjährige sei von allen Beteiligten am traurigsten über die Absage gewesen, erzählt seine Mutter.

Bürgermeister als Standesbeamter

Die Verlobten versuchen, die Lage positiv zu sehen: „Jetzt sind wir so lange zusammen, da kommt es auf ein paar Wochen oder Monate auch nicht mehr an“, sagt Andrea Götz. Weil derzeit nichts wirklich planbar ist, hat das Paar noch keinen alternativen Termin im Kopf. „Aber einen Wunsch hat vor allem der 36-jährige Verlobte: „Nichts gegen die Standesbeamten in Pressath, aber es wäre mein kleiner Wunsch, dass der amtierende Bürgermeister Werner Walberer uns traut. Das wäre am Sonntag der Fall gewesen. Ich kenne ihn schon von klein auf. Aber wir wissen nicht, ob die Trauung jetzt noch in seiner Amtszeit stattfindet. Schön wäre es, wenn es vor dem 30. April noch klappen würde.“

Die Firmen, die an der Hochzeit beteiligt gewesen wären, haben kulant reagiert. „Uns sind zum Glück keine Kosten entstanden“, sagt Andrea Götz erleichtert. „Wir hatten den Partyservice vom Metzger unter Vorbehalt bestellt, und sie hatten dort schon mit einer Absage gerechnet. Den Brautstrauß konnte ich stornieren, obwohl die Blumen bereits in der Lieferung waren. Wir haben versprochen, auf die Angebote zurückzukommen, wenn die Feier nachgeholt wird.“ Jetzt gelte es, ein paar Wochen zu warten. Das machen die Logopädin und ihr Verlobter, der in der Automobilbranche arbeitet, zu Hause mit Sohn Leon. Das Paar baut gemeinsam Überstunden ab.

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